…es sei denn, du weisst, was du tust. Falls du aber noch in diesem Jahr ortsunabhängig Geld verdienen möchtest, dann starte keinen Blog.

Ein Blog macht Spaß. Ein Blog verbindet und kann dir viele Türen öffnen. Ein Blog ermöglicht aber eines nicht: Eine Möglichkeit, schnell Geld zu verdienen. Ein Blog raubt dir vor allem eine Menge Zeit.

Es gibt kein Business, ohne ein Produkt. Ein Blog ist kein Produkt, ein Blog ist ein Marketingkanal. Starte mit dem Produkt. Finde Kunden. Bloggen kannst du später immer noch.

Ich bin durchaus froh, dass ich mich damals, im Februar 2012 dazu entschieden habe, mit dem Bloggen zu beginnen. Oh man, wenn ich mir alte Artikel durchlese, dann ist mir das schon ein bisschen peinlich. Aber das Bloggen hat sich trotzdem durch Beharrlichkeit schnell für mich zu einer Leidenschaft entwickelt. Heute, behaupte ich mal, kann ich ganz gut schreiben. Übung macht den Meister.

Eigentlich ist nicht das Bloggen, sondern das Schreiben an sich, zur Passion geworden. Bloggen aber hat mir ein Sprachrohr gegeben. Über die Jahre wurde ich tatsächlich, wenn auch ganz langsam, von immer mehr Menschen gelesen.

Laut gedacht: Wie geil ist das.. Menschen, die nicht meine Mutter sind, lesen was ich schreibe. Bis heute verstehe ich noch nicht ganz, warum.

Das Bloggen hat mir unendlich viele Möglichkeiten eröffnet. Ich habe durch das Bloggen Menschen kennengelernt, die ähnlich denken. Die einen weiten Horizont haben. Querdenker, die ich in meinem vorherigen Umfeld nie kennengelernt hätte.

Die aufgebaute Reichweite, meine Erfahrung durch diverse Fehlversuche und eine gewisse Bekanntheit ermöglichen mir heute tolle Dinge. Zum Beispiel, dass Menschen nicht nur meine Texte lesen, sondern auch manchmal 10 Euro bezahlen, um ein Buch von mir zu kaufen. Oder mir dabei zusehen, wie ich mit schwitzigen Händen auf einer Bühne stehe und von meinen Gedanken und Fehltritten berichte.

Hell, yes… Es gibt sie, die Blogger, die allein mit ihrem Blog sehr gutes Geld verdienen. Wenn es dir aber erst einmal darum geht, selbstständig Geld zu verdienen und auf eigenen Beinen zu stehen, wenn du möglichst schnell ortsunabhängig Geld verdienen willst, dann lass die Finger vom Bloggen.

Du musst zu Beginn erst einmal die Lokomotive ins Rollen bringen. Da macht es doch Sinn, sich eine leichte Lokomotive auszusuchen, oder? Bloggen ist eher eine Dampfwalze. Sie kommt extrem schwer ins Rollen. Wenn sie aber einmal rollt, dann rollt sie.

Wenn du trotzdem mit dem Bloggen startest, dann starte aus anderen Beweggründen. Nicht, um Geld zu verdienen. Bitte glaube mir, dafür gibt es bessere Wege.

Ich rede mit vielen Menschen, die ortsunabhängig ihr Geld verdienen. Die Erfolgreichen sind selten in erster Linie Blogger. Meist haben sie ein Kundenbusiness oder verkaufen Produkte und haben gelernt, ein Team aufzubauen.

Skalierbare Dienstleistungs-Produkte. Selfpublishing als Publisher. Produkte mit Fullfilment-Partnern. Eine eigene Marke etablieren. Meinetwegen auch Infoprodukte. Den Traffic dafür kann man sich heute einkaufen. Dafür musst du nicht erst 2 Jahre bloggen, um den ersten Kunden zu gewinnen.

