Nomaden, Volksstämme und Co

„Ihr Leben ist unbekannter als das der primitiven Volksstämme, deren Sitten die Angestellten in den Filmen bewundern.“

Diesen Satz schrieb der Soziologe Krakauer bereits in den 1930er Jahren und bezog sich damit auf das Leben der Menschen in Festanstellung.

Was er damit vermutlich sagen wollte: Die Entfaltungsmöglichkeiten innerhalb einer Festanstellung sind … meist eher mager.

Der Feierabend dienst ausschliesslich der Erholung. Selbstverwirklichung ist in den zeitlichen Fenstern einer Festanstellung relativ schwierig.

Wie kommt man also heraus aus dieser Misere?

Es gibt eine einfache Lösung: Werde selbstständig und arbeite ortsunabhängig als digitaler Nomade. Wir versprechen dir Glück, Zufriedenheit und Selbstverwirklichung. Wir sind quasi die „Glücksbärchis“ der Blogosphäre.

Nur Spaß. Ich habe ein kleeein wenig übertrieben. Niemand kann (und will) dir Glück und Zufriedenheit versprechen.

Das diese trügerischen Versprechen gegeben werden, wurde aber in den letzten Wochen hier und da in Artikeln und Kommentaren unterstellt. Die Kritik lautete, dass die digitalen Nomaden (oder zumindest die Blogger unter ihnen) dabei versuchen würden, die Leser zum Nomadentum zu ‚bekehren‘. Wir würden den Lesern ein Heilsversprechen geben, welches natürlich nicht erfüllbar ist.

Stimmt – erfüllbar ist ein solches Versprechen sicher nicht. Jedoch kenne ich auch niemanden, der dieses Versprechen tatsächlich abgegeben hätte. Wer dies tut, ist ein Scharlatan.

Manche Menschen würde ein ortsunabhängiger Lebensstil vermutlich sogar in den Abgrund einer Depression reißen. In Köln würde man dazu sagen: „Jeder Jeck ist anders.“ Das Glück findet jeder auf seine Weise.

Was vielleicht als Bekehrung verstanden wird, ist in meinem Fall vielmehr meine eigene Begeisterung für diesen Lebensstil. Mich hat er glücklicher gemacht. Davon erzähle ich. Für viele andere Menschen ist dieser Weg jedoch sicher der vollkommen falsche.

Ich selbst bezeichne mich als einen digitalen Nomaden. Ich blogge über dieses Thema, weil es mich fasziniert. Ich lebe das, was ich schreibe, auch selbst. Aus (wachsender) Überzeugung.

„Digital“ bin ich dabei ohne Zweifel. Mein Geld verdiene ich zum Großteil ortsunabhängig und hauptsächlich über das Web – also digital.

Was haben digitale Nomaden mit Kamelen am Hut?

Ob das Wort „Nomade“ passend ist, ist in der Tat fraglich – da gebe ich gerne recht. Aber: unpassende Begriffe und Synonyme gibt es im allgemeinen Sprachgebrauch häufiger. Bei einem „Shitstorm“ legt den Begriff auch niemand auf die Goldwaage. Aber sogar unsere werte Bundeskanzlerin hat diesen Begriff mittlerweile in ihr Vokabular aufgenommen.

Ich habe ein zuhause und bin nur einige Monate im Jahr unterwegs. Mit Wüstenvölkern habe ich wenig zu tun.

Der Begriff kommt aber nicht aus dem Nichts. Im Englischen hat sich der Terminus „digital Nomad“ schon längst in der Blogosphäre etabliert und wurde so irgendwann in die deutsche Reise- und Lifestylebloggerszene getragen.

Im deutschsprachigen Raum fasste Sascha Lobo jedoch schon vor 7 langen Jahren – also 2006 – die ortsunabhängigen Webworker unter dem Begriff „digitale Bohéme“ zusammen und verbreitete diesen Begriff in der noch jungen deutschen Blogosphäre. Hier stand der Reiseaspekt nicht so sehr im Vordergrund, aber es war im Grunde nichts anderes.

