Dieses ist der zweite Artikel aus dem großen Vietnam-Spezial! Heute melde ich mich aus Ho-Chi-Minh-City (alter Name: Saigon), der größten Stadt des Landes.

Ho Ho Ho-Chi Minh

Ho-Chi-Minh-City. Stadt, Metropole, Region, riesiger Flatschen, Ansammlung von wild durcheinander gewürfelten Häusern, Motorroller-Massen-Auflauf. Egal, wie man es nennen mag, alles trifft zu! Wer auf seiner Vietnam-Reise hier stoppt und nach Erholung sucht, der wird schnell begreifen, dass er diese hier nur findet, wenn er bereits zuvor vollkommene innere Ruhe besitzt oder besonders gerade im Chaos zu sich selbst findet. Diese Menschen soll es geben. Die meisten Besucher jedoch werden nur einen Gedanken haben: „Schnell wieder weg!“.

Ohne Zweifel, diese Stadt ist unglaublich spannend, kontrastreich und unbedingt sehenswert. Allzu viele klassische Sehenswürdigkeiten sucht man hier jedoch vergebens. Einige Überbleibsel der französischen Kolonialzeit sind zu besichtigen. Darüber hinaus finden sich sehenswerte Orte mit Bezug zum Vietnam-Krieg, welche auch in den Reiseführern stehen. Die eigentliche Sehenswürdigkeit ist aber die Stadt selbst, welche durchaus mit einem Ameisenhaufen vergleichbar ist.

Foto: Benjamin Chimoy

Einen Unterscheid zu eben diesem gibt es jedoch: Die meisten „Ameisen“ bzw. Bewohner in dieser Metropole (no offense!) fahren Motorroller, und zwar gern auch einmal 4 oder 5 auf einem Roller zugleich.

Hanoi VS Saigon (was ist besser)

Wer bereits Bekanntschaft mit Hanoi (der Hauptstadt im Norden) gemacht hat, der wird schnell bemerken, dass sich die beiden Städte in vielen Punkten unterscheiden. Hanoi ist beschaulicher, sicherer und bietet mehr greifbare Geschichte. Saigon ist das ganze Jahr über tropisch, wirkt wie das reine Chaos und man muss gut auf seine Wertgegenstände aufpassen. Wer allzu unbedacht durch die Straßen schlendert, der verliert nicht nur seine innere Ruhe sondern mitunter auch seine Handtasche.

Angst ist jedoch nicht von Nöten. Das Pech ist in diesem Falle mit den Dummen. Wer einige Sicherheitsmaßnahmen beachtet, der muss sich nicht sorgen. Alle Diebstahl-Geschichten, die mir bisher unterkamen, waren nicht frei von Selbstverschulden. Wer mit seinem iPhone in Menschenmengen Fotos schießt oder statt eines Rucksacks seine Handtasche mitnehmen möchte, dem sei diese Warnung aber ans Herz gelegt.

Grundsätzlich gibt es zwei Gegenden, in welchen die meisten Hotels situiert sind und in denen man sein Hotel wählen und somit sein Haupt betten sollte. Beide liegen in der Innenstadt, im 1. Distrikt, welcher heute noch den Namen „Sai Gon“ trägt. Trotzdem unterscheiden sich diese Gegenden sehr voneinander:

Bui Vien: Rund um die „Bui Vien“ findet man zahlreiche Hotels, Bars und Restaurants, welche vor allem von Backpackern und Budget-Travellern (Sparfüchsen) besucht werden. Hier ist bis spät in die Nacht viel los und es herrscht buntes Treiben auf den Strassen. Hier herrscht das Verkehrschaos in den Gassen und es ist die meiste Zeit des Tages laut und hektisch. Wer es abenteuerlich will, ist hier am richtigen Fleck. Es gibt viele gute und günstige Restaurants.

Wer von Euch auf der Bui Vien wohnen möchte, aber inmitten der Hektik ein ruhiges Hotel sucht, dem kann ich wärmstens das Duc Vuong Hotel empfehlen. Dieses Hotel hat gemütliche Zimmer, tollen Service und vor allem eine riesige Dachterrasse, auf welcher man sich sehr gut vom Trubel erholen kann. Die Dachterrasse ist wirklich genial, ich habe hier oben bereits den einen oder anderen Artikel geschrieben. (Das Titelbild zeigt den Blick von der Duc Vuong Hotel-Terrasse.)

Dong Khoi: Entlang der Dong Khoi und der benachbarten Strassen finden sich vor allem internationale Hotelketten und Hotels der mittleren Preisklasse. Die Dong Khoi ist eine Art „Champs Elysees“ von Saigon. Es ist eine der wenigen Hochglanz-Strassen der Stadt, mit teuren Geschäften und guten Restaurants. Die Gegend ist deutlich ruhiger und man kann hier, im Gegensatz zum Rest der Stadt, auch gemütlich über die Bürgersteige flanieren. Manch einem Vietnam-Besucher mag diese Straße aber nicht abenteuerlich genug sein.

Ein empfehlenswertes Hotel, welches ca. 5 Gehminuten von der Dong Khoi entfernt liegt, ist das Golden Central Hotel. Dieses hat sogar einen kleinen aber feinen Aussenpool und einen Fitnessraum. Wer aus dem Golden Central tritt und nach links geht, ist in 5 Minuten auf der Dong Khoi. Wer nach rechts geht, läuft ca. 15 Minuten durch einen Park um zur Bui Vien zu gelangen.

Egal, wo man sich entscheidet zu wohnen, beide Gegenden sollten unbedingt einmal besucht werden.

