Es wird Zeit, die rosarote Brille in Bezug auf das Leben als digitaler Nomade einmal abzunehmen. Ich wage heute einen Blick in die Tiefen der digitalnomadischen Abgründe. Ausnahmsweise kommt dieser Blick diesmal von Jemandem, der auch ortsunabhängig lebt. Kann ja bei der Perspektive zuträglich sein.

Viele, die sich aufmachen, um als digitale Nomaden durch die Welt zu flitzen, gehen anfänglich davon aus, dass sie ihren grauen Alltag hinter sich lassen und in eine Welt voller Regenbögen und Einhörner eintauchen. So ging es mir auch.

Wir vergessen dabei aber häufig, dass wir uns selbst, unsere Charaktereigenschaften, unsere psychischen und physischen Schwachstellen, sowie all unsere Ängste und Sorgen immer mitnehmen. Ein Ortswechsel lässt dies Probleme für eine Weile vergessen, aber sie kommen wie ein Boomerang zurück, und treffen uns dann um so härter.

Routinen außerhalb der Routine

Die Probleme bleiben. Aber Routinen, die man zuhause entwickelt hat, und die bis dato immer gut geklappt haben, sind plötzlich weg. Sie sind unterwegs sehr schwer zu etablieren und ohne diese kommen einige Menschen völlig aus dem Takt, werden unproduktiv und lassen sich hängen. Es ist mühevoll und dauert lange, zu lernen, wie man Routinen etablieren kann, wenn man häufig den Ort wechselt.

Viele wollen den Routinen entkommen und finden gerade darum das ortsunabhängige Leben so spannend. Mir geht es auch so. Routinen werden für mich schnell langweilig. Ich muss immer wieder aus ihnen ausbrechen. Aber die Wahrheit ist: So verrückt das auch klingen mag, man muss sich Routinen innerhalb der Routinenlosigkeit schaffen.

Wenn nicht bezogen auf den Ort, dann bezogen auf die Zeit. Wenn nicht bezogen auf den gesamten Tag, dann zumindest am Morgen und Abend. Es tut mir fast ein bisschen weh das zu sagen, aber Routinen sind unerlässlich für digitale Nomaden, die ein erfolgreiches Business aufbauen oder steuern möchten.

Aber da hört es noch nicht auf. Nicht zuletzt kommt eben auch das Geld nicht von allein. Die Sorgen darum aber kommen gewiss, wenn keines mehr da ist. Und eben jene Geldsorgen verschwinden nicht einfach, wenn man das gleiche Einkommenslevel erreicht hat, dass man in seinem letzten Job hatte.

Als Selbstständiger ist es unerlässlich, langfristig deutlich mehr zu verdienen, als man es im letzten Job getan hat. Man muss fürs Alter sparen, ins Business reinvestieren können, Freelancer bezahlen, Steuern bezahlen, und so weiter. All dieses Geldmanagement kann einem Sorgen machen.

Die meisten Selbstständigen legen diese Existenzsorgen nie komplett ab, denn die eigene Wahrnehmung verschiebt sich mit steigenden Einnahmen ja auch. Wann ist man schon „sicher“? Man muss lernen, mit diesen Sorgen zu leben und sie nicht mit ins Bett zu nehmen.

Die Downsides der persönlichen Freiheit

Es gibt sie, die dunkle Seite des ortsunabhängigen Lebensstiles. Nicht nur auf Businessebene, auch im Privaten.

Sie mag bei jedem Menschen etwas anders aussehen, aber sie ist bei uneingeschränkt jedem Nomaden erkennbar. Absolut niemand lebt in einer funkelnden Regenbogenwelt, aber Jeder stellt sich gern nach Außen so dar. Das liegt in der Natur des Menschen, und natürlich somit umso mehr in der Natur des Bloggers (ein Grund, warum Facebook so erfolgreich ist).

Es gibt digitale Nomaden, die so viel Arbeiten und reisen, dass man sich fragt, wann der erste Herzinfarkt kommt. Es gibt Nomaden, die auch nach Jahren ihre Existenzängste nicht in den Griff bekommen haben und schlecht schlafen.

Ich kenne Nomaden, die ihre innere Ruhe völlig verloren haben und wirken, als wären sie auf Speed. Nomaden, die das hohe Maß an Freiheit nicht verkraftet haben und zu Alkoholikern geworden sind oder andere Mittelchen schlucken.

Nomaden, deren soziale Kontakte sich auf Facebook und Tinder beschränken und die ihre Aufenthaltsorte wie McDonald-Menüs konsumieren, ohne sich mit den Menschen vor Ort auseinanderzusetzen.

Zugegeben, dass sind alles extreme Beispiele. Aber es gibt sie. Weltweit, auch hier im Nomadenhotspot Chiang Mai sind sie zu beobachten. In den Cafés, den Bars und den Coworking Spaces. Getriebene, Verunsicherte, Mittellose, Heimatlose. Aber natürlich stehen diesen auch Glückliche, Selbstbewusste, in sich Ruhende gegenüber. Alles vertreten. Wie im wahren Leben!

Wie jede Entscheidung, ist auch die Entscheidung für einen ortsunabhängigen Lebensstil ein Trade-Off. Es gibt sehr viele positive Aspekte. Aber ein hohes Maß an Freiheit erfordert auch ein hohes Maß an Eigenverantwortung.

Blick auf mich selbst

Wenn ich auf mich selbst schaue, bin auch ich in den letzten 5 Jahren durch viele Höhen und Tiefen gegangen. Existenzängste, Rastlosigkeit, innere Unruhe, Verlust von Freundschaften. Ich habe vieles von dem oben beschriebