Aktuell regnet es kritische Artikel zum Thema digitales Nomadentum. Das ist auch gut. Sie halten die Diskussion am Leben und sorgen für neue Denkansätze. Es ist wichtig, dass auch negative Stimmen laut werden und somit nicht alles in Harmonie versinkt. Jedoch wird dabei oft in Schubladen gedacht, und ich mag es nicht, in Schubladen gesteckt zu werden.

Während einige Autoren sehr fundiert und inhaltlich nachvollziehbar ihren Standpunkt kundgeben (z.B. hier, hier, hier oder hier), gibt es leider auch zunehmend Artikel, die einfach nur um sich schlagen, falsche Behauptungen aufstellen und Aufmerksamkeit erregen wollen.

Oft tauchen dabei aber die gleichen Aussagen auf, die als die negativen Seiten des digitalen Nomadentums hervorgehoben werden. Diese klingen in etwa so:

Digitale Nomaden sind heimatlos oder einsame Einzelgänger, rennen vor etwas davon (bzw. sind auf der Flucht vor sich selbst), können keine tiefen Bindungen bzw. Freundschaften aufbauen, sind Egoisten, weil es Ihnen nur um ihr eigenes Wohlbefinden geht, reisen permanent umher, hinterlassen eine miserable CO2-Bilanz und bleiben überall auf der Welt unter sich. Digitale Nomaden tauchen zudem nicht in die Kultur vor Ort ein und sind nur Nutznießer oder sind auf einer Art Bekehrungsmission und machen andere Lebensentwürfe schlecht.

Eine Menge spannender Thesen. Dabei möchte ich auch gar nicht bestreiten, dass es digitale Nomaden gibt, die vor sich selbst davonrennen. Es gibt sicher auch Nomaden die in Wahrheit schrecklich einsam sind oder ihren Egoismus pflegen.

Auch gibt es Nomaden, die 5 Mal im Monat ein Flugzeug besteigen und nicht ganz so viel Verantwortungsgefühl für die Umwelt zeigen. Sicher, es gibt auch Nomaden, die überall auf der Welt nur mit Nomaden abhängen.

So what? Man findet eben, wie in jeder Bewegung, auch unter den Nomaden, eine Abbildung unserer Gesellschaft wieder.

Es gibt solche, und solche Menschen. Genau so, wie in jeder anderen Gruppe. Ich bin aber gegen eine Generalisierung. Es liegt es mir am Herzen, mit den oben genannten Behauptungen zumindest teilweise einmal aufzuräumen. Aus meiner ganz eigenen Perspektive.

Was ist ein digitaler Nomade denn nun?

Sicher muss man an dieser Stelle auch noch einmal die Definition des Begriffes „digitaler Nomade“ hinterfragen. Diese scheint immer noch von Jedem, der sich an der Diskussion beteiligt, unterschiedlich aufgefasst zu werden.

Der Begriff digitaler Nomade taucht übrigens seit ungefähr 2008 im deutschen Internet auf. Damals wurde er noch geprägt von Sascha Lobo, der eine völlig andere Interpretation dafür parat hatte. Bei ihm waren digitale Nomaden vielmehr Lokalnomaden, die innerhalb ihrer Stadt von Café zu Co-Working Space zu Café ziehen.

Der Nomadenbegriff als Weltenbummler wurde dann erst 2012 in Deutschland aufgegriffen, als immer mehr Content zu diesem Thema geschrieben wurde (unter anderem durch mich, Earthcity, Planet Backpack und Travelicia) und Artikel aus den USA herüber schwappten.

Seither ist es aber der Community noch nicht so recht gelungen, sich auf eine allgemein gültige Definition zu einigen. Viele sind sich einig, was sie unter dem Begriff verstehen, aber viele interpretieren ihn auch ganz nach ihrem eigenen Gusto.

Ich mag jedoch die Definition, die sich mittlerweile über die letzten Jahre auch bei Wikipedia entwickelt hat. Diese ist natürlich auch keine in Stein gemeißelte, unbestreitbare Wahrheit. Aber für mich hat sie sich etabliert und sie besagt Folgendes:

Ein Digitaler Nomade ist ein Unternehmer oder auch Arbeitnehmer, der fast ausschließlich digitale Technologien anwendet um seine Arbeit zu verrichten und der einen Lebensstil führt, der eher als nicht sesshaft, ortsunabhängig oder multilokal zu bezeichnen ist. Digitale Nomaden arbeiten typischerweise mit Remote-Technologien von zu Hause, im Hotel, im Cafe, im Internetcafé, Co-Working Space oder in öffentlichen Bibliotheken. Ihr Arbeitsplatz ist dort, wo Internetzugriff besteht.

„Eher nicht sesshaft“ oder „Multilokal“ – Dass wir als digitale Nomaden ständig im nächsten Flieger sitzen müssen, nicht lange an einem Ort bleiben dürfen oder Weltenbummler werden müssen, das steht da nicht.

Dauerreisen ist nur ein Modell von vielen

Häufig werden digitale Nomaden als Dauerreisende gesehen. Sie sind selten lange an einem festen Ort, sondern reisen ständig in der Welt umher, und haben kein richtiges Zuhause.

