Na, Was denkst du? Was ist der wichtigste Schritt, wenn man ein ortsunabhängiges Business aufbauen oder weiter ausbauen möchte? Die Antwort könnte aus meiner Sicht nicht einfacher sein.

Sie lautet: sich mit anderen ortsunabhängigen Unternehmern zu vernetzen.

Klar, Durchhaltevermögen und Motivation sind auch sehr wichtig. Sie kommen für mich aber trotzdem erst an zweiter Stelle. Ein gutes Netzwerk hat gleich eine ganze Kette von Vorteilen.

Als ich im Dezember 2011 in das „Abenteuer Selbstständigkeit“ gestartet bin und digitaler Nomade werden wollte, gab es nur mich, meine Träume und eine Handvoll englischsprachiger Blogs, die sich mit dem Thema Ortsunabhängigkeit befassten.

Die internationale Bewegung der „digital nomads“ steckte damals noch in den Kinderschuhen und dass sich daraus über die Zeit auch eine kleine deutschsprachige Bewegung entwickeln würde, das war damals noch völlig unvorhersehbar.

Das erste Jahr meiner Selbstständigkeit probierte ich viel aus. Ich kreierte digitale Infoprodukte, startete einen Ernährungsservice und diverse Blogs, aber nichts zog ich dabei am Ende so richtig durch. Nur ein Projekt gab ich nie auf und führte es nebenher immer weiter: Diesen Blog.

In dieser Zeit lernte ich unheimlich viel im Bereich Online-Marketing. Trotzdem gelang es mir nicht, davon zu leben. Meine freiberufliche Tätigkeit als Gelegenheits-Architekt sorgte dafür, dass ich irgendwie finanziell über die Runden kam.

Mir fehlte der Mut, mich klar zu Fokussieren

Dass meine Versuche nicht dazu führten, mir im Netz ein richtiges Standing aufzubauen, lag rückblickend in erster Line daran, dass ich keinen Mut hatte, „all in“ zu gehen und mein Mindset noch nicht völlig geändert hatte. Ich hatte zu oft Selbstzweifel an mir und meinem Weg und mein Umfeld hielt mich für verrückt. Ich hatte noch nicht all meine alten Gewohnheiten abgelegt.

Erst im Frühjahr 2013 änderte sich eine Menge für mich. Ich zog nach Berlin, gründete eine deutsche Facebook-Gruppe zum Thema digitales Nomadentum und lud in die Gruppe ein paar Menschen ein, die ich durch das Bloggen kannte.

Aus dieser Gruppe ergab sich im Juni 2013 ein Treffen auf dem Tempelhofer Feld in Berlin. Dabei waren damals unter anderem auch Feli Hargarten & Marcus Meurer von der DNX, Conni Biesalski von Planet Backpack, Johannes Völkner von WebWorkTravel und Patrick Baumann von Heldenleben. (Die anderen Teilnehmer des Treffens bloggen nicht, aber sind ebenso spannend.)

Ich möchte nicht sagen, dass allein dieses eine Treffen für all die tollen Dinge verantwortlich ist, die danach geschehen sind. Aber es hat ohne jeden Zweifel einiges angestoßen. Es war für mich eine Art Startschuss.

Der Startschuss einer intensiven On- und Offline-Vernetzung mit Menschen, die ähnlich ticken wie ich. Menschen, mit denen ich Werte und Lebensziele teile, die auch ihr Einkommen online verdienen oder auf dem Weg dahin sind und maximale örtliche Freiheit gewinnen möchten. Digitale Nomaden eben.

Ja, man kann auch Online schon eine Menge „Networking“ betreiben. Aber glaube mir, persönlich bekommt es eine ganz andere Ebene und kann vom reinen Networking auch einfach zu Freundschaften werden. Kann es, muss es natürlich nicht. Trau dich aber unbedingt öfter hinter deinem Bildschirm hervor und treffe echte Menschen!

Mir gab mein Netzwerk letztendlich auch den Mut, mehr zu riskieren, denn daran war ich ja zuvor gescheitert. Gleichgesinnte verstehen dich eben besser und du kannst Kraft tanken, um mehr Mut zu entwickeln und nicht von Projekt zu Projekt zu springen, weil du an keines so richtig glaubst.

