Hast du es schon einmal erlebt, im Ausland plötzlich nicht mehr an Bargeld zu kommen? Beispielsweise, weil deine Kreditkarte geklaut wurde, oder weil die Bank deine Karte aus Sicherheitsgründen gesperrt hat? Ich habe beides schon erlebt.

Seitdem habe ich im Ausland grundsätzlich immer mehrere Karten dabei, bewahre diese getrennt voneinander auf und habe darüber hinaus noch einen Backup-Plan.

Ich verteile das Geld für meine Alltagsausgaben immer so, dass alle Konten zumindest mit 1.000 Euro gedeckt sind. So kommt man immer an Geld. Es sei denn, es gibt einen weltweiten Stromausfall, aber dieses Risiko nehme ich einfach mal in Kauf.

Ausprobiert habe ich über die Jahre diverse Anbieter, um im Ausland jederzeit meine Reisnudeln und meinen Karottensaft bezahlen zu können. Comdirect, DiBa, Netbank, DKB, Fidor Bank, Cortal Consors und zuletzt das neue Number26 Konto. Auch diverse Kreditkarten-Anbieter habe ich getestet, unter anderem die Barclays Card, die Amazon Card, sowie die Gebührenfrei-Karte.

Jeder dieser Anbieter hat gewisse Vorzüge, die andere Anbieter wiederum nicht zu bieten haben. Trotzdem gibt es bei einigen Anbietern Vorteile, die für die Zwecke von digitalen Nomaden einfach wesentlich vorteilhafter sind.

Um dir also bei der Planung deiner Bank-Auftstellung als digitaler Nomade ein wenig zu helfen, verrate ich dir in diesem Artikel, welche Lösungen ich nun für mich als die Besten ermittelt habe und mit welchen Banken und Karten ich 2015 und darüber hinaus unterwegs bin.

Wie viele Karten habe ich unterwegs dabei?

Generell gilt: Ich habe immer drei verschiedene Kreditkarten dabei. Eine davon kommt in den Safe (oder in ein gutes Versteck) und die anderen zwei Karten stecken immer in meinem Portmonet. Für die Aufbewahrung der Pins und Zugangsnummern nutze ich übrigens 1Password.

Bei zwei dieser Karten handelt es sich um Kreditkarten meiner Hausbanken, bei der dritten Karte um die Kreditkarte eines Kartenanbieters. Zusätzlich habe ich außerdem immer einen kleinen vierstelligen Betrag auf meinem Paypal Konto, um Unterkünfte und Flüge zu bezahlen, oder eine Notfallreserve schnell und einfach auf ein beliebiges Konto anweisen zu können.

Paypal ist ideal als Notreserve

Angenommen du verlierst wirklich einmal all deine Karten: Dein Paypal Passwort kennst du dann hoffentlich trotzdem noch. Du kannst auf diesem Weg theoretisch problemlos einer beliebigen Person, die du unterwegs kennengelernt hast (während diese zuschaut) einen Betrag X per Paypal überweisen und dir diesen dann Cash auszahlen lassen. Das ist natürlich die absolute Notfall-Option, aber meiner Meinung nach sinnvoll. Hotels helfen auf diese Weise sicher auch gern weiter.

Per Paypal lässt sich Geld in wenigen Sekunden versenden, du kannst es alternativ aber auch jederzeit auf ein eigenes Konto anweisen oder auf Buchungsportalen via Paypal bezahlen.

Private Konten für private Ausgaben

Die Kreditkarte oder die Girokarte für mein Geschäftskonto habe ich nie dabei. Diese liegt an einem sicheren Ort und wird dort auch dauerhaft verbleiben. Stattdessen überweise ich mir monatlich ein Gehalt (bzw. eine sogenannte Privatentnahme) von meinem Geschäftskonto auf eines meiner zwei privaten Konten. So habe ich alles besser im Überblick und komme nicht in die Verführung, direkt auf das Geschäftskonto zuzugreifen.

