Überwintern in Thailand: Der perfekte Ort für digitale Nomaden?

Es gibt viele Länder, die eine gute Infrastruktur für digitale Nomaden bieten. Aber nur wenige Länder, die so gut geeignet sind, wie Thailand. Auch mich zieht es immer wieder dorthin.

Im folgenden Artikel findest du 6 gute Gründe, warum Thailand ein Paradies für ortsunabhängige Webworker ist, und warum du dort hervorragend überwintern kannst.

#1 Thailand ist gut geeignet für Einsteiger

Wenn du insgesamt noch wenig Reiseerfahrung hast, dich in einer fremden Umgebung schnell unwohl fühlst, oder Angst vor der Sprachbarriere hast, wirst du dich sicher im europäischen Ausland am wohlsten fühlen.

Leider wirst du dort jedoch auch deine Komfortzone nicht unbedingt erweitern. Alles ist irgendwie so ähnlich wie zuhause.

Wichtig ist es deshalb, sich in eine Umgebung zu trauen, die völlig fremd und neu ist, ohne es dabei gleich zu übertreiben.

Nehmen wir als Beispiel Vietnam. Wer noch nie zuvor Europa verlassen hat, und seine erste Asienreise nach Vietnam plant, wird sich in den meisten Fällen eher unwohl fühlen.

Als ungeübter Reisender gibt es dort einfach zu viele Dinge, die einen überfordern. Das kann schon mit einer einfachen Taxifahrt beginnen. Vietnam ist sicher eher etwas für Fortgeschrittene.

In Thailand hast du jedoch einige klare Vorteile: Das Land ist touristisch gut erschlossen. Zudem ist es aber trotzdem fremd, es erwartet dich eine völlig andere Kultur.

Du kommst hier leicht zurecht und hast sofort das Gefühl, Willkommen zu sein (was vor allem an der Freundlichkeit der Menschen liegt). Du kannst deine Komfortzone ausweiten, ohne das Gummiband dabei gleich völlig zu überdehnen.

Anders ausgedrückt: Nach Thailand würde ich meine Großmutter auch alleine reisen lassen (wenn sie noch fitter wäre). Nach Vietnam würde ich das sicherlich nicht tun.

#2 Es ist leicht, Freunde zu finden

In Thailand leben nicht nur Thais, sondern Menschen aus aller Welt. Expats, die in internationalen Firmen arbeiten. Englischlehrer, aus diversen europäischen und asiatischen Ländern. Digitale Nomaden, die ihr ganz eigenes Ding machen. Aussteiger, die in den Tag hinein leben. Alles ist vertreten. Zudem sprechen jüngere Thais auch oft gutes Englisch.

Anschluss zu finden, ist nicht schwer. Man kommt schnell ins Gespräch. Wer seine Muttersprache vermisst, findet zudem schnell gleichsprachige Freunde, mit denen man sich treffen kann.

Die “Expat Community” ist gigantisch groß und separiert sich zudem nicht völlig vom Rest des Landes, was leider in anderen Ländern oft der Fall ist. Während man in Vietnam regelrechte “Expat-Ghettos” findet, ist das in Thailand alles etwas entspannter.

#3 Der Geoarbitrage Faktor: Es ist günstig

Das Einkommen im Land steigt und das sieht man auch an den Preisen. Aber nichts desto trotz ist das Preisniveau noch Lichtjahre entfernt vom Niveau, das wir zuhause gewöhnt sind.

Ein Beispiel: Ein Hotel-Rezeptionist verdient in etwa 350 Euro im Monat und zahlt davon in der Regel etwa 150 Euro Miete. Er zahlt für sein Abendessen kaum mehr als 1,50 Euro und fährt für den selben Preis auch mit dem Taxi einmal quer durch die Stadt.

Als Ausländer wird man zwar für seine Unterkunft etwas mehr bezahlen müssen, insgesamt kann man aber von den günstigen Lebensunterhaltungskosten profitieren.

Natürlich gibt es auch Parallelwelten, die sowohl für die Touristen, als auch für die wohlhabende Mittelschicht existieren. Es ist kein Problem, 20 Euro für ein Abendessen in einem schicken Restaurant zu zahlen. Du hast die Wahl.

Eines ist aber klar: Wenn du es darauf anlegst, und es dem Großteil der Thais gleichtust, kannst du dort extrem günstig leben.

#4 Die Erreichbarkeit ist fantastisch

Die zwei Flughäfen von Bangkok sind wichtige Transport-Hubs innerhalb Asiens.

Für den Suvarnabhumi Airport gilt: Kein Flughafen in Asien ist aus Europa so günstig erreichbar und wird aus dem deutschsprachigen Raum so häufig angeflogen.

Vom Don Mueng Airport fliegen zudem die Billigairlines in diverse asiatische Länder. Nahezu kein Land in Asien, das von dort nicht günstig erreichbar wäre: China, Hong Kong, Taiwan, Indonesien, Malaysia, Vietnam, Kambodscha, Myanmar.

Selbst nach Australien kommt man mit Air Asia von dort (mit einem Zwischenstopp in Kuala Lumpur) ziemlich günstig.

Man kann also nicht nur ziemlich günstig nach Thailand reisen, sondern kann von dort auch gut und günstig viele andere Länder erreichen. Diese Kombination findet man selten.

#5 Perfekte Arbeitsbedingungen für Nomaden

Ausgenommen von Finnland und Estland habe ich in Europa noch nirgendwo ein so schnelles und gut ausgebautes 3G Netz erlebt, wie es in Thailand vorhanden ist. Du kannst problemlos überall mit 3G Verbindung surfen.

W-Lan wird auch häufig angeboten (nicht immer kostenlos, aber es ist vorhanden). Arbeiten im Café ist somit kein Problem, selbst wenn es kein W-Lan gibt.

Coworking Spaces gibt es zudem unter anderem in Bangkok und Chiang Mai. Hier meine drei Favoriten:

Du brauchst ein professionelleres Büro? In Bangkok gibt es auch mehrere Regus-Lounges. Eine Art Co-Working mit gehobenem Anspruch. Teilweise liegen diese im oberen Stock eines Hochhauses: Man hat also einen tollen Blick beim Arbeiten.

Gute Hotels haben zudem oft ‘Business Lounges’ die zum Arbeiten eingerichtet wurden.

Es gibt also viele, viele Möglichkeiten, seiner Arbeit nachzugehen – auch wenn die Co-Working Spaces sicher die beste Wahl sind.

#6 Thailand hat eine große DN Community

Für mich persönlich einer der wichtigsten Punkte: Die Digitale Nomaden Community ist gigantisch.

Während zwei wichtige Nomaden-Hotspots in Asien sicher Bali und Ho-Chi-Minh-City sind, werden diese nur noch von Bangkok und Chiang Mai getoppt. Besonders Chiang Mai ist zu einem Nomaden-Mekka geworden. Du siehst sie überall im Stadtbild: In den vielen Cafes der Altstadt, im Punspace oder entlang der “Nimman Road”.

Warum Chiang Mai? Das ist leicht erklärt: Du hast alle Vorteile einer mittelgroßen Stadt. Es geht wesentlich ruhiger und entspannter zu als in Bangkok, trotzdem hast du Bars, Nightlife, Märkte, und eine tolle Natur. Alles lässt sich bequem mit dem Motorroller erreichen.

Die Flüge nach Bangkok und in den Süden Thailands sind günstig. Der Flughafen liegt in der Stadt und ist schnell erreichbar. Ausserdem ist das Leben dort noch einmal deutlich günstiger, als in Bangkok.

Wer jedoch richtiges Großstadt-Gewusel braucht, ist in Bangkok besser aufgehoben.

Strand bieten beide Städte nicht. Von Bangkok aus bist du jedoch in weniger als 3 Stunden mit dem Minibus an tollen Stränden. Die Fahrt nach Ko Samet ist ein beliebter Wochenendtrip unter Locals.

Auch von Chiang Mai kannst du für 30 Euro in unter 2 Stunden z.B. nach Phuket fliegen. Auch dort überwintern übrigens immer mehr digitale Nomaden. Wenn du mehr über Phuket erfahren willst, solltest du unbedingt Sebastians Blog Phuketastic lesen.

Um Pattaya solltest du eher einen großen Bogen machen. Dort tummeln sich selten Nomaden, sondern vielmehr unangenehmere Arten von Touristen, denen man lieber aus dem Weg gehen möchte. Zudem ist der Strand alles andere als schön.

Drei Orte, ein Land

Wenn du ein Großstadtmensch bist, ist Bangkok ohne Zweifel der beste Ort für dich. Hier stimmt auch die Infrastruktur.

Wenn du es ein wenig ruhiger magst, ist Chiang Mai ideal für dich. Zudem ist es hier extrem leicht, andere digitale Nomaden kennenzulernen. Auch eine super Infrastruktur, und alles noch etwas günstiger!

Wenn du Strand brauchst, solltest du dein Glück auf Phuket suchen. Hier ist die Nomadendichte vielleicht nicht ganz so groß, aber ein Flug nach Bangkok oder Chiang Mai ist nicht teuer.

Tipps für Unterkünfte

Wenn du eine längere Zeit in Bangkok wohnen möchtest, oder auch nur Tipps für deine Bangkok Reise benötigst, kann ich dir die folgenden Webseiten und Unterkünfte empfehlen:

Wenn du eine längere Zeit in Chiang Mai wohnen möchtest, oder auch nur Tipps für deine Chiang Mai Reise benötigst, kann ich dir die folgenden Unterkünfte empfehlen:

Hast du Fragen zum Überwintern in Thailand (als digitaler Nomade)? Stell mir deine Fragen einfach in den Kommentaren!