Bloggen kann ein Teil dieser Strategie sein, aber sollte nicht dein Hauptfokus sein. Wer sich zu Beginn erstmal „WordPress beibringt“, den nehme ich ab sofort nicht mehr ernst.

Schaffe ein Produkt. Finde Kunden. Mach nicht einfach irgendwas, sondern das Wichtige. Danach sprechen wir über WordPress, wenn es sein muss.

Wenn du einigermaßen große Ambitionen hast, dann denke wie ein Unternehmer. Deine Zeit ist das Wertvollste, was du hast. Wofür setzt du sie ein?

Wenn du immer noch nicht weiter kommst und es mit dem ortsunabhängigen Business einfach nicht klappen will, dann liegt es vielleicht daran, dass du dich in deiner wertvollen Zeit mit Logos auf Fiverr, WordPress-Problemchen und organischer Facebook-Reichweite beschäftigst.

Wirklich, ich liebe das Bloggen. Eigentlich würde ich am liebsten Jedem dazu raten, einfach los zu bloggen. Aber du solltest einfach die richtige Erwartungshaltung haben. Oder einen verdammt guten Plan. Hättest du mich vor 2 Jahren gefragt, wäre meine Antwort sicher eine andere gewesen.

Auf der Suche nach Alternativen? Im Citizen Circle helfen wir dir, ein nachhaltiges, ortsunabhängiges Business zu starten.

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim lebt und arbeitet seit mehr als vier Jahren als ortsunabhängiger Unternehmer abwechselnd in Berlin, Saigon und Bangkok. Er betreibt einen Outsourcing-Service für Architekten und ist zudem Gründer des Citizen Circle. Zudem schreibt er als Autor über das ortsunabhängige Leben und Arbeiten.

19 Antworten zu “Bitte starte keinen Blog!”

  1. Hallo Tim!

    Ein wunderbarer Artikel! Endlich spricht es mal jemand ehrlich aus!
    Mit Bloggen allein, gewinnt man so gut, wie keinen Blumentopf.
    Es ist nämlich ein Marketing-Instrument! So wie du und es auch Marcus Cerenak sagt!
    Schauen wir uns doch mal die erfolgreichen Blogger an. Die haben alle eigene Produkte, wie Bücher oder Onlinekurse, die sie vertreiben. Damit verdienen sie ihr Geld. Der Blog sorgt für den nötigen Traffic. Aber auch diesen haben sie über Jahre hinweg aufgebaut!

    • Hey!

      Danke für diesen Denkzettel. Ich verkaufe Video-Kurse zum Thema Programmieren und bin momentan permanent auf der Suche nach neuen Kunden. Startgelder von Adwords habe ich schon rausgehauen und das brachte mir eher minderen Erfolg.

      Hast du irgendwelche Ideen wie ich so ein Infoprodukt noch vermarkten kann?
      Und zwar mit einer Strategie die ich sofort einsetzen kann?

      Danke im Voraus!

  2. Hey Tim,
    nicht unbedingt das, was ich hören wollte. 😀 Aber gut, dass du es sagst.

    Weiß nicht, Traffic kaufen?
    Ich habe tatsächlich letzten Monat meinen Blog gestartet und auch wenn ich immer noch hin und wieder am Design herum bastle, ging das eigentlich alles recht schnell. Ich glaube man sollte sich einfach nur nicht ganz so viele Gedanken machen und einfach die Dinge tun, die weiter bringen.

    Auch wenn ich natürlich sehr gerne davon leben würde, Infoprodukte zu verkaufen, habe ich ja vor allem Bock meine Erfahrungen weiter zu geben und davon zu erzählen, was mich beschäftigt. Es ist jetzt nicht so, dass ich mega dringend Geld machen muss.

    Und beim Bloggen kann ich natürlich auch meinen „Stil“ finden und besser Schreiben lernen, bevor ich ein Buch raushaue, dass vielleicht einfach schlecht ist, so ganz ohne die Praxis. Oder nie fertig wird.