Unsere Facebook-Gruppe begann einmal mit 6 Personen, hat diese Woche die 1.000er-Grenze gesprengt und wächst fleissig weiter. Das Networking in der Gruppe beschränkt sich nicht auf die virtuelle Gruppe selbst. Es gibt regelmäßige Treffen und Verabredungen einzelner Mitglieder.

Es gibt viele neue Blogs zum Thema digitale Nomaden und ortsunabhängiges Arbeiten, wie zum Beispiel TravelWorkLive, WirelessLife, I am Digital oder Officeflucht. Conni, die den meist gelesenen Reiseblog Deutschlands aufgebaut hat, hat ihrem Blog mittlerweile ebenfalls einen neuen Fokus gegeben und schreibt vor allem über das ortsunabhängige Leben als digitale Nomadin.

Aus unserem Treffen auf dem Feld, sowie einer tollen Idee und viel Einsatz von Feli und Marcus erwuchs zudem auch die erste Konferenz für digitale Nomaden, die DNX. Heute ist sie nicht nur ein etabliertes Event, sondern ein gesundes Business. Erst letztes Wochenende trafen wir uns alle wieder auf der 3. DNX mit fast 500 Teilnehmern. Ich stand dort neben vielen anderen tollen Speakern auch wieder auf der Bühne. Im Foyer lief derweil das Networking auf Hochtouren.

Übrigens: Nie hätte ich noch vor 3 Jahren gedacht, dass ich einmal Spaß am Public Speaking entwicklen könnte. Heute liebe ich es und werde auch in Zukunft häufiger noch auf Bühnen zu finden sein. Mein erster gebuchter Speaking-Gig steht im Herbst an und ich hoffe, daraus ergibt sich noch viel mehr.

Auch bei mir ist in den letzten Jahren so unendlich viel passiert. Mein Earthcity Blog, welcher immer nur „so nebenher“ mitlief, hat nun endlich Fahrt aufgenommen und erfreut sich über stark wachsende Leserzahlen. Ohne ein solides Netzwerk undenkbar. Ich habe mehrere erfolgreiche Bücher geschrieben und konnte meine freiberufliche Tätigkeit als Einzelkämpfer in einen Productized Service überführen, bei dem ich mich aus vielen Arbeitsabläufen zurückziehen konnte. Das wäre ebenfalls niemals ohne ein gutes Netzwerk passiert.

Vernetzung mit Gleichdenkenden ist alles

All dies wäre NIEMALS, ich wiederhole NIEMALS geschehen, wenn ich nicht irgendwann erkannt hätte, wie wichtig Vernetzung ist und mein Netzwerk seither konsequent erweitert hätte.

Ich möchte nicht behaupten, dass dies das alleinige Erfolgskriterium war. Es gibt noch viele weitere Dinge, die eine Rolle spielen. Aber es war ohne Zweifel das Wichtigste. Vernetzen, voneinander lernen und gegenseitig unterstützen ist so unglaublich wertvoll.

Schau dir das Prinzip in Bezug auf das Bloggen an: Ein einzelner Blogger hat keine Chance, wenn er sich kein Netzwerk mit Gleichgesinnten aufbaut, andere Blogger unterstützt, diese verlinkt und man sich mit ihnen darüber austauscht, was gut funktioniert und was nicht. Dieses Prinzip gilt GENAU so für jeden anderen Unternehmer. Egal, welches Businessmodell du verfolgst.

Geben ist nicht nur seliger denn nehmen, geben ist wie ein Boomerang, es kommt immer zu dir zurück. Zudem schafft es ein Klima, das allen Spaß macht und Konflikte gar nicht erst entstehen lässt. In solch einem Klima macht Arbeiten einfach Spaß.

Warum erzähle ich dir all das?

Ich will, das auch du anfängst, dich noch stärker zu vernetzen. Damit meine ich nicht, 100 verschiedene Menschen auf diversen Events, wie z.B. der DNX, anzusprechen und massenweise Businesskarten zu verteilen. Solche Events sind super. Aber auch auf Events gilt: Less is more. Viele Gesichter davon hast du am Ende eh wieder vergessen, wenn ihr nur kurz miteinander sprechen könnt. Nimm dir Zeit. Statt auf Masse zu setzen, solltest du lieber auf Klasse setzen.