Digitalen Nomaden, die auf diese Weise leben, gibt es. Keine Frage. Ich kenne einige und ich möchte ihren Lebensstil um nichts in der Welt kritisieren. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Ich möchte aber auch nicht mit Ihnen tauschen.

Diese Art zu leben ist weit entfernt von meinem persönlichen Lebensentwurf. Trotzdem bin ich ein digitaler Nomade. Ich nutze fast ausschließlich digitale Technologien, um meine Arbeit zu verrichten. Ich bin nicht ortsgebunden und lebe multilokal. Ich arbeite häufig von zu Hause oder von Co-Working Spaces.

Ich wechsele auch gern mal den Wohnort oder fahre in Urlaub, aber irgendwie komme ich doch immer wieder an die gleichen Flecken zurück und bleibe dort sehr lange.

Ich pflege und brauche enge, freundschaftliche Bindungen. Sicherlich gab es auch Phasen in meinem Leben, in denen ich auf der Flucht vor mir selbst war, aber diese sind schon eine Weile vorbei. Ich weiß mit fast 35 Jahren nun schon recht genau, was ich will und wer ich bin. Mein Leben hat einen Plan. Den muss ich nicht unbedingt einhalten, aber zumindest gibt er die Richtung vor.

Auch heimatlos bin ich nicht. Zwar bin ich viel unterwegs, aber 90% meiner Zeit verbringe ich an 2 oder 3 festen Orten, an denen ich gute Freunde habe, mich zurecht finde, zumindest Sprachbasics drauf habe und mich zu Hause fühle.

Genau deshalb kehre ich auch immer wieder an diese Orte zurück. Eben weil ich mich dort geborgen fühle und dort Menschen auf mich warten, die sich freuen, mich zu sehen. Entwurzelt fühle ich mich hin und wieder auch, und zwar dann, wenn ich allein an einen völlig neuen Ort reise. Für 2 Wochen spannend. Urlaub eben. Dann muss ich wieder nach Hause.

In eines meiner „Zuhauses“. Da, wo ich weiß, was der Papayasalat, die Pho oder der Döner kostet.

Ich arbeite ortsunabhängig, und bin frei in der Wahl meines Aufenthaltsortes. Aber diese Freiheit bedeutet noch lange nicht, dass ich permanent von einem Ort zum nächsten springen muss und ständig neue Orte auswählen muss. Vielmehr habe ich die wundervolle Möglichkeit, globale Freundschaften auch wirklich zu pflegen, weil ich die Menschen immer wieder besuchen kann.

Für mich entwurzelt mich ein ortsunabhängiger Lebensstil nicht. Er gibt mir die Möglichkeit, an mehren Orten wurzeln zu schlagen. Immer wieder zu kommen und irgendwann womöglich auch für immer zu bleiben.

Gerade war ich eine Weile in Saigon, verlasse den Flughafen und werde von lieben Freunden am Gate abgeholt. In solchen Momenten bekomme ich jedes Mal eine Gänsehaut. Ich liebe es. Es ist wie dieses wohlige Gefühl am Morgen unter der Bettdecke, dass es einem so schwer macht, aufzustehen.

Auch gibt mir meine Ortsgebundenheit die wundervolle Möglichkeit, einfach länger zu bleiben, wenn sich an einem Ort eine Chance ergibt, egal ob Business, oder Privat.

Einen Bratwuststand auf der neuen Flaniermeile von Ho-Chi-Minh-City eröffnen, wenn es sich aus irgendeinem Grund ergibt? Why not! Dann bleibe ich halt mal 1 Jahr. Oder 2. Oder 3. Ortsunabhängig heißt, ich kann ortsabhängig werden, wo immer ich will. Für eine begrenzte Zeit zumindest.

Ein Leben als digitaler Nomade bedeutet für mich nicht, dass ich allzeit, so wie ein Kaninchen auf der Wiese, bereit für die Flucht sein muss. Es bedeutet für mich, dass ich dort sein kann, wo es für mich zu einem bestimmten Zeitpunkt Sinn macht. Es bedeutet für mich, dass ich dort sein kann, wo ich aktuell eine Antwort auf das Warum bin ich hier? für mich finde.

Warum bin ich hier?

Hast du eine Antwort auf die Frage, warum du bist, wo du bist? Ich finde, du solltest!

Man kann natürlich auch als digitaler Nomade reisen, nur um des Reisens willen. Ohne einen persönlichen Grund zu haben, der über die Standard-Argumente hinausgeht: „Weil dort viele andere Nomaden sind“ oder „Weil das Leben da so günstig ist“. Man kann als Nomade vor sich weglaufen, und einsam und allein von Café zu Café wandern.

Man kann sich als digitaler Nomade aber auch an einem Ort wirklich einbringen. Tiefe Freundschaften mit Menschen vor Ort aufbauen. Menschen vor Ort beschäftigen. Gemeinsam Ideen entwickeln. Es ist unglaublich, was es für tolle Business-Möchglichkeiten in den aufstrebenden Ecken unserer Welt gibt.

Meine Ortsunabhängigkeit als digitaler Nomade ermöglicht mir einen multilokalen Lebensstil. Auch hierfür gibt es übrigens einen Wikipedia-Eintrag:

Multilokalität, ein Neologismus für den seltener gebrauchten Begriff Mehrörtigkeit, bezeichnet in verschiedenen Forschungsrichtungen, insbesondere in den Sozial- und Kulturwissenschaften sowie in der Raumforschung, das Phänomen, dass Menschen ihren tätigen Lebensalltag in seiner Gesamtheit auf mehrere Orte verteilen, wobei die verschiedenen Orte in mehr oder weniger großen Zeiträumen aufgesucht werden.

