Prioritäten sind alles. Ich bin der festen Überzeugung, dass du durch Prioritäten deine Ziele wesentlich schneller erreichst. In diesem Artikel erkläre ich dir, warum.

Licht kann einen Stahlträger zerschneiden. Zumindest, wenn es extrem gebündelt wird. Genannt wird das Ganze dann Laser, ist aber am Ende immer noch Licht.

Dein gebündelter Fokus auf eine Aufgabe, ein Ziel, eine Entscheidung, sogar auf eine bestimmte innere Einstellung, kann genau so kraftvoll sein. Ohne den Fokus tröpfelt alles nur so vor sich hin.

Klare Prioritäten ermöglichen dir diesen Fokus. Wenn du etwas mit höchster Priorität einstufst, dann richtest du deinen gedanklichen Laserstrahl auf genau diese eine Sache. Du entwickelst eine unglaubliche Kraft, die dir ermöglicht, Ziele zu erreichen, die andere Menschen niemals erreichen würden.

Die wenigsten Menschen haben Prioritäten, sondern versuchen, alles irgendwie gleichzeitig hinzubekommen. Ich will dir ein paar Beispiele geben, wie sich Prioritäten auswirken können.

Drei Businessideen gleichzeitig umsetzen

Wer Angst hat, dass seine Businessidee doch nicht so gut ist und Angst vorm Scheitern hat, der startet womöglich 3 Dinge gleichzeitig – nur um sicher zu gehen. Somit bleibt aber auch nur 1/3 der eigenen Energie pro Businessidee übrig. Durch das „hin und her“ sogar womöglich noch viel weniger, denn fehlender Fokus raubt auch zusätzlich Energie.

Mir ging es oft auch so. Ich habe an eine Idee nicht so richtig fest geglaubt, und sie nur halbherzig verfolgt. Das Ergebis: Mäßige Ergebnisse. Wenn du eine Idee umsetzen willst, dann fokussiere dich auf diese Idee, glaube an sie, und fahre sie im Zweifel lieber völlig vor die Wand, als es nicht wirklich mit ganzer Kraft versucht zu haben.

Zufriedenheit beginnt im Kopf

Auch auf zwischenmenschlicher Ebene ist Fokus wichtig. Fokus auf sich selbst. Wer sich zu sehr auf die Probleme Anderer fokussiert, der verschwendet unnötig Energie. Zumindest, wenn es um Banalitäten geht.

„Das ist ein Radweg“ schreit mich von links eine erboste Radfahrerin an, die mich mit einem affenzahn beinahe umgefegt hätte. „Runter vom Gehweg“ fiepst mich ein paar Stunden später eine ältere Dame von der Seite an, nachdem ich mit meinem Rad 2 Meter zu weit auf den Gehweg gerollt bin.

Recht haben sie ja. Ich habe die Regeln gebrochen. Versehentlich bin ich zu Fuß auf dem Radweg gegangen und mit dem Rad auf dem Gehweg gefahren. Aber warum bloß verspüren diese Menschen so einen inneren Drang, mir mein Fehlverhalten mitzuteilen? Wem ist damit geholfen, außer, dass sie damit schlechte Laune verbreiten?

Sie legen ihren Fokus nicht auf sich selbst und die Dinge, die in ihrer Macht liegen. Sie konzentrieren sich auf andere Menschen und versuchen so, ihre schlechte Laune bei Anderen abzuladen. Erfolglos. Wer die Priorität auf sich selbst legt, der bekämpft diese Unzufriedenheit an der Wurzel, und kümmert sich nicht im Banalitäten anderer Menschen, auch wenn man dafür mal zwei Schritte mehr in Kauf nehmen muss.

Erfolgreich im Job, aber ein langweiliges Leben?

Ich kenne Menschen, die in ihrem Berufsleben extrem erfolgreich waren. Zumindest wenn man ein hohes Einkommen persönlich als Erfolg definiert, was ja in der Regel der Fall ist. Ihre Priorität war immer der Job. Keine Kompromisse. Erfolg definierte sich allein über die Karriere.