Was man in Saigon gesehen haben muss

Sehenswert sind (neben der Dong Khoi Strasse und der Bui Vien) auch die folgenden Dinge: Die Notre-Dame Kathedrale (Vorbild war die gleichnamige Kirche in Paris) sowie das angrenzende Post-Gebäude, das Opernhaus, die Fluss-Promenade und die Cho Ben Thanh Markthalle. Zudem gibt es viele versteckte Tempel, die sich lohnen zu besichtigen. Wer mit seinem Smartphone unterwegs ist, dem empfehle ich diese Reiseführer-App.

Unbedingt vorbei schauen sollte man im Nha Hang Ngon Restaurant. Wer vietnamesische Pho-Suppe oder Frühlingsrollen mag, der wird dieses gemütliche Plätzchen lieben. Aber auch der Austern-Teller für ca. 4 Euro (!!!) ist ein Traum.

Wenn man nicht schlafen kann oder einsam ist, der sollte abends mal in der Centro-Bar (nahe der Oper) vorbei schauen. Diese etwas schickere Bar lohnt sich und die Drinks schmecken.

Wer von Euch nach Saigon kommt, um von dort seine Entdeckungstour ins Landesinnere zu starten, dem sei gesagt: 3 Nächte in Saigon sind völlig ausreichend. Danach hat man alles gesehen und sehnt sich nach Ruhe. (In Hanoi hingegen kann man durchaus ein paar Tage länger verweilen.)

Foto: Benjamin Chimoy

Achtung Taxi-Tipp: Eine Fahrt mit dem Taxi vom Flughafen in die Innenstadt (Distrikt 1) sollte höchstens 150.000 Dong kosten. Man kann jedoch fast fest davon ausgehen, dass die Taxifahrer am Flughafen versuchen werden, deutlich mehr zu verlangen. Auch das Fahren mit einem Meter-Taxi schützt nicht, da der Fahrer dann einfach einen Umweg fährt um mehr berechnen zu können. Am besten gleich vor Fahrtbeginn mit dem Taxifahrer einen Festpreis vereinbaren (absolutes Maximum 200.000 Dong!) oder zuvor beim Hotel einen Airport-Pickup Service buchen. Wenn der Taxifahrer 500.000 Dong verlangt, dann begegnet ihm am besten mit einem müden Lächeln und geht weiter.

Wenn Ihr in der Innenstadt ein Taxi benötigt, dann greift auf die grünen Taxen von der „Mai Linh Group“ zurück. (Bei Mai Linh könnt Ihr den Taximetern am ehesten trauen.) Eine Fahrt in der Innenstadt (innerhalb Distrikt 1) kostet selten mehr als 50.000 Dong.

Last but not least: Wer das Glück hat, Sonntags in HCMC (Saigon) zu sein, der sollte unbedingt die besondere Atmosphäre an einem Sonntag Abend miterleben. Die Menschen verbringen die Abendstunden draussen, die Juppies, Hipster und Jugend der Stadt trifft sich rund um die Oper (Stadttheater), viele andere hängen in Liegestühlen nahe der Promenade ab und die Menschen flanieren, fahren mit ihren Rollern umher und es herrscht ein wildes Treiben, dass sich von den Wochentagen ganz klar unterscheidet.

Im dritten Teil geht es nächste Woche um die Hauptstadt Hanoi und die nahe gelegene Ha-Long Bucht. Bis dahin!

Fotos: Benjamin Chimoy

 

Hier gibt es alle Teile des Vietnam-Spezials im Überblick.

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

7 Antworten zu “Vietnam Rundreise Spezial Teil 2 – Saigon”

  1. Schöne Übersicht!
    Ich habe HCMC immer nur auf Geschäftsreise erlebt, da kriegt man zwangsläufig einen etwas anderen Eindruck, da man im Hotel wohnt und nicht in der Backpackerecke.
    Kosten für Taxi kann ich bestätigen, auch hatte ich schon den Fall, dass ein Taxifahrer plötzlich alle Türen verriegelt und den 5 fachen Preis des üblichen verlangt hat. Gelöst habe ich das mit dem Versuch seine Scheibe einzuschlagen. Da hat er schnell nachgegeben.

    Empfehlenswert finde ich auf jeden Fall eine Tour zu den Cu Chi Tunneln etwas ausserhalb. Dort gibt es Zeitgeschichte hautnah.

    In der Stadt habe ich einige der traditionellen BBQ Restaurants ausprobiert, in denen die Karten nur auf vietnamnesisch waren. Dort gibt es allerhand, wildes zum probierern….

  2. Beschauliches Hanoi? So unterschiedlich kann man das alles wahrnehmen 😉 Vielleicht liegt es daran, welche der beiden Städte man zuerst besucht. Als ich nach Hanoi kam, fand ich die Stadt komplett chaotisch, laut und voll und habe wenig Schönes gesehen. Knapp vier Wochen später traf ich in HCMC ein und fand es schon fast gemütlich. In der Zwischenzeit hatte ich mich aber an vietnamesische Verhältnisse gewöhnt 🙂

    • Das ist interessant 🙂 Dass allererste Mal in Vietnam war ich auch zuerst in Hanoi. Ich finde es dort auch schöner, weil es architektonisch mehr bietet und viele versteckte Schätze gibt. Aber chaotisch sind wohl letztendlich beide Städte im ersten Eindruck. In Hanoi war ich mehrfach, in HCMC bisher nur das eine Mal – ich berichte dann Mal mein Empfinden, nachdem ich das 2. Mal dort war 😉 LG & Danke für deinen Kommentar

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