Es gibt sicher viele andere digitale Nomaden da draußen, die einen multilokalen Lebensstil pflegen und weit entfernt sind vom Lebensmodell des Dauerreisenden. Diese Menschen haben einige Vorteile: Sie sind in der Lage, tiefe Verbindungen aufzubauen, sowohl auf freundschaftlicher Ebene, wie auch auf Business-Ebene.

Wirklich nachhaltige und sinnstiftende Businessmodelle sind sowieso schwer zu vereinbaren mit einem Leben als Dauerreisender (Ausnahmen gibt es). Nur die wenigsten Geschäftsmodelle, wie z.B. Info-Marketer (Online-Marketer) mit eigener Reichweite (z.B. Blogger), oder Autoren können dieses Dauerreisen langfristig stemmen und trotzdem Sinn stiften. Sonst fällt mir da kein Modell ein.

Da draußen gibt es aber noch so viele andere tolle Business-Modelle, die ortsunabhängig funktionieren, aber eine gewisse Beständigkeit und Routine erfordern. Productized Services zum Beispiel. Wenn du ein wirklich nachhaltiges Business aufbauen möchtest, dann ist ein multilokaler Lebensstil sicherlich die bessere Wahl, als sich ständig an fremden Orten zurecht finden zu müssen.

Auch Nomaden werden Erwachsen

Sicher hat das Reiseverhalten auch etwas mit dem eigenen Alter zu tun. Für die wenigsten ist permanentes Reisen ein Dauermodell. Irgendwann wird jeder ein wenig reisemüder. Mein 35ter Geburtstag rückt rasend schnell näher und ich merke zunehmend, dass ich zwar weiterhin ortsunabhängig leben möchte, aber trotzdem mit den Lebensmodellen vieler jüngerer Nomaden wenig anfangen kann.

Die Freiheit jedoch, die mir mein ortsunabhängiger Lebensstil ermöglicht, meinen Lebensmittelpunkt jederzeit frei zu bestimmen, die lasse ich mir deswegen so schnell noch lange nicht nehmen. Ich lasse mich nicht in eine Schublade zwängen.

Digitale Nomaden können, aber müssen keine Dauerreisenden sein und die Lebensentwürfe der digitalen Nomaden sind alle extrem unterschiedlich. Es vereint sie ihr Drang nach Freiheit und einem selbstbestimmten Leben. Sie alle, mich eingeschlossen, wollen sich die Ortsunabhängigkeit zu Nutze machen, um ihren individuellen Lebensentwurf umzusetzen. Das schweißt uns zusammen und das liebe ich so sehr an unserer Community und ihren Mitgliedern.

Ein multilokaler Lebensstil als digitaler Nomade ist deswegen langfristig sicher ein Modell, auf das es für viele Nomaden hinausläuft, wenn sie älter werden. Wenn man ein sozial gesundes Leben führen möchte und ein nachhaltiges Business schaffen möchte, bleibt einem bis auf wenige Ausnahmen fast nur diese Option.

Mein Aufruf an dich: Hab Mut, dich an Orten zu Verwurzeln. Auch als digitaler Nomade. Dir wird deswegen dein Nomaden-Titel nicht aberkannt.

Wenn du mehr von mir lesen möchtest, dan würde ich mich freuen, wenn du mir unten auf dieser Seite deine E-Mail Adresse hinterlässt. Du bekommst dann mein Booklet „Kunden finden“ ebenfalls kostenlos zugestellt.

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

22 Antworten zu “Multilokal: Digitale Nomaden werden erwachsen?”

  1. Hey Tim,

    ich stehe zwar gerade noch ganz am Anfang, aber dieser Artikel hat mich trotzdem etwas „beruhigt“. Dafür schonmal ein Dankeschön!
    Ich sehe mich zur Zeit vor der Herausforderung meinen ab sofort anderen Lebensstil mit den verschiedensten Lebensstilen aus meinem Umfeld kompatibel zu machen. Mir fällt es noch relativ schwer, weil auch ich immer wieder auf Unverständnis stoße, was ich denn eigentlich so den ganzen Tag mache.
    Auch denke ich mir manchmal, dass die Arbeit ganz schön einsam sein kann. Aber zum Glück gibt es ja Co Working Spaces und andere Einrichtungen extra für unsere „Spezies“ haha Und ich bin auch der Überzeugung, dass wir an irgendeinem Punkt dazu bestimmt sind uns niederzulassen. Langzeitreisen ist auf Dauer einfach anstrengend und raubt einem Energie.
    Eins will ich noch los werden: Ich bin echt baff, wie unglaublich unterstützend die Gemeinschaft der deutschen Digitalen Nomaden ist 🙂 Ich habe schon von zahlreichen Bloggern wirklich tolles Feedback und Kritik bekommen, auch wenn man sich noch nie außerhalb der digitalen Welt getroffen hat. Find ich echt ziemlich schön 🙂

  2. Hey Tim,
    schöner Artikel zu einem Thema, das gerade scheinbar echt populär ist. Während die einen dies predigen, wettern die anderen konsequent dagegen.
    Ich kann mich selbst ja kaum aus der Diskussion raus halten, obwohl ich versuche, keine Meinung zu bevorzugen. Jeder ist seines Glückes eigener Schmied, nicht?