Befreunde dich mit Menschen, die ähnliche Dinge machen und mit denen du auch persönlich klickst. Lerne Menschen intensiver kennen, die so wie du leben und arbeiten, und auch menschlich mit dir auf einer Welle schwimmen. Gründe Mastermind Gruppen.

Genau dieses entspannte Vernetzen haben wir übrigens auch vor auf dem einwöchigen Sun Retreat in Bangkok und Ko Samet im November dieses Jahres. In einer Gruppe von maximal 10 ortsunabhängigen Selbstständigen wollen wir gegenseitig unser Wissen austauschen, uns langfristig unterstützen, aber uns zum anderen auch einfach kennenlernen, anfreunden, Spaß haben und einfach eine gute Zeit verbringen.

Denn darum machen wir das doch alle letztendlich, oder? Wir wollen wachsen, ein gutes Business aufbauen, aber vor allem auch das Leben genießen können – und zwar jetzt, und nicht erst in 30 Jahren.

Das Retreat ist die perfekte Gelegenheit, um Networking und Austausch etwas intensiver und persönlicher anzugehen und gleichzeitig wunderbar zu entspannen. Aber keine Sorge, ein wenig Zeit zum Arbeiten bleibt nebenher auch. Wir haben sogar einen eigenen Workspace mit Meerblick. In Bangkok wohnen wir in einem wunderschönen Designhotel. Auf die Insel werden wir mit einem privaten Speedboot gefahren und wohnen in einem kleinen, gemütlichen Resort.

Weitere Infos zum Retreat findest du hier. Um am Retreat teilzunehmen, musst du zuerst einen kleinen Fragebogen ausfüllen, denn wir wollen unbedingt sicherstellen, dass die Gruppe sich gut ergänzt und jeder in etwa auf dem gleichen Stand ist.

Aber auch wenn dir das zu weit ist oder du keine Lust auf Thailand hast, dann kannst du heute loslegen und in deiner Homebase oder überall auf der Welt Menschen kennenlernen, die ähnlich ticken wie du.

Hör auf, im stillen Kämmerlein an deinem Freiheits-Business zu basteln. Geh raus, triff Menschen und wachse gemeinsam mit ihnen. Gemeinsam geht alles leichter.

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

18 Antworten zu “Wie wichtig ist Networking wirklich? Eine Geschichte”

  1. Hi Tim,

    auch, wenn ich Vollzeit angestellt bin und nicht vorhabe das zu ändern, so kann ich der Kernaussage nur beipflichten. Die Vernetzung ist so wichtig.

    Ich war in der vergangenen Woche auch auf der DNX und da ich aktuell meinen Vollzeit-Lifestyle nicht ändern will, war das Programm nur teils interessant für mich. Was mir aber bleiben wird, sind die tollen Menschen, die ich treffen durfte und die inspirierenden Gespräche und der Kontakt im Anschluss. War auch schön, dich kurz beim Verlassen des Networking-Events noch zu sehen.

    Viele liebe Grüße
    Tanja

    • Tim Chimoy

      Hi Tanja, Danke für deinen Kommentar. Schön, dass du die Kernaussage auch aus der Sichtweise einer Angestellten unterstreichen kannst. Ein Netzwerk nützt einem wohl in jeder Lebens- und Arbeitslage 🙂

      Hoffe beim nächsten Mal bleibt mehr Zeit zum Reden. Alles Liebe! Tim

  2. Hallo Tim,

    fand deine Mail schon total super, denn du hast vollkommen recht. Das Vernetzen ist so wichtig. Am Anfang fiel es mir noch etwas schwer einige Leute anzuschreiben, die ich wirklich nur aus dem Internet kenne. Aber wenn man einmal diesen Schritt gewagt hat merkt man, dass auch das gar nicht so schlimm ist.

    außerdem finde ich es echt toll, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

    Danke für den Artikel!

    Liebe Grüße,
    Sabrina

  3. Man sieht sich ja immer zweimal. 🙂

    Beim nächsten Mal „störe“ ich einfach früher, du bist so gut im Netzwerken, dass du nie alleine anzutreffen warst 😉

    Viele Grüße
    Tanja

  4. Hey Tim,

    danke für diesen straighten Beitrag – ich bin mir sicher, dass viele das Networking noch unterschätzen und als nicht so wichtig erachten! Wir haben auf jeden Fall vor, uns breit zu vernetzen, um sowohl gleichtickende Menschen kennenzulernen als auch mehr zu erreichen!