    Aber vor allem ist das Bloggen und Erstellen von verschiedenen Content grade das was mir Spaß macht, daher ist dein Artikel sowieso nicht wirklich an mich gerichtet, denke ich.

    Liebe Grüße,
    Ronja.

    • Tim Chimoy

      Liebe Ronja, du sagst „nicht unbedingt das, was ich hören wollte“ – und das macht mich glücklich, denn dann habe ich ja etwas bewegen können und dich zum nachdenken angeregt :-)) Alles Liebe!

  3. Hi Tim,

    zuerst dachte ich: „na aber so kann man das nun nicht generell sagen“! Als ich dann weiter laß, habe ich Dein Anliegen aber verstanden und gebe Dir gedanklich voll und ganz recht. Eine Geschäftsidee oder ein gutes Produkt kann man theoretisch mit einem Anruf bei einem potenziellen Kunden sofort verkaufen, oder zumindest ein mögliches Interesse abfragen, während man bei einem Blog … Aber wem erzähle ich das 😉 Schöner Artikel!

    Viele Grüße, Hendrik

  4. Gut gebrüllt, Löwe!

    Bloggen zum Geld verdienen ist in der Tat eine der ineffizientesten Weisen, um an den Rubel ranzukommen. Immerhin macht es Spass, wie andere Hobbies auch. Wird es zum Job, ist es eben nur noch ein Job…
    Wir wollen auf jeden Fall bewusst NICHT von unserem Reiseblog leben. Es wäre nicht mehr lustig.

  5. Hey Tim,
    ich denke, es kommt wie überall ganz auf das Thema bzw. Produkt und den Mehrwert an: Es gibt sicherlich schon tausend Blogs zu bestimmten Themen, die sich immer in eine Richtung bewegen, und am Ende alle an der gleichen Stelle treffen. Dass das nicht hinhauen kann, ist ja klar. Wenn man aber in diesem Dschungel, noch ein kleines Eckchen findet, dass nicht besetzt ist, sich aber dennoch in der Sphäre bewegt, die generell großes Interesse erfährt, why not?
    Nur bloggen, da gebe ich Dir recht. Aber den Blog als Sprungbrett benutzen, um in die Materie rein zu schnuppern, und potentielle Kunden für weitere Produkte zu finden, kann doch nicht so verkehrt sein… Man muss ja nicht Jahre warten, bis man ein (aus dem Blog entstehendes) Produkt entwickelt?!

    • Tim Chimoy

      Wenn du einen sehr konkreten Plan und eine Top-Nische hast: Go for it. Ich sage ja bloss, das es Wege gibt, bei dem der finanzielle Erfolg wahrscheinlicher ist und schneller kommt. Aber ich rate nicht pauschal vom Bloggen ab :)

    • Tim Chimoy

      Ich möchte betonen, dass ich dir nie „zum Gegenteil“ geraten habe. Bei dir war es eine andere Ausgangslage – du hattest Einnahmen als freie Journalistin. Eine andere Kiste, als wenn jemand keine Basis hat (oder nur eine ortsabhängige). Außerdem war deine angepeile „Nische“ kein Feld- und Wiesenblog. :-)

  6. Danke Tim, endlich schreibt mal einer was ich seit nem Jahr aufm Schirm habe (nur keine Zeit dazu). Ich unterstreiche alles, auch wenn ich den größten Teil meines Einkommens zur Zeit mit meinem Blog verdiene.
    Ich bekomme auch immer Ausschlag wenn jemand schreibt „Hey, ich habe auch gekündigt, reise jetzt um die Welt und mache einen Blog. Über was weiß ich noch nicht genau…“ Ja wenn es so einfach wäre. Wir wissen alle, wieivlel Arbeit und vor allem Zeit man in solch ein Projekt steckt.
    Ich weiß nicht, wie ich die letzen 2,5 Jahre mit Job und Blog und dem vielen Reisen geschafft habe, Ohne ein festes Einkommen auf das ich jetzt aufbaue in der Grüdungsphase hätte ich es nie gewagt, zu kündigen. Als Grafiker, Online Marketer habe ich aber auch alle Vorteile und das Netzwerk, durch welches ich Aufträge jederzeit generieren kann (wenn ich noch möchte).