Markus Cerenak, Lifestyle-Blogger (und seit Neuestem auch ‚Übers Bloggen-Blogger‘) hat einfach seinen eigenen Begriff etabliert und nennt sich selbst „digitaler Vagabund“. Auch eine schöne Titulierung. Gegen eine Verbreitung des Begriffs im deutschen Sprachraum hätte ich nichts einzuwenden.

Ich gebe zu, dass der Begriff des Nomaden durchaus missverständlich und teilweise auch unpassend ist. Oben genannte Alternativen beschreiben mitunter besser, worum es geht. Denn der Begriff des digitalen Nomaden beschreibt absolut nicht nur jene, die ständig nomadisch unterwegs sind und kein zuhause haben.

Auch der Wikipedia-Artikel zu „digitale Nomaden“ setzt den Terminus gleich mit dem des ortsunabhängigen Webworkers. Es ist das Gleiche. Wenn du bei Mutti am Küchentisch Webseiten programmierst und selbiges aber auch an einem brasilianischen Strand tun könntest, dann BIST DU EIN DIGITALER NOMADE. Punkt.

Der Begriff ‚Nomade‘ scheint mir aber bereits zu etabliert, als das wir da noch einmal das Ruder rumreißen könnten. Digitale Nomaden sind eben moderne Nomaden, die nicht mit ihren historischen Wüsten-Vorgängern vergleichbar sind.

Wichtig ist am Ende doch nur, worum es geht: Als ortsunabhängiger Webworker kannst du deinen Aufenthaltsort frei wählen. Dies führt dazu, dass die meisten ‚digitalen Nomaden‘ sich hierfür Orte aussuchen, die besonders lebenswert sind und im besten Falle auch noch günstig.

Wieviel reisen digitale Nomaden nun wirklich?

Einige jener, die sich digitale Nomaden nennen, Reisen auch viel und gern. Wenn es aber vielmehr dein Ding ist, am Küchentisch bei Mutti zu arbeiten, dann ist auch das völlig okay.

Klar, es gibt ortsunabhängige Webworker, die tatsächlich Dauerreisende sind und ständig ihren Aufenthaltsort wechseln. Doch sind diese sind nicht der Normalfall.

Ich kenne mittlerweile viele digitale Nomaden aus aller Welt und somit auch die verschiedensten Varianten dieses Lebensstils. Und glaube mir, es gibt zahlreiche Varianten.

Digitale Nomaden sind nicht gleichzusetzen mit Reisebloggern. Ganz im Gegenteil! Klar, es gibt einige Nomaden (inklusive mir) die darüber bloggen – die Mehrzahl hat aber mit Bloggen nix am Hut. Sie arbeiten als Programmierer, Webdesigner, Unternehmer und vieles mehr.

Es gibt digitale Nomaden, die ganze Unternehmen aufgebaut haben. Selbst das geht heutzutage weitestgehend ortsunabhängig. Man kann Waren in Asien produzieren lassen, übers Web verkaufen und dabei alle Prozesse outsourcen.

Andere Nomaden haben Bücher veröffentlicht, es sind viele Bestseller darunter. Die Möglichkeiten sind unendlich vielfältig.

Die Nomaden, die aber am erfolgreichsten sind, in dem was sie tun, haben eigentlich immer etwas, das sie oft selbst als „Homebase“ bezeichnen. Ein zuhause mit sozialem Umfeld, in welchem sie zumindest einige Monate im Jahr verweilen. Man könnte sagen: Es gibt unter dem Nomadenvolk durchaus auch Ameisenhaufen – Orte, wo richtig was abgeht. Berlin, Saigon, Chiang Mai, Buenos Aires… alles Nomaden-Hotspots.

Digitale Nomaden arbeiten zudem meist sehr effizient. Effizienz wird unter dem Heer der Ortsunabhängigen gern und oft diskutiert. Nur weil man sich also zum Ziel macht, seine Arbeitszeit zu reduzieren, heißt das noch lange nicht, dass man nichts voran bringt.

