Warum Bloggen ein echtes Business ist

Ich bin Reiseblogger. Seit gut einem Jahr schreibe ich mehrmals in der Woche für meine Leser. 

Nebenher kümmere ich mich um Gastartikel, Interviews, den Verkauf meiner eBooks, die Optimierung meiner Website und vieles mehr. Das nimmt jede Woche 20 bis 30 Stunden in Anspruch. Mittlerweile kommen auch die Einnahmen. In diesem Monat sind sie mit mehr als 3.000 Euro hoch genug, um davon leben zu können.

Das alles fühlt sich mächtig nach Arbeit an, nach einem richtigen Business. Dennoch zweifle ich manchmal selbst, wie ernst das Bloggen zu nehmen ist. Brauche ich nicht vielleicht eine Aufgabe, die sich wie ein richtiger Job anfühlt?

Auch Tim kennt dieses Gefühl. Vor einigen Wochen schrieb Tim darüber, wie lange er brauchte, bis er seinen Blog als ernsthaftes Business wahrnahm – obwohl er damit längst signifikant Geld verdiente.

Mit unseren Zweifeln sind wir nicht allein. Die meisten Reiseblogger zweifeln. Als ich in die Branche eintrat, hieß es allerorten, dass mit Reiseblogs kein Geld zu verdienen sei.

“Das wollen wir doch mal sehen”, dachte ich mir. In den letzten 12 Monaten arbeitete ich beinahe täglich an meinem Blog und probierte einiges aus. Aus allem, was ich gelernt habe, ist ein Guide entstanden: Beruf Reiseblogger. Wie Du mit Deinem Blog Geld verdienst.

Ein Jahr später diskutieren Reiseblogger immer noch darüber, ob man Geld verdienen kann – oder ob das überhaupt moralisch vertretbar sei. Manch einer suggeriert, dass ich mit meinem Guide das Geld einnehmen will, das ich als Blogger (angeblich) nicht haben kann.

Während sie zweifeln und erzählen, was alles nicht geht, trudeln bei mir stündlich E-Mails ein, die bestätigen, dass wieder eines meiner eBooks verkauft wurde. Meine Leser finden die Informationen so wertvoll, dass sie dafür bezahlen.

Dann logge ich mich in das Amazon Partnerprogramm ein und stelle fest, dass wieder ein paar der Produkte verkauft wurden, die ich in meinem Blog empfehle. Meine Leser vertrauen diesen Empfehlungen und kaufen Produkte, die sie zum Reisen benötigen.

Spätestens wenn ich am Ende des Monats einen Blick auf die Einnahmen werfe, fühlt sich der Blog tatsächlich wie ein ernsthaftes Business an.

Und wenn ich genau darüber nachdenke, ist das kein Wunder. Denn erfolgreiche Blogger und erfolgreiche Unternehmer haben unglaublich viel gemeinsam.

14 Dinge, die Blogger und Unternehmer gemeinsam haben

1. Wir erfüllen einen Bedarf

Unternehmer und Blogger bedienen eine Zielgruppe, die einen Bedarf hat. Unternehmen bieten Produkte oder Dienstleistungen. Blogs können beispielsweise den Bedarf an Informationen oder an Unterhaltung erfüllen.

2. Wir suchen nach unserer Zielgruppe

Unternehmen sind stets auf der Suche nach Kunden, Blogger sind auf der Suche nach Lesern (die auch Kunden sein können, wenn wir ihnen eigene Produkte verkaufen). Beide arbeiten stets kreativ daran, ihre Zielgruppe zu erreichen.

3. Wir bauen Beziehungen auf

Blogger und Unternehmer müssen vertrauenswürdig sein, um ihre Leistungen an die Zielgruppe zu bringen. Wir bauen Beziehungen zu Menschen auf.

4. Wir schaffen einen Wert

Unternehmen schaffen Werte. Gelingt ihnen das nicht, haben sie kein Geschäftsmodell. Auch gute Blogger schaffen Werte, schließlich helfen sie Menschen mit nützlichen Informationen. Dem Nutzen folgt auch das Geld.

5. Wir monetarisieren den Wert

Blogger müssen sich gut überlegen, wie sie den geschaffenen Wert in tatsächliche Einnahmen ummünzen. Man könnte meinen, Unternehmen wissen von Anfang an, wie sie ihren Wert monetarisieren – doch das stimmt oft nicht. Häufig schaffen sie einen Wert und überlegen sich später, wie sie damit Geld verdienen. Denken wir nur an Google, Facebook, Twitter & Co.

6. Wir kennen unsere Zahlen

Unternehmer und Blogger sollten ihre Kennzahlen beobachten. Nur wer seine Zahlen kennt, kann an den richtigen Stellschrauben drehen. Wir müssen wissen was funktioniert – und was nicht.

7. Wir optimieren unsere Prozesse

Wer nicht optimiert, steht still – und wir wissen was Stillstand bedeutet. Jedes gute Unternehmen optimiert ständig seine Prozesse und ruht sich nicht auf dem Erreichten aus. Das gilt genauso für erfolgreiche Blogger. Ich optimiere an meinem Blog ständig Dinge, die ich erst Wochen oder Monate vorher erstellt habe. Nichts ist jemals “fertig”.

8. Wir kooperieren

Für mich als Blogger war es wichtig, Kontakt zu anderen Bloggern aufzunehmen. Wir unterstützen uns gegenseitig, indem wir unsere besten Inhalte empfehlen. Unternehmen “netzwerken” genauso. In meinem früheren Unternehmen haben wir die meisten Kunden durch Empfehlungen gewonnen.