    Auch wenn ich nicht einen Kontinent verlasse, um von Heimat 1 zu Heimat 2 zu kommen, kommt es mir doch immer fast so vor. 10-11 Stunden bin ich schon immer unterwegs, obwohl ich nur in Deutschland unterwegs bin. Früher war ich auch noch ab und zu in London, aber seit da meine Kontakte nicht mehr wohnen, bin ich da auch nicht mehr. Heimat ist also da, wo meine Freunde und mein Wlan wohnen 😉

    Ich gebe zu, momentan bin ich mMn zu viel unterwegs. 4 Tage im Monat auf Reisen sein ist mir langsam echt zu viel. Aber so bemerkt eigentlich kaum jemand, dass ich gerade weg bin. Für mich ist digitales Nomadentum, wenn ich sage „ich bin gleich zu Hause“ und die Gegenseite fragt „in welchem?“. – So ist es gerade bei mir, auch wenn ich mich gar nicht so nomadig fühle. Mir reicht es aber gerade wirklich aus. Egal ob ich jetzt hier bin oder 900km weiter weg, ich habe genauso meine Skype-Konferenzen und mein Kunde kann gerne in der Schweiz sitzen, während ich mit einem potenziellen Kollegen in Washington skype. Ist doch schön so. Es würde beide auch nicht stören, wenn ich dabei in Italien oder Südafrika wäre.

    Und von wegen nicht bindungsfähig. Feli & Marcus sowie Line & Sebastian sind ja wohl perfekte Beispiele, dass man sich auch auf Tour binden kann. Mein Partner hält zwar gar nix vom Nomadentum, aber solange ich immer schön brav wieder heim komme, mault er nur geringfügig. Immerhin sieht er ja, wie es mich glücklich macht, in Heimat 1 zu sein. In Heimat 2 bin ich auch glücklich, die gibt mir eben andere Sachen. Generell will ich aber Heimat 2 im Herbst aufgeben und mir eine neue Heimat 3 suchen. Und ab dann langsamer von einer zur anderen wechseln. Vll bleib ich auch erstmal 2-3 Jahre nur in Heimat 1 … was solls.

    Außerdem arbeite ich unterwegs auch immer. Im Bus, in der Bahn, in der uBahn und im Flugzeug. Stört ja auch keinen. Gerade bin ich auch im Berliner Untergrund und treffe mich gleich mit ein paar Unternehmerinnen. Ich liebe es, meine Arbeit mitnehmen zu können, da ich sowieso immer die besten Ideen habe, wenn ich nicht zwanghaft versuche, mir Kreativität aus dem Hirn zu wringen.

    Alles Liebe und bis bald… sehen uns ende des Monats in meiner Heimat 1 🙂
    Julia

    • Tim Chimoy

      Hi Julia, danke für deine Worte. Schön zu sehen, dass es noch andere Leute mit „Multi-Heimat“ gibt 🙂 Zum Thema Partner: Die von dir genannten Paare sind tolle Beispiele, dass gemeinsame Ortsunabhängigkeit ein gutes Modell sein kann, aber bei einem multilokalen Lebensstil kann das ganze ja auch wunderbar funktionieren, wenn der Partner lieber an einem Ort weilt 🙂 lg

  3. Leben und leben lassen… diese Schubladen-Denken von einigen wird man wohl nie verhindern können. Dein Artikel hilft definitiv ein ganzes Stück bei der „Aufklärung“, dass nicht alle digitale Nomaden nach dem gleichen Schema leben, danke dafür!

    Ich bin da generell sehr entspannt, schere mich wenig um Bezeichnungen und Definitionen sondern mach einfach mein Ding, wie auch immer das dann betitelt wird. Aber diese Gelassenheit kommt wohl erst ab einem bestimmten Alter, wie du schon sagtest (und ich bin noch ein kleines Stück älter… oh weh… ;-)).

  4. Hallo Tim, da schreibst du mir ziemlich aus dem Herzen. Stelle da viele Ähnlichkeiten zu meinem Stil dabei her. Eine Frage aus Neugierde: Welches sind deine 3 „Zuhauses“? Deutschland, Vietnam und …?

  5. Letztlich kommt es doch darauf an, wo ich mich wohl fühle und wo ich sein möchte, völlig unabhängig davon ob ich da nun 2 Wochen oder 2 Jahre bin. Das schönste an diesem Lebensentwurf ist, dass man zu jederzeit frei entscheiden kann ob man geht oder bleibt 🙂 … Das macht für mich das digitale Nomadentum aus. Ich MUSS nicht irgendwo sein, sondern ich kann dort sein wo ich will, wann ich will und wie lang ich will 😉