Heute haben sie einen Haufen Geld. Auf dem Weg haben sie aber verlernt, ihr Leben so richtig zu genießen. Der lebenslange Fokus auf die Arbeit hat ihnen den Bezug zu sich selbst, dem eigenen Körper und ihrem Inneren geraubt.

Sie haben ihre eigenen Ziele im Leben erreicht und klare Prioritäten gehabt. Zugleich zeigt es aber auch, dass andere Bereiche darunter gelitten haben. Ein Laserstrahl kann immer nur eine Sache fokussieren.

Keine Zeit für Sport

Ich trainiere seit meinem 18. Lebensjahr, aber habe zwischendurch immer mal wieder Pausen gemacht oder die Intensität heruntergeschraubt. 17 Jahre, das ist eine verdammt lange Zeit. So richtig fit habe ich mich trotzdem nie gefühlt.

Meine Ziele habe ich nie vollständig erreicht, denn wenn ich mal viel Arbeit hatte, dann bin ich nicht hingegangen. Meine Prioritäten lagen woanders (oder ich hatte überhaupt keine).

Letztes Jahr habe ich dem täglichen Krafttraining höchste Priorität gegeben. Egal, wie viel Arbeit auf mich gewartet hat. Egal, was ich Tolles an dem Tag vorhatte: eine Stunde am Tag war jeden Tag für Krafttraining reserviert. 6 Tage die Woche. Dieser Fokus hat innerhalb weniger Monate dazu geführt, dass ich meine Ziele erreichen konnte.

Was will ich damit sagen?

Es gibt sie nicht, die eierlegende Wollmilchsau. Wer richtig gute Ergebnisse in einer Sache erzielen will, muss sie zur Priorität machen, und Energie von anderen Dingen abziehen. Kompromisse gehören zum Leben.

Prioritäten können sich immer wieder während des eigenen Lebens verändern. Aber man sollte welche haben, um die eigenen Ziele zu erreichen, sich zugleich aber auch bewusst sein, dass andere Dinge darunter leiden werden.

Wo liegen deine Prioritäten?

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

2 Antworten zu “Laserscharf: Die unglaubliche Kraft der Prioritäten”

  1. Wie wahr, wie wahr.

    Ich erwische mich auch oft dabei, dass ich versuche an mehreren Baustellen zu arbeiten. Vorallem in unserer heutigen Leistungsgesellschafft musst du am besten alles können.

    Multitasking!

    Viele meinen, dass man damit schneller ans Ziel kommt. Das ist aber nicht der Fall. Im Gegenteil. Wer seinen Fokus auf mehrere Dinge richtet, wird auch auch nur mittelmäßigen Erfolg in jedem Bereich haben.

    Deswegen, wie du so schön geschrieben hast, Prioriäteten sezten.

    Danke Tim!

    Liebe Grüße,
    Dominik

  2. Hallo Tim,

    ein sehr inspirierender Artikel! 🙂 Da stimme ich 100% zu: Alle Dinge gleichzeitig anpacken zu wollen führt nur dazu, dass man eben auch alles nur „halb“ anpacken kann. Und am Ende ist man immer frustriert, weil sich nie ein richtiges Erfolgserlebnis einstellt.

    Gerade unsere Kunden – Gründer, Kleinunternehmer, Freelancer – bringen so viel Motivation und Engagement mit, dass sie ein Projekt nach dem anderen starten. Und verlieren dabei dann oft ihr eigentliches Ziel aus den Augen.

    Darum haben wir von Debitoor eine praktische How-To-Do Anleitung zum Thema „Erfolgreich Prioritäten setzen mit der ABC-Analyse“ geschrieben. Vielleicht ist er ja eine gute Ergänzung zu deinem Artikel? https://debitoor.de/gruenderlounge/unternehmensgruendung/die-abc-analyse-so-setzt-du-erfolgreich-prioritaeten

    Die ABC-Analyse ist natürlich nur eine von vielen Priorisierungs-Methoden. Mit welchem Prinzip seid ihr denn bisher gut gefahren? Vielleicht möchte ja noch jemand seine Idee teilen 🙂

    VG Andrea

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