Wer erfolgreich ist, nomadiert nur wenig

Wer ortsunabhängig Arbeiten möchte, aber erfolgreiche Projekte realisieren will, der hat es viel leichter, wenn er ein soziales Umfeld Gleichgesinnter hat. Somit sammeln sich digitale Nomaden meist an bestimmten Orten, betreiben dort untereinander Netzwerke, unterstützen sich und versorgen sich oft auch mit Jobs.

Ein ständiges Umherreisen ist hier eher die Ausnahme und wenn überhaupt etwas für hauptberufliche Reiseblogger. Viele Nomaden verweilen sehr lange an einem Ort, welcher ihnen die richtige Infrastruktur bietet. Manche bleiben für immer.

Wer ortsunabhängig arbeiten kann, der muss nicht ständig umherreisen. Er sollte es sogar vermeiden, wenn er es ernst mit seinem Business meint. Wer etwas voranbringen will, bettet sich besser in eine Umgebung Gleichgesinnter ein. Das kann in einem Coworking-Space in Berlin sein, genauso wie in einem Internetcafé in Chiang Mai.

Die Sache ist so: Wenn man schon überall arbeiten kann, dann sucht man sich idealerweise dabei auch recht genau aus, wo man dies tut. In den seltensten Fällen wird man hierbei die größte Produktivität unter einer Palme am Strand entfalten (Es gibt aber auch hier absolut Ausnahmen).

Zum Thema Heilsversprechen

Einem Heilsversprechen bin ich bereits viele Jahre meines Lebens hinterhergelaufen. Ein schreckliches Unglück (bei dem ich einen engen Menschen verloren habe) musste erst kommen, um mich von diesem Pfad abzubringen. Die Geschehnisse führten mir vor Augen, wie begrenzt unsere Zeit ist. Wir alle hören das häufig … Carpe Diem… blablabla. Ein abgenudelter Spruch. Aber wir kapieren es einfach nicht, bis wir es miterleben müssen. Unser Leben ist tatsächlich verdammt kurz.

Zu kurz, um dem Heilsversprechen des Spießbürgertums hinterherzulaufen. Schon immer fiel es mir schwer, mich in die vorgegebenen Muster unserer Gesellschaft zu fügen. Aber ich bin ihn gegangen, den Weg, der mir von meiner Umgebung als der „richtige Weg“ angepriesen wurde. Abi, Studium, Festanstellung, Partnerschaft, Ledercouch, Sparbuch, Fernreisen, Glücklich sein.

Aber eben jener letzte Punkt kam irgendwie nicht. Das Glück. Ständig bin ich geflüchtet vor mir selbst. Ein halbes Jahr in Kalifornien, ein Auslandssemester in Helsinki, ein Job in China, ein anderer Job in Vietnam. Zufrieden gemacht hat mich das immer nur kurz.

Nach meiner Heimkehr saß ich wieder in irgendeinem piefigen Büro und musste mich in der Mittagspause mit Leuten, die ich nicht mochte, über die neueste Nespresso-Maschine austauschen.

Ich war unzufrieden, aber sah keine Alternative.

Be yourself

Ich musste mich in dieser Zeit zudem oft verstellen, meine Persönlichkeit ein Stück weit an der Garderobe abgeben.

Verstellen hat in meinem Leben immer schon eine große Rolle eingenommen. Ich bin ein ein wenig introvertiert und der Erstkontakt mit Menschen fällt mir teilweise schwer. Zudem bin ich schwul und habe das lange (ausser der Familie und den Freunden) niemandem erzählt. Einige schlechte Erfahrungen sorgten für dieses Versteckspiel im Job und ferneren Bekanntenkreis. Zudem war ich als Kind recht pummelig. Ich weiß, was für ein Mist es ist, sich verstellen zu müssen. Darauf habe ich seit einigen Jahren ganz konsequent keinen Bock mehr.

Das, was immer als das „einzig wahre“ – der typisch deutsche Lebensweg – angepriesen wurde, war für mich ein Heilsversprechen, dass nicht in Erfüllung ging. Ich war nicht glücklich und musste mich verstellen. Firmen brauchen keine bunten Hunde mit eigenwilliger Persönlichkeit, die frei Schnauze reden.