  6. Na guuut, dann oute ich mich auch mal 😀
    Hauptsächlich, weil Deine Worte vieles in mir zum klingen bringen…
    Ich kann mich mit vielen Deiner Aussagen identifizieren, bei anderen schüttele ich wild mit dem Kopf. Wie einen roten Faden zieht sich für mich vor allem die Erkenntnis: Jeder dieser Punkte, multilokal, Dauerreisende, digitale Nomadin… lässt sich in seiner Definition diskutieren.
    Und genauso wenig wie ich versuche, nicht über Andere zu urteilen, weil deren Definition nicht der in meinem Kopf entspricht, erhoffe ich mir das gleiche von Anderen.
    Es geht mir aber ganz genauso wie Dir: mich ärgert es, wenn es dann jemand doch tut. Vor allem Nase hebend und Zeigefinger schwenkend im Internet.
    Meine Devise? Jede(r) wie er oder sie will.
    Ich sehe mich zum Beispiel als Dauerreisende, eben weil ich kein Zuhause mehr habe und eben darum – immer auf der Reise bin. Aber ich liebe es. Ich habe mich bewusst dafür entschieden. Das bedeutet aber nicht, dass ich nicht auch einen Monat an einem Ort bleibe und dort lebe, vor mir selbst weglaufe oder ständig in Flugzeuge steige.
    Ich war mein ganzes Leben lang auf der Suche und bin dann bei mir selbst angekommen, als ich anfing auf Reisen zu gehen.
    Ein Blickwinkel oder rede ich mir etwas schön? Ganz egal. Denn auch das bleibt meine Entscheidung.
    Danke für diesen Artikel und für viel Wahrheit darin!
    Liebe Grüße aus meine momentanen Station, Valencia!
    Carina

    • Tim Chimoy

      Hi Carina, Du hast dir das Dauerreisen bewusst ausgesucht und kennst die Downsides und Probleme die es mitbringt nur zu gut. Sicher machst auch du dir Gedanken darüber, wie du in 10 Jahren leben wirst und wie du sicherstellen kannst, dass du später nicht zur Eremitin wirst. Aber die positiven Aspekte überwiegen für dich heute und es ist deine ureigene Entscheidung! Respekt dafür. Ich finde das toll.

      Ich finde es aber sehr wichtig, anderen, die vor der Wahl stehen, welchen Weg sie wählen, Denkanstöße mitzugeben, und auf mögliche Gefahren einmal klar hinzuweisen. Ich sehe mich zwar nicht als ängstlichen Menschen, aber ich gebe offen zu: Ein Leben als Dauerreisender macht mir Angst! Weil ich eben auch im Kopf habe, wo ich in 10 Jahren einmal sein möchte, und das ist nicht allein in einer Strandhütte, sondern behütet umgeben von lieben Menschen. Und daher für mich die falsche Abbiegung. Deswegen maße ich mir aber nicht an, über Menschen zu urteilen, die einen anderen Weg wählen. Sie, inkl. dir, haben ihre Gründe und sind niemandem Rechenschaft schuldig.

  7. Hi Tim, das mit der Multilokalität ist eine coole Sache, auch wenn’s erstmal nach jemandem klingt der 3 Stammkneipen hat 😉

    Ich will Dir auch gar nicht widersprechen und würde die Multilokalität auf jeden Fall dem Begriff digitaler Nomade zuordnen.

    Aber eine Sache fällt mir immer wieder bei solchen Diskussionen auf und so auch hier:
    „Nomaden-Titel“
    Der Begriff wird als Titel verstanden, quasi als Auszeichnung – manchmal sogar als Beruf. Das ist kontraproduktiv. Es geht um den gemeinsamen Lifestyle.

    Ich bin z.B. gerade im „Heimaturlaub“ und würde mich jetzt sicher nicht als digitalen Nomaden bezeichnen. Ich stehe hier in Deutschland ja gar nicht vor den Herausforderungen eines digitalen Nomaden. Ich war letzten Monat digitaler Nomade und nächsten Monat bin ich wieder digitaler Nomade, aber gerade im Moment bin ich ganz sicher kein digitaler Nomade.

    Klar habe ich noch ein ortsunabhängiges Einkommen, aber ortsunabhängiges Einkommen ist nur eine Herausforderung von vielen im Leben eines digitalen Nomaden. Deswegen finde ich diesen extremen Fokus auf Einkommensquellen sehr merkwürdig.

    Genau solche Themen, wie Du in der Einleitung anführst, z.B. Nachhaltigkeit, Minimalismus, Einleben vor Ort, Bindungen, Freundschaften, etc. betreffen alle digitale Nomaden.

    Und die Multilokalität ist wie Du sagst ein guter Ansatz um einige dieser Probleme zu lösen. Chapeau, mehr solche Diskussionen bitte 😉

    Hier noch eine Definition von Digitalen Nomaden mit dem Fokus auf den Lifestyle: http://wirelesslife.de/digitaler-nomade-definition/

    • Tim Chimoy

      Hi Flo… nennen wir es „favorisierte Kneipen“ 🙂 „Nomaden-Titel“ in meinem Artikel ist mit einem zwinkern zu verstehen. Ich gebe dir vollkommen recht, dass es kein Titel ist, sondern ein Lifestyle. Ein Beruf schon gar nicht. Ein Überbegriff für ähnliche Lebensentwürfe…. mehr nicht. Ggf. kann man das dann auch gar nicht so klar definieren. Aber man kann wunderbar darüber diskutieren. Freu mich im Übrigen immer über deine fundierten Kommentare. Liebe Grüße!