9. Wir sind nicht beliebig

Unternehmer sprechen häufig von einem USP. Einem Merkmal, das sie einzigartig macht. Das sollten Blogger auch haben. Beide dürfen nicht austauschbar sein, sondern müssen aus der Masse herausragen.

10. Wir sind Marken

Blogs und Unternehmen sind im Idealfall Marken. Sie geben ein Markenversprechen ab, das die Zielgruppe dazu verleitet, treu zu bleiben. Ein Teil dieses Versprechens ist Qualität.

11. Wir investieren

Ein Unternehmen und ein Blog sind Investitionen. Blogger müssen nur wenig Geld investieren, dafür viel Zeit (Unternehmer investieren meist beides). Für beide muss sich eine Investition auszahlen. Stimmt der “Return on Investment” nicht, wird das Projekt irgendwann eingestellt. Das gilt für Unternehmen wie für Blogs. Daher muss ein Blog aus meiner Sicht Geld einspielen, wenn er dauerhaft bestehen soll.

12. Wir haben Ziele

Das allererste, was ich in meinem BWL-Studium gelernt habe: Jedes Unternehmen möchte einen Gewinn erzielen. Wer als Blogger Geld verdienen möchte, muss das gleiche Ziel haben. Ohne diese Denkweise gibt es keine Einnahmen.

13. Wir brauchen Zeit

Bis ein Blog sich rentiert, vergeht viel Zeit. Nach sechs Monaten hatte ich noch nichts verdient. Nach neun Monaten stiegen die Einnahmen plötzlich rasant und nach einem Jahr haben sie ein ordentliches Niveau erreicht. Diese lange Vorlaufzeit stört viele Menschen. Doch bei Unternehmern ist es nicht anders. Häufig dauert es noch viel länger, bis sich die Investition auszahlt.

14. Wir zahlen Steuern

Spätestens wenn das Finanzamt klingelt (bildlich gesprochen) und die Steuern auf die Gewinne eintreiben möchte, dürfte klar sein, dass ein erfolgreicher Blog ein echtes Unternehmen ist.

Auf diese 14 Gemeinsamkeiten kam ich in einem kurzen Brainstorming. Ich würde noch wesentlich mehr Übereinstimmungen finden, wenn ich es darauf anlegte. Doch es geht mir nicht darum, alles bis ins Detail auszudiskutieren. Ich möchte aufzeigen, dass ein erfolgreicher Blogger seinen Blog wie ein Unternehmen behandelt. Ja, Blogger und Unternehmer haben nicht nur viel gemeinsam. Blogger sind Unternehmer – wenn sie denn wollen.

Über den Autor

Patrick Hundt schreibt als Reiseblogger unter www.101places.de. Seit einem Jahr behandelt Patrick den Blog wie ein Business, und freut sich über wachsende Zugriffszahlen und steigende Einnahmen. Am 30. Januar 2014 erschien seine Anleitung für Reiseblogger, in der er ausführlich beschreibt, wie er mit seinem Blog Geld verdient. Hol Dir jetzt die kostenlose Leseprobe.

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6 Comments

  1. Ben (10 comments):

    Ich finde, dass ein Blog sehr wohl ein Business ist.

    Für mich vor allem aus zwei Gründen:

    1. Wenn uns keiner liest, dann verdienen wir kein Geld und haben also auch kein Business. Wenn ein Startup oder Unternehmen “kundenorientiert” ist, sind wir “leserorientiert”.
    (Wobei Leser im besten Fall zu Kunden werden.)

    2. Wir beantworten Kommentare, E-Mails und vieles mehr. Das ist community management und “Kundenservice” gleichzeitig.

    Weitermachen.

    Ben

  2. Tim (196 comments):

    Hey Patrick, hey Tim,

    Danke für den tollen Text. Die 12 Monate, die Du bis zu diesem Punkt gebraucht hast, Patrick, sind für einen Blog megaschnell, soweit ich weiß. Bestimmt hast Du da auch von Deinen vorherigen Erfahrungen mit dem Web profitiert. Vor allem aber hast Du von Anfang an, und ich verfolge 101Places nun schon eine ganze Weile, echt viel Herzblut reinfließen lassen.

    Ich mag einfach sehr, was ihr beide macht. Und freu mich schon auf die nächsten Texte – und das, obwohl ich selbst gar nicht so gern und viel reise! :)

    LG

    Tim

    • Patrick (35 comments):

      Hi Tim,

      danke Dir!
      Ja, es ging wohl vergleichsweise schnell und sicher helfen dabei meine Erfahrungen. Vor allem hilft aber, beim Bloggen tatsächlich als Unternehmer zu denken, und das heißt vor allem, Gewinne als Ziel zu haben.

  3. Jennifer (2 comments):

    Unternehmen schaffen keine Werte – Menschen schaffen Werte.

    Irgendwie gruselig dieser Artikel und der Vergleich bzw. die Gemeinsamkeiten die du da zwischen dir und einem “Unternehmen” ziehst (WIR). Befremdlich.

    Ich lese deinen Blog und deine Gastartikel schon recht lange und meistens gerne!

    Nunja, ich freu mich einfach mal auf den nächsten Artikel :)

    • Patrick (35 comments):

      Hi Jennifer,

      Unternehmer sind doch auch nur Menschen :)

      • Jennifer (2 comments):

        Unbestritten richtig ;)!
        Deshalb hab ich ja den Vergleich mit den Unternehmen und nicht den Unternehmern beschrieben. Ist auch keine Kritik daran, wie du deine “Brötchen” verdienst und dass du das aufschreibst. Das Wie ist ohne Zweifel professionell und dementsprechend erfolgreich. Es ist eine persönliche Kritik am Stil des Artikels.

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