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

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11 Comments

  1. Kurt (1 comments):

    Hi,
    Bangkok und ChiangMai kann ich nur bestätigen, jedoch findet man nicht wirklich Ruhe zum Arbeiten. Ganz anders hier am Südstrand von Ko Phangan; in der Nähe von Ban Tai bzw 5 min mit dem Roller in die Hauptstadt Thongsala bzw 7min zur FullMoonParty. Perfektes 3G Netz und gutes WiFi. Ein toller Kitesurfspot (inkl. Schule) in direkter Umgebung und die chilligsten Bars von Thailand (zB. Amsterdam Bar).
    UND den ganzen Tag absolute Ruhe!
    Klare Empfehlung.

    • Tim (205 comments):

      Hi Kurt, klingt gut – Danke für den Tipp. Hier muss sicher jeder sein Glück finden. Ich finde z.B. in Chaing Mai viel mehr Ruhe zum Arbeiten, als an einem Strand. Da will ich dann nur ins Wasser ;-) Klingt aber gut! Happy Time!

  2. Marco (11 comments):

    Hi Tim
    vielen Dank für die Tipps. Werd sie mir mal etwas genauer ansehen. Vielleicht sehen wir uns wieder mal. In Asien wäre die Chance dieses Jahr ja noch gross ;)

    • Tim (205 comments):

      Hey Marco, Würde mich freuen, wenn wir uns ins Südostasien treffen! Gute Reise erst einmal in NZ! .)

  3. Janas Reisefieber (17 comments):

    Danke für die tollen Tipps.

    Mein nächster Trip geht ganz klar nach Asien. Vielleicht eine Rundreise durch die schönsten Orte. Die Planung ist noch in weiter Ferne, aber das Reisefieber steigt.

  4. Cornelia (1 comments):

    toller Beitrag. Danke Tim, ich verschlinge jetzt seit Wochen deine Tipps hier und muss sagen, ich komme meinen Träumen immer näher. Ich kann ja vielleicht mal nen eigenen Blog aufmachen zu meiner schon (etwas länger dauernden) Lebensgeschichte und den unzähligen Träumen, die ich hatte und die ich jedoch verdrängte – bis ich vor paar Jahren krank wurde und die Träume immer lauter anklopfen seitdem. Ich schmiss den Job – ohne zu wissen, wie es weitergeht und wie ich all die Ideen und flippigen Gedanken in meinem Kopf umsetzen kann, die immer mehr werden, und das in meinem “Alter”… Mir fehlte der Mut, ich hatte Angst allein zu reisen. Jetzt lese ich deine Blogs und weiß, dass ich so was immer schon machen wollte und das es genau das ist, was mich treibt und dass ich das machen will. Vielleicht finde ich ja hier jemanden, der auch älter ist und mit mir zusammen den ersten Schritt wagt im Ausland oder mich dort erst mal an die Hand nimmt :-). DANKE, dass ich auf deine Seite gestoßen bin, gerade jetzt!

    • Tim (205 comments):

      Hey Cornelia. ich freue mich sehr, dass du deinen Träumen näher kommst. Ich finde, das hat auch gar nix mit dem eigenen Alter zu tun – Rock on und werde mutig! Schön, dass du dabei bist.

  5. tobias (4 comments):

    grüsse aus koh phangan! schöner beitrag! ich freu mich schon auf chiang mai da hier alles doch etwas teurer ist als am festland. und ich muss auch sagen dass ich hier am strand eigentlich gar nicht zum arbeiten komme.

    vielleicht sieht man sich ja wär sicher interessant!

    lg

    • Tim (205 comments):

      Hi Tobias. Danke dir. Verstehe dich 150% Ich kann auch besser arbeiten, wenn der Strand ein paar Kilometer entfernt liegt. Chinng Mai wird dir sicher gefallen. Ich bin nächste Woche in BKK / Ko Samet – falls du in der Gegend bist,gib Bescheid.

  6. Tina (6 comments):

    Tim! Großartiger Artikel zur perfekten Zeit!! Seit etlichen Monaten fühl ich mich einsam ohne DN Netzwerk in der realen Welt. Virtuell sich mit Gleichgesinnten auszutauschen reicht halt nicht aus.
    Deshalb haben wir die große Entscheidung getroffen, statt nach Buenos Aires in ein paar Monaten zu düsen, Thailand als unseren Hot Spot zu wählen. Endlich den aktiven Austausch ankurbeln und die nötige live Inspiration abkriegen.
    Gracias amigo und vielleicht läuft man sich wirklich mal übern Weg :)

    • Tim (205 comments):

      Yaay Tina Cool. Ich meine, Buenos Aires hat sicher auch einige Nomaden zu bieten… aber Chiang Mai ist ohne Frage das Mekka. HCMC ist auch ein Wespennest. Wenn ihr unter DNs wollt, gibt es kaum einen besseren Ort, der zugleich tropisch ist.

      Wir werden uns definitiv früher oder später in Real Life sehen, kein Zweifel :) Freu mich drauf.

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