  8. Ich verfolge die Diskussionen rund um das Thema schon seit ein paar Jahren und muss hin und wieder durchaus schmunzeln – es gibt wie oben beschrieben einige Klischees, die auch von „beiden Seiten“ immer wieder auf’s Neue befruchtet werden. Auf der einen Seite ist da der „Larifari-Weltenbummler“, der seine Blogposts unter der Palme schreibt – auf der anderen Seite der Angestellte, welcher nie wieder aus der ach so schlimmen „9 to 5“ Mühle herauskommt.

    Ich persönlich finde es einfach nur großartig, dass ich durch das Internet ortsunabhängig bzw. auch multilokal arbeiten kann – digitales Nomadentum hin oder her:D Danke für den schönen Beitrag, Tim!

  9. Hey Tim, toller Artikel.
    Auch mir sind in letzter Zeit vermehrt Artikel untergekommen, die sich mit der digitalen Nomaden-Bewegung kritisch auseinander setzen.
    Wie du schon schreibst, Kritik ist wichtig und dass man darüber disskutiert, ist noch viel wichtiger.
    Meiner Meinung nach kommt das aber vor allem daher, dass der Begriff „digitales Nomadentum“ aktuell so sehr gehypt wird. Eigentlich gibt es diese Art des ortsunabhängigen Arbeitens auch schon eine ganze Weile….. diese Menschen haben aber eben den Begriff (digitaler Nomade) nicht benutzt bzw. benutzen ihn teilweise immer noch nicht.

    Multilokalität finde ich persönlich den vielleicht besten Weg für die meisten digitalen Nomaden auf längere Sicht. Ich selbst empfinde es ebenfalls angenehmer, länger an einem Ort zu bleiben und zwischendurch dann „Trips“ zu unternehmen. Dadurch kann man eher Beziehungen aufbauen und am täglichen Leben teilhaben.

    Vor wenigen Wochen hatte ich auf Tripaholic auch einen Artikel veröffentlicht, der die typischen Vorurteile gegenüber digitale Nomaden unter die Lupe nimmt: „10 Vorurteile über das Leben der digitale Nomaden“. Dort sind auch einige von dir angesprochenen Punkte vertreten.

    Die Freiheit ortsunabhängig zu arbeiten möchte ich aktuell nicht mehr missen. Ich denke aber, auch hier wird sich irgendwann bei mir das Bedürfnis einstellen, wieder irgendwo sesshaft zu werden. Bis es so weit ist, genieße ich aber mein Leben als digitaler Nomade. 🙂

    Beste Grüße Simon

  10. Hallo Tim,

    vielen Dank für deinen Artikel und dass du deine Gedanken und Sicht mit uns teilst.

    In digitaler Nomade steckt nun mal das Wort Nomade. Und ein Nomade ist jemand, ohne festen Wohnsitz, jemand der von einem Ort zum anderen reist. In welchen Abständen man reist, ist erstmal egal. Es geht nur darum nicht sesshaft zu sein. Im Grunde muss man ja auch immer wieder reisen, da man sich nun mal oft nicht länger als 180 Tage pro Jahr in einem Land aufhalten darf, ohne dann auch dort Steuern zu zahlen. Also reist man spätestens nach ein paar Monaten weiter oder meldet sich eben dort und zahlt Steuern. Wobei man dann auch kein wirklicher Nomade mehr ist.

    Die Meisten sind für mich auch keine digitalen Nomaden, denn sie sind ganz normal in Deutschland gemeldet, zahlen dort Steuern usw., wie jeder andere auch. Sie reisen eben viel und arbeiten von unterwegs. Das machen viele Onliner, seit Jahren sogar, das hat nix mit Nomadentum zu tun.

    Sie sind auch immer wieder ständig in Deutschland. Um sich den Lifestyle finanzieren zu können, leben sie eben minimalistisch. Anders wäre es wohl nicht möglich, dazu müsste man richtig viel verdienen. Würden sie es, hätten sie ganz bestimmt auch ihr festes Zuhause statt bei der Family gemeldet zu sein. Ich frage mich, warum sich diese Leute nicht abmelden und ein echtes digitales Nomadenleben führen. Angst? Unsicherheit? Weil sie das Gefühl eines Zuhauses brauchen? Die Option jederzeit zurückkehren zu können? Ein Sicherheitsnetz? Denn im Grunde ist es doch perfekt nirgends gemeldet zu sein, so zahlt man keine Einkommensteuer. Ist ja auch schnuppe.

    Carina ist für mich z. B. eine echte digitale Nomadin. Aber es ist gerade irgendwie nur ein Modebegriff, sie selbst schreibt ja, sie nennt sich Dauerreisende. Das macht sie sympathisch!