Auf dem Geschäftskonto habe ich zudem verschiedene Töpfe (bzw. Unterkonten). Etwas, was man beispielsweise bei Fidor-Bank oder Netbank anlegen kann. Sehr praktisch ist dies, um Einkommensströme zu trennen. In einen Topf fließen bei mir z.B. Buch-Einnahmen. In einen weiteren Topf fließen Umsatzsteuer-Rücklagen. In einen dritten Topf fließen Zahlungseingänge aus dem Kundengeschäft. So ist alles schön getrennt.

Meine Karten im Ausland

Aktuell nutze ich drei Karten im Ausland und fahre damit sehr gut. Jede Karte bietet andere Vorteile und ich weiß somit genau, in welcher Situation ich am besten welche Karte einsetze. Das sind die drei Karten, mit denen ich im Ausland sicherstelle, liquide zu bleiben:

Karte 1 – DKB Visakarte

Ja, ja – ich weiß! Die DKB wird bereits auf vielen, vielen Blogs und Webseiten empfohlen – jedoch völlig zurecht. Die DKB Visakarte ist als Karte für Nomaden bisher ungebrochen auf Platz 1 (wirklich völlig unabhängig davon, dass sie auch ein gutes Affiliate-Programm hat). Das Konto ist für Nomaden aktuell schlichtweg die beste Option.

Es werden keine Gebühren für Abhebungen erhoben, egal in welchem Land du steckst und egal, an welchen Automaten du gehst. Sowohl Abhebungen, als auch die Karte und das Konto selbst sind bedingungslos kostenlos.

In einigen Ländern (unter anderem Thailand) erhebt die Bank, die den Geldautomaten stellt, Gebühren (im Falle von Thailand aktuell 180 Baht, das sind ungefähr 5 Euro). Die DKB ist die einzige Bank mit kostenloser Kreditkarte, die diesen Betrag ohne Diskussionen erstattet. Wirklich die Einzige! Allein aus diesem Grund bleibt die DKB das beste Konto für mich.

Von dieser Tatsache einmal abgesehen, ist die DKB eigentlich nicht besser als andere Online-Banken auch. Aber das Erstatten jeglicher Gebühren macht natürlich einen Unterschied. Auch wenn ich die Mitarbeiter(innen) im Telefoncenter etwas unfreundlich finde, das DKB-Konto ist mein Favorit. Hier kannst du direkt ein DKB Konto beantragen.

Karte 2 – Number26 Masterkarte

Neben dem DKB Konto (inkl. der dazugehörigen Visakarte) nutze ich aktuell das Konto von Number26. Dieses Startup ist erst vor wenigen Monaten gelauncht und steckt noch in den Kinderschuhen. Trotzdem bin ich von vielen Features dieses App-Kontos begeistert. Man kann so ziemlich alles, was man mit seinem Konto anstellen möchte per Smartphone-App steuern. Überweisungen machen, Geldbewegungen checken, alles mit wenigen Klicks erledigt.

Zudem kann man auch mit der Number26 Mastercard (die übrigens ziemlich schick aussieht) weltweit kostenfrei Geld abheben. Aber Achtung, hier kommt der Haken: man bekommt von der Bank des Automaten erhobene Gebühren (wie z.B. in Thailand) ausdrücklich nicht erstattet. Ich habe mehrfach nachgefragt. Zudem sind die Wechselkurse schlechter.

Somit ist das Number26 Konto zwar sehr innovativ, und aktuell auch mein 2. Favorit, aber die DKB schlägt aufgrund der bedingungslosen Gebührenerstattung aktuell kein anderes Angebot. Was an Number26 allerdings sehr nomadenfreundlich ist: Man kann die Legitimation bei der Kontoeröffnung virtuell via Webcam erledigen.

Karte 3 – Gebührenfrei Masterkarte

Mit der Gebührenfrei-Masterkarte bekommt gleich einfach mal so direkt ein Kreditlimit von 5.000,- Euro eingeräumt. Die Überziehungsgebühren sind unverschämt hoch, wer also mit einem hohen Kreditrahmen nicht umgehen kann, der lässt hier besser die Finger davon. Auch das Abheben von Bargeld ist mit dieser Karte wirklich sehr teuer.