    Liebe Grüße nach Thailand und hoffentlich mal bis bald auf nen Gin Tonic!
    Katrin

  7. Hi Tim,

    das was Du schreibst, kann ich voll unterschreiben. Der Vergleich mit der Dampfwalze ist sehr passend. Das Problem gerade beim Bloggen ist, dass einerseits die ZG hauptsächlich unterhalten werden will, aber nur selten bereits ist Geld auszugeben.

    Nicht das man gar kein Geld mit einem Blog verdient, aber wie Tim schon schreibt zu langsam.

    Ich denke, dass viele Blogbetreiber immer mit der Hoffnung leben, dass es mal besser wird, wenn man die oder jene Maßnahme in Angriff nimmt. Und so kommt es, dass es immer wieder ein wenig tröpfelt, dann die Hoffnung nach mehr immer wieder genährt wird.

    Auch ich habe einige Blogs aufgebaut.

    Irgendwann bin ich mal auf das tolle Buch „The One Thing“ von Gary Kellerman gestoßen. Und das hat richtig weitergeholfen.

    Als kleinen „Geheim-Tipp“ kann ich Euch die KOSTENLOSEN RESSOURCEN von ihm anbieten, die meinen Drucker zum Glühen gebracht haben. Die Grafiken aus dem Buch und einige Mindmaps kannst Du Dir hier KOSTENLOS DOWNLOADEN. Das sollte Dir helfen den Fokus zu bekommen. http://www.the1thing.com/resources/tools-and-forms

    In diesem Sinne allen viel Erfolg Dividendenhamster „Henry“ alias René 😉

  8. Hey Tim,
    ich hatte früher einen privaten und nicht kommerziellen Blog und verstehe voll und ganz was du meinst. Nach etwa fünf Jahren habe ich diesen dann nicht mehr gepflegt und letztendlich aufgegeben. Heute führe ich jedoch einen Marketingblog für das eigene Unternehmen und da funktioniert es im Bereich des Content-Aufbaus doch ganz gut.

    Einer deiner besten Punkte ist meiner Meinung nach aber definitiv der, dass du schreibst man solle sich vorher Gedanken machen, ein Konzept erarbeiten um ein „Produkt“ zu erschaffen und dieses zu vermarkten. Alles andere macht im Nachhinein keinen Sinn, egal wie schön der Blog ist. Da stehe ich 100% hinter dir.

    Viele Grüße
    Philipp

  9. Hi Tim

    Genialer Beitrag!

    Endlich wieder einmal ein Beitrag mit Sprache ‚KlarText’!
    Vielen Dank für deine starken Worte und deine Empfehlungen.

    Hab anfangs Jahr ein Affiliate-System und den Zugang für Tools und Videos für 49 Euro gekauft, mit dem ich auch als Unerfahrener schon über 180 Euroa am Tag verdiene.

    Bloggen finde ich etwas wunderschönes, ich bin jedoch auch überzeugt davon, dass es effizientere Wege gibt, online Geld zu verdienen.

    Der junge 25-jährige ist auch ohne Vorkenntnisse gestartet und hat sich im deutschsprachigen Raum zu einem der erfolgreichsten Marketer entwickeln und zeigt in seinem Video, das ich vorgängig angeschaut habe, sogar wie er über 1’800 Euro am Tag im Internet verdient.

    Ich freue mich riesig auf weitere wertvolle Beiträge von dir!

  10. Hallo Tim,

    wirklich gut geschriebener Blogartikel. Bloggen ist ein Marketing-Instrument! Wir steigern uns gerade hinein, in die Welt des Schreibens. Ich führe ein Unternehmen Blog für professionelle Fachübersetzungen. Deine Tipps sind wirklich klasse.

    Ps. Sorry für die Schreibfehlern ich bin Niederländerin.

    Liebe Grüßen,
    Anja

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