Diverse Ereignisse, zu einem großen Teil aber auch das zuvor erwähnte familiäre Unglück, haben also dazu geführt, dass ich vor einigen Jahren langsam begriffen habe, dass wir alle wenig Zeit in unserem Leben zur Verfügung haben. Die Uhr tickt erbarmungslos. Wer glücklich sein will, sollte daher vor allem nicht über Sicherheit und „Später“ zu viel nachdenken, sondern darüber, wie er seine eigene Lebenszeit nutzt und im Jetzt lebt.

Ich will niemanden bekehren.

Glück ist eine höchst individuelle Angelegenheit. Da gibt es kein Rezept. Ich kann nur von meinem eigenen Weg erzählen, authentisch, ehrlich und voller Begeisterung, für das, was ich heute tue.

Ich bin nun glücklicher. Dabei habe ich nicht von einem Heilsversprechen auf das nächste gewechselt. Ich mache lediglich Dinge, die meiner Natur entsprechen und bin immer auf der Suche nach Gleichgesinnten, neuen Ideen und Inspiration.

Der Mensch ist ein Rudeltier. Mein bevorzugtes Rudel sind Menschen, die ähnlich denken.

Woher kommt meine gewonnene Zufriedenheit?

Am Geld kann es bisher nicht liegen, denn davon hatte ich sicher mal mehr. Aber das wird noch. Ich bin zuversichtlich.

Es gibt aber andere Gründe:

  • Ich kann immer ‚ich selbst‘ sein, überall, in jeder verdammten Situation. No more hiding whatsoever.
  • Ich kann meine unstillbare Reisesucht befriedigen. Ich reise nicht permanent, aber deutlich mehr, als ich es mir früher erträumt hätte.
  • Spannende Menschen. So viele extrem spannende Menschen, wie ich sie in den letzten 12 Monaten getroffen habe, habe ich in den 30 Jahren davor nicht ansatzweise kennengelernt.
  • Ich bekomme oft eine Gänsehaut beim Arbeiten, wenn mir eine Idee in den Kopf schiesst. Natural caffeine.
  • Ja, ich verdiene Geld. Könnte mehr sein. Aber es ist hart erarbeitet, selbst erwirtschaftet, das fühlt sich toll an.

Wie steht es um die Zukunftsangst?

Zukunftsangst ist in Deutschland strak verbreitet. Teilweise vermutlich historisch bedingt. Dies ist wohl ein Grund, warum deutsche im weltweiten Vergleich eher umflexibel sind und sich sehr an ihre Festanstellung klammern. Ist ja auch okay, solche Leute werden weiterhin gebraucht. Jedem das seine.

Wer sich selbstständig macht und sein Geld ortsunabhängig mit eigenen Projekten verdient, der gibt eine gewisse Sicherheit auf, lernt jedoch auch, auf eigenen Beinen zu stehen und sich selbst durchzuboxen. Was am Ende der sichere Weg ist, darauf musst du selbst eine Antwort finden. (Einen Gastartikel von mir zu o.g. Thema bei Peer Wandinger findest du hier.)

Sascha Lobo stellte in seinem Buch zum ortsunabhängigen Arbeiten die Frage: „Wie viel mehr ist ein Euro wert, den man als Preis am Markt für eigene Ideen und Leistungen erzielt hat, gegenüber einem, den man als Besoldung und Belohnung für unauffälliges Wohlverhalten regelmäßig am Monatsende kassiert?“

Was du aus dieser Frage machst, bleibt dir überlassen. Du kannst das alles kritisch sehen, für Blödsinn halten, oder dich von meiner Begeisterung anstecken lassen. Up to you. Ich bin jedenfalls glücklich, und erzähle dir auch weiterhin davon, warum das so ist.