Jedoch bietet die Karte einen anderen großen Vorteil: Wenn man Dinge direkt mit der Kreditkarte bezahlen möchte, dann sind die geringen Gebühren dieser Karte absolut unschlagbar. Daher kann man am besten die DKB-Karte zur Abhebung von Bargeld nutzen, aber die Gebührenfrei Mastercard zur Bezahlung direkt mit der Kreditkarte.

Wichtig ist nur, dass man in Anspruch genommene Kredite sofort am Monatsende wieder ausgleicht, da es sonst teuer wird. Zudem kann man bei dieser Karte keinen Lastschrifteinzug einrichten, muss also selbst daran denken, monatlich die Rechnung auszugleichen. Für mich ist die Gebührenfrei Kreditkarte eine gute Drittkarte, die man für Kartenzahlungen nutzen kann, wenn Paypal einmal keine Option ist. Für Bargeldabhebungen ist diese Karte nur im absoluten Notfall geeignet.

Das waren meine Tipps. Wie orgnisierst du dein Geld auf Reisen oder bei längeren Auslandsaufenthalten? Ich freue mich auf weitere Ideen, Anregungen und Tipps in den Kommentaren.

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

5 Antworten zu “So mach ich’s! Bargeld und Karten für digitale Nomaden im Ausland”

  1. Hallo Tim,

    vielen Dank für die hilfreichen Tipps!
    Wir hatten hier in Japan auch Geldprobleme, als unsere Karte nicht mehr ging. Auch Online-Banking war nicht mehr möglich, weil das bei mir nur per Handy funktioniert, deutsche Handys in Japan aber netzbedingt nicht.

    Unsere Notlösung war dann, uns von unseren Eltern Geld per Western Union schicken zu lassen. Wirklich nicht ideal, aber wir haben keinen besseren Weg gefunden, wieder an Bargeld zu kommen. Jetzt versuchen wir Unterkünfte so oft wie möglich mit Paypal zu bezahlen. Das ist nämlich wirklich das einzige, das noch geht 😉

    Wenn ich wieder zurück bin, muss ich mir auch mal die DKB anschauen, die wird ja wirklich ÜBERALL empfohlen 🙂 Leider ist es als Student ohne festen Einkommensnachweis nicht so einfach, an eine Kreditkarte zu kommen. Bisher wurde ich fast überall abgelehnt.

    Übringes, dein E-Book-Paket klingt echt super! Das habe ich mir gleich mal geholt (zum Glück kann man es ja mit Paypal bezahlen 😉 ). Bin schon sehr gespannt!

    Viele Grüße
    Christin

    • Hi Christin,

      Danke für deinen Kommentar. Western Union ist auch eine gute Notfall-Option. Jedoch eher die Notfall-im-Notfall Variante, wenn wirklich gar nichts mehr geht 🙂 Schau dir die DKB mal an, ich denke dass du dort schon eine Kreditkarte bekommen wirst, solange du keinen großen Kreditrahmen willst. Freu mich, dass du dir das Buchpaket besorgt hast und hoffe, es gefällt dir. :)) Dir eine wunderbare Zeit in Japan. Wr noch nie da aber würd gern mal hin… Happy Day! Tim

  2. Hi Tim,
    Danke für die ganzen Tips!
    Ich mach’s ähnlich und verteile alles auf verschiedene Konten und Karten.
    Das hilft, wenn der Automat die Karte nicht wieder ausspuckt (ist mir grad in Ubud passiert), oder wenn das Handy wochchenlang kein Netz hat, und daher die sms mit den TAN Nrn nicht ankommt…
    Mit der DKB hab ich keine guten Erfahrungen gemacht. Sehr unfreundlich. Schön das du das auch erwähnt hast, auch wenn dann vielleicht ein paar Leute weniger auf deinen Link klicken 😉

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