    Der Grund für die aktuelle Kritik ist wohl, wie sich die selbst ernannten oder auch tatsächlichen digitalen Nomaden nach außen präsentieren. Das Bild der Öffentlichkeit kommt ja nicht von irgendwo her. Sie erzählen aber leider nur die halbe Wahrheit. Die Kritikgründe, die du im Beitrag nennst, sind die andere Hälfte. Aber wenn sie jemand nennt, sind die Damen und Herren mit ihrem digitalen Nomadenlifestyle gleich angesäuert. Sie tun so, als ob sie total viel verdienen, nur die tollsten Orte bereisen, ein professionelles Business führen, die besten Tools am Start haben, fast alles automatisiert haben und die Kohle quasi im Schlaf verdienen. Dass die Meisten jedoch nicht den Hauptanteil ihres Verdienstes mit passiven Einkommen erzielen, sondern mit normaler Arbeit wie Online Marketing Service, Beratung, Webdesign, Grafik, Programmierung etc., wird nicht erzählt. Da heißt es nur, man verdient mit seinem Blog viele Euros, ob das stimmt, kann und wird eh niemand prüfen. Hinzu kommt, dass fast alle das gleiche bloggen. Noch mehr Tools für digitale Nomaden, etliche Packinglisten, noch mehr Reiseberichte zu Bali, Südamerika, Australien & Co. Oder als neusten Trend Selfpublishing oder Email Marketing. Dass sich da niemand blöd vorkommt. Am besten sind noch die Listen voll mit Affiliatelinks, das ist an Dreistigkeit und Frechheit kaum noch zu übertreffen. Aber die Leute klicken und kaufen ja, selbst schuld. Hinterfragen tut das dann niemand.

    Ich z. B. lebe seit 5 Jahren in Italien, habe meine Firma in Deutschland und reise ständig rum. Ich arbeite von überall auf der Welt, sehe mich aber nicht als digitaler Nomade. Ich bin kein Nomade, denn ich habe ein festes Zuhause, zahle Miete, auch wenn ich selten dort bin. Ich reise einfach gern. Mein Geld verdiene ich mit meinem Onlineshop. Ich blogge und schreibe auch ebooks in Italien, aber davon kann ich dieses Leben nicht finanzieren. Das viele Reisen ist nämlich auch teuer und die Steuern in Deutschland nicht gerade wenig. Vielleicht könnte ich es, wenn ich auch minimalistisch leben würde und mein Hab und Gut auch nur in paar Kisten in einer Lagerbox hätte.

    Ich finde nicht, dass die Bezeichnung digitaler Nomade Auslegungssache ist. Entweder man ist ein Nomade, sprich, nirgends gemeldet, ohne festen Wohnsitz, herumziehend. Oder eben nicht. Da diese Bezeichnung grad so in ist, bezeichnet sich jeder gern so, der selbstständig im Online ist. Man kann auch gut damit Geld verdienen. Schreib ein ebook mit folgenden Inhalten:

    – wie man digitaler Nomade wird
    – wo gute Coworking Spaces sind
    – wo man statt eines Büros gut arbeiten kann
    – welche Tools man nutzt
    – wo auf der Welt gute Online Hotspots sind
    – wie man sein Leben so organisiert
    – wie man mit minimalen Kosten auskommt

    dann dafür 30 Euro verlangen, fertig.

    Dazu noch einen Blog oder Podcast betreiben und über Air BnB, Reisen, Motivation, die 4-Stunden-Woche, gute Blogartikel zu schreiben und eigene Tagesabläufe berichten, im Blog auf jeden Fall die DKB als Affiliate bewerben, gerne auch Fastbill & Co. Oder nen Youtube Channel machen, wo andere sich anschauen können, was man so tagsüber spannendes gegessen, in welchem Cafe oder Coworkingspace man gearbeitet hat, welchen Kaffee man trinkt und produktiv man gearbeitet hat, dass man noch so viele super Projekte am Start hat, alles super toll. Ist ja auch alles nicht teuer jeden oder die meisten Tage so zu leben. Dass man im Betahaus z. B. 15€ für einen Tag zahlt, um dort arbeiten zu können, wird dann wieder nicht gesagt. Es ist eben alles mehr Schein. Ich kenne keinen der digitalen Nomaden, der sagt oder mal aufzeigt, welche tatsächlichen Kosten hinter all dem stecken. Reisen, bisschen, aber natürlich stets hart und super kreativ arbeiten, Gleichgesinnte treffen, das Leben genießen, stets tolle Unterkünfte haben, jeder Tag ist so cool… als ob das deren Leben ist. Reisestress, immer wieder nach Unterkünften suchen, schnellen Internetzugang finden, hier zahlen, da zahlen, das wird natürlich nicht erzählt. Im Gegenteil, es ist alles super toll. Alle sind happy, verdienen gut, jede Reise war immer super, nur, wenn man mal in Deutschland ist, ist das Wetter ja so blöd, Geldsorgen hat aktuell auch niemand mehr, das war nur früher so, jetzt läuft es ja und es ist immer alles toll. Das kaufen einem intelligente Menschen nun mal nicht ab. Welche harte Arbeit man macht, zeigt keiner. Just smile.

    Ist wohl typisch Deutsch immer etwas dar stellen zu müssen. Regen sich auf über andere, die was kopieren, tun es aber selbst nonstop. Am besten von US-Blogs, merkt in Deutschland ja sowieso niemand von den Normalos. Diese lesen eben gern von anderen, die vermeintlich (!) das Leben leben, was sie gern hätten. Lesen die Blogs, holen sich Urlaubsfeeling und werden dann noch glaubend gemacht, alles ist ganz easy, jeder kann digitaler Nomade werden, noch schnell eine Nische finden mit dem Keywordtool, sich kostentechnisch minimal runterschrauben, auf jeden Fall einen Kurs buchen, wie man es richtig anpackt, dazu das passende ebook kaufen und los geht der Lifestyle. Für mich besteht die deutsche Nomadenszene überwiegend aus Blendern und dem sogenanntem Einheitsbrei. Klar sind paar gute Tipps und Erfolgsstories dabei, keine Frage! Aber muss denn jetzt jeder deutsche selbstständige Onlineblogger, Entrepreneur, Sidepreneur, Blogpreneur, Evangelist oder welche Bezeichnung auch immer gerade Trend ist (diese Titel kommen übrigens alle aus den USA) auf diesen Zug aufspringen und sich so darstellen? In anderen Ländern ist das eben nicht so und das ist sehr angenehm!

    Apropos professionelles Business. Vieles ist in der Szene leider auch noch unprofessionell. Ein Podcast mit einer Beschreibung voller Rechtschreibfehler, schlecht strukturierte Hangouts oder Präsentationen vor Ort… Das Publikum hat ja kaum einen Vergleich, niemand schaut sich was aus anderen Ländern an, etwas, das nicht auf Deutsch ist. Andere Länder sind da einfach schon weiter und ernst zu nehmender. Da gehen auch alle miteinander um statt gegeneinander. In Deutschland gibt es einen festen Kern der Nomaden. Vielleicht sollten diese mal neue deutsche Blogs und Entrepreneure ausfindig machen, dafür offen sein und promoten, die Szene dadurch ausbauen, damit professionell machen statt sich immer nur gegenseitig zu promoten. Das macht für Außenstehende irgendwie ein unsympathisches Bild. Schaut doch mal links und rechts. In anderen Ländern ist das längst gang und gäbe und die Branche bereits viel professioneller.

    Ich wünsche dir alles Gute, lieber Tim :), und hoffe, es kommen bald mehr und neue Leute in die Szene und bringen frischen Wind rein.

    Sommerliche Grüße!
    Melli

    • Tim Chimoy

      Hallo Mel. Danke für deinen langen Beitrag. Ich sehe vieles sehr anders als du. Ob ich in D gemeldet bin, oder nicht, dass hat nichts damit zu tun, wie viel ich mich im Ausland aufhalte. Auch sehe ich deine Definition des Begriffs nicht so eng. Meine Definition habe ich ja bereits erläutert. Deine Kritik an der „Szene“ und den entspr. Blogs halte ich zumindest für teilweise berechtigt, z.B. dass es mehr Unterstützung untereinander geben sollte. Aber statt zu sagen wie „man“ es besser machen sollte, könntest du es ja einfach mal tun und den ersten perfekten rechtschreibfehlerfreien Blog für echte Vollblut Nomaden starten, die sich auch so nennen dürfen 😉

  11. Hi!
    Ich bin gerade über diesen Artikel gestolpert und will als interessierte Nicht-Nomadin eine Betrachtungsweise dazu geben:

    DANKE für diese differenzierte Betrachtung, und auch DANKE Mel, für Deinen interessanten Input, den ich in vielem unterstützen kann.
    Ich selbst beschäftige mich schon seit nunmehr 2 Jahren passiv mit der Szene und hatte kürzlich auf einem „Nomad Cruise“ die Gelegenheit, da auch mal „live“ in die Community zu schnuppern.
    Und ja: ich habe mich zu alt dafür gefühlt mit meinen 37. Und ja: da war ein Großteil heiße Luft dabei. Und ja: auch ich finde, wer sich als professionell nach außen darstellt und kluge Ratschläge erteilt, sollte das ortographisch korrekt tun, um nicht belächelt zu werden.
    Meiner Einschätzung nach ist der klassische digitale Nomade derzeit ein Twen mit abgeschlossenem Studium und vielleicht etwas Arbeitserfahrung, der, wie Twens das nunmal so machen, sich ausprobiert, unangepasst und explorativ leben will. Eine Ausprägung der Generation Y. Eine Folgeentwicklung unserer veränderten Berufswelt und neuer Möglichkeiten.
    Deshalb hat mich der Titel „DN werden erwachsen“ so angesprochen – denn diese Entwicklung wird sicherlich weiter gehen und aus einigen Partyparty-Twen-Nomaden werden ernstzunehmende -vielleicht dauerreisende, vielleicht Jahresabschnitts-seßhafte- Unternehmer werden, die unsere Arbeitswelt und unseren Denkhorizont erweitern und bereichern können. Das ist das, aus meiner Sicht, eher spannende daran.
    Ob der Begriff „Digitaler Nomade“ nun per Definition (jetzt schon) in Stein gemeißelt werden muss, kann man m.E. hinterfragen. Warum lassen wir sich die Szene nicht einfach entwickeln? Ist doch egal, ob man jetzt einen festen Wohnsitz hat oder nicht. Steuern zahlen finde ich übrigens anständig – egal wo man lebt auf dieser Welt, man ist immer ihr Bürger und kann sich als solcher ruhig auch finanziell in die Gemeinschaft einbringen. Diese Steuerspar-Diskussion betrachte ich eher mit Stirnrunzeln.

    So viel dazu von einer „Nicht-Nomadin“, die sich intensiv für die Thematik interessiert, auch wenn sie weiß, wo sie hin gehört – und das ist (oh Graus!) das Land in dem sie aufgewachsen ist, sozialisiert wurde, Familie und Freunde hat, Brauchtum und Nahrung liebt und Steuern zahlt: Bayern. 😉

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