Übrigens: Es gibt mittlerweile zahlreiche Gruppen, in denen man andere ortsunabhängige Webworker = digitale Nomaden kennenlernen kann. Ich habe mit Tina eine Facebook-Gruppe für deutschsprachige Nomaden gegründet, welche beinahe 100 Mitglieder hat (Wer beitreten möchte, sollte sich bitte zuerst die Gruppenbeschreibung durchlesen). Zudem gibt es noch viele andere, englischsprachige Gruppen, wie zum Beispiel den Dynamite Circle, welchem ich auch angehöre und dessen Jahreskonferenz dieses Wochenende in Bangkok stattfinden wird. Wer es ernst meinst mit der Ortsunabhängigkeit, der muss nicht mehr alleine sein und kann sich Tipps und Tricks von den Profis holen. Mehr dazu ganz ausführlich in einem weiteren Artikel.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema auf anderen Blogs, die Du lesen solltest und auf die ich mich teilweise beziehe:

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim lebt und arbeitet seit mehr als vier Jahren als ortsunabhängiger Unternehmer abwechselnd in Berlin, Saigon und Bangkok. Er betreibt einen Outsourcing-Service für Architekten und ist zudem Gründer des Citizen Circle. Zudem schreibt er als Autor über das ortsunabhängige Leben und Arbeiten.

9 Antworten zu “Digitale Nomaden – Der Weg zum ultimativen Glück?”

  1. Tim, ich denke wir sind alle in unserer Filterbubble gefangen. Ich wusste bis zum Bembelblogcamp nicht, dass es mehr als eine Handvoll digitale Nomaden gibt, die genug verdienen um wirklich ortsunabhängig zu sein.

    In den 3$ Dorms der Welt trifft man solche Leute halt nicht, deswegen bin ich davon ausgegangen dass alle digitalen Nomaden auf Geo Arbitrage setzen, so wie die Leute, die ich treffe und ich selbst und so wie der Begriff ja auch suggeriert.

    Du triffst dagegen wohl nur Leute, denen es finanziell sehr gut geht, insofern gehst Du davon aus, dass alle digitalen Nomaden aus Gründen reisen, die mit den finanziellen Ausgaben nichts zu tun haben.

    So wie ich die Sache sehe ist Digital Nomad im Sprachgebrauch heute gleichbedeutend mit Web Worker oder Location Independant Worker. Das finde ich schade, weil ich den Begriff Digital Nomad gerne für einen minimalistischen Lebensstil mit Geo Arbitrage „reserviert“ sehen würde.

    Ist aber zu spät jetzt und wohl Zeit sich einen neuen Begriff zu suchen. “digitaler Vagabund” triffts leider auch net, da fehlt die Notwendigkeit des Umherreisens. Vorschläge?

    • Hey Flo – ich treffe durchaus auch Menschen, die auf geo bzw. currency arbitrage setzen. Aber die Gründe zu reisen sind meiner Erfahrung nach sehr Vielfältig und gehen von Abenteuerlust über Geldsparen bis hin zu Lifestyle und Arbeitsatmosphäre.

      Aber du hast recht… der Begriff des „Nomaden“ passt auf einen minimalistischen Lebenssstil mit currency arbitrage eigentlich am Besten. Würde man es jedoch so definieren, würde ich mich nicht mehr als digitalen Nomaden bezeichnen.

      Das mit dem Bier klingt gut. Gerade auf dem Weg nach BKK.

  2. Onkel Strolchi

    Hört hört, ich verfolge ja wirklich nicht viel was das digitale Nomadentum angeht, finde es jedoch spannend darüber zu lesen; ein neuer Lifestyle eine neue Anschauung – eine Bewegung ? Soweit würde ich nicht gehen. Aber zumindest reicht es sogar dem Spiegel und der SZ darüber zu berichten. Und warum ? Weil es interessant ist, aber deswegen muss man noch lange nicht mitmachen und verfluchen sollte man es schon gar nicht. Die Kritiken der Leser im Spiegel-Online von vor 2 Wochen möchte ich gar nicht weiter kommentieren. Dämlich trifft’s wahrscheinlich am ehesten.