    Liebe Grüße, Feli

  5. Hey Tim,

    danke für diesen straighten Beitrag – ich denke, dass viele die Bedeutung des Networking (noch) stark unterschätzen! Wir haben auf jeden Fall vor, uns noch mehr zu vernetzen, um sowohl viele tolle, gleichtickende Leute kennenzulernen als auch insgesamt mehr zu erreichen!

    Liebe Grüße, Feli

  6. Hallo Tim,

    es ist gar nicht so leicht zu netzwerken. Vor Allen am Anfang wenn man gleichgesinnte digitale Nomaden noch nicht in seinem Unfeld hat. Leider bin ich nicht bei Facebook und sehe FB persönlich als Zeitverschwendung. Daher werde ich dort auch keine digitalen Nomaden kennenlernen. Natürlich ist es erfreulich das die Mitglieder dort mittlerweile in deiner Gruppe 1000 erreicht hat. Was noch interessant wäre zu wissen ist, auf welchen anderen Wegen du zum Beispiel noch digitale Nomaden kennengelernt hast bisher außer durch FB ? Hast du vielleicht am Anfang direkt Blogger angeschrieben etc. ?

    LG

    • Tim Chimoy

      Hallo Produkttestfamilie,

      Facebook ist nur dann Zeitverschwendung, wenn man es falsch nutzt. Wenn du es als ENtertainmentkanal nutzt, dann ist es ein Zeitfresser. Wenn du es rihtig einsetzt, ist es schlichtweg ein gut aufgeräumtes Kommunikations- und Selbstvermarktungstool. Aber auch wenn du FB nicht magst, gibt es viele tolle Events auf denen du Gleichgesinnte treffen kannst. Die DNX zum Beispiel, oder die zahlreichen lokalen Treffen.

  7. Hey Tim,

    ich kann mich dir nur umfassend anschließen. Viele Erfolge die ich erreicht habe, sind auf mein Netzwerk zurück zu führen. Ich habe immer gedacht, ich könnte nicht netzwerken, bis ich gemerkt habe, das ich es schon die ganze Zeit mache.
    Jetzt wo ich mir dessen bewusst bin, hat es noch einmal eine ganz andere Stufe erreicht.
    In diesem Sinne: lass uns auf der nächsten DNX treffen! 😉

    Lieben Gruß

    Benny

  8. Lieber Tim,

    auch meine Erfahrung bestätigt, dass das Netzwerk enorm wichtig ist. Wie du auch beschreibst liegt es an der Qualität. Menschen persönlich kennenlernen, austauschen, Freundschaften schließen. Dabei ist es mir auch wichtig, dieses Netzwerk ohne „Hintergedanken“ aufzubauen, sodass Geben und Nehmen im Gleichgewicht sein kann.

    Immer wieder sehe ich, wie Blogger, Selbstständige ein Produkt veröffentlichen und erst dann auf die Idee kommen, ein Netzwerk aufzubauen –> sozusagen sofort mit einer Forderung in Kontakt treten.

    In diesem Sinn: Egal wie weit man auf seinem Weg ist, mit dem Netzwerk-Aufbau kann man nicht früh genug anfangen.

    DANKE
    Alles Liebe
    Robert

    • Tim Chimoy

      Lieber Robert,

      ein super Punkt. Man sollte sein Netzwerk definitiv nicht direkt als Verkaufskanal angehen, das ist die falsche Strategie. Geben, Geben, Geben, irgendwann auch mal Nehmen … da bin ich bei dir 🙂

      Liebe Grüße, Tim

  9. Mareike

    Hallo Tim,

    danke für diesen hilfreichen Artikel.
    Ich bin noch ganz am Anfang meiner Reise zur digitalen Nomadin und habe keine Gleichgesinnten in meinem Umfeld. Die meisten meiner Freunde und Familie glauben eher, dass ich spinne und ich mir „was vernünftiges “ suchen soll. Das hält mich sehr zurück. Wenn ich schon im Austausch mit Gleichgesinnten stehen würde, wäre ich sicherlich schon viel weiter auf meinem Weg ins Online Unternehmertum.
    Dein Artikel hat mir auf jeden Fall nochmal die Augen geöffnet. Jetzt heißt es Gleichgesinnte im schönen Rheinland zu finden! 🙂

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