    Es ist doch völlig ok sein Glück selbst in die Hand zu nehmen und etwas zu versuchen wozu das eigene soziale Umfeld sich aus verschiedensten Gründen nicht wirklich trauen würde. Und aus dem Rechtfertigen-Müssen-Dasein seid Ihr doch aus raus.

    Worum geht’s ? Mehr oder weniger haben doch all diese Nomaden – mir gefällt übrigens Vagabunden besser, das hat so etwas von Räuber Hotzenplotz – das gleiche im Sinn: Leben und arbeiten jenseits der Norm, Freiheit, no nine2five, keine Beengtheit durch Vorgesetzte und spießige Kollegen, Karriere nicht unbedingt und schon gar nicht im Büro, Minimalismus.

    Ich bewundere jeden der es versucht, mir tun die Leid, die auf der Strecke bleiben und würde auch gerne mal einen Artikel darüber lesen, und bewundere diese, denen dieser spezielle Lebensstil Erfolg gebracht hat. Allerdings würde ich einen Artikel über Zufriedenheit auch gerne einmal lesen. Ein Thailänder hat mir mal gesagt er traue den ganzen Travellern nicht über den Weg, denn sie wären nie sesshaft weil sie ewig auf der Suche nach dem Glück wären, ihm hinterher reisen und nie in der Zufriedenheit ankommen.
    …. aber nun haben wir ja von Tim gelernt, daß nicht jeder Nomade auch Traveller ist.

    Wenn Ihr Euch doch von so vielen Dingen frei mach was bitte ist der Antrieb für Euch und Eure Kritiker immer wieder über die Vokabel des „digitalen Nomaden“ zu diskutieren, die Bedeutung festzulegen und Wikipedia zitieren ? Warum juckt Euch das ? Der gemeine Nomade lässt sich irgendwo nieder wo es ihm gut geht: fruchtbares Land, Wasser oder einfach nur ein Job. Happiness, einen Platz wo er Leben kann und wenn der Fleck nicht mehr gut genug ist zieht er weiter und sucht sich einen neuen Platz.

    Warum muss man das Wort auf die Goldwaage legen ? Zigeuner würde übrigens auch passen und für so manchen Kritiker würde dieses etwas negativ belastete Bild mit Wohnwagen wohl eher in den Sinn passen.

    Nicht alle Nomaden sind gleich.
    Der Typ vom Finanzamt, die Empfangsdame beim Arbeitsamt, der Kerl der mir beim Straßenverkehrsamt mein Wunschnummernschild gegeben hat oder Frau Merkel – alles Beamte.
    Der Investmentbanker, Josef Ackermann, die Kreditsachbearbeiterin, die Bausparkassentante am Schalter oder der, der einfach meine Überweisung bearbeitet und elektronisch erfasst – alles Banker und ganz ehrlich, beim Wort „Banker“ denke ich auch eher an Nadelstreifen, Hermés-Krawatte und einen Jaguar.
    Tim, danke für das Beispiel „Shitstorm“. Da hat sonst auch keiner drüber nachgedacht.

    Die Definition Digital Nomad = minimalistischen Lebensstil mit Geo Arbitrage finde ich klasse. Aber es geht mich auch nichts an. Also macht mal schön weiter. Ich lese gerne von Leuten die was in die Hand nehmen und etwas versuchen … auch von Travellern und sonstigen Abenteurern. Oppps, sorry, Abenteurer ist dem ein oder anderen wahrscheinlich wieder zu romantisch belegt oder nicht jeder introvertierte pc-affine Gelegenheitsarbeiter fühlt sich angesprochen. Also, gebt Gas, Ihr Vagabunden.

    Onkel Strolchi

  3. […] Zusatz vom 11.Oktober – neue Beiträge zum Thema:  Oli vom Weltreiseforum: Kommentar: Was dir die digitalen Nomaden nicht verraten Auf Reisemeisterei: Bloggen ist nicht alles Florian vom Flocblog: Warum das Leben als digitaler Nomade nichts für Dich ist Conni von Planet Nomad: Hey Kritiker, I love you Tim von Earthcity: Digitale Nomaden – Der Weg zum ultimativen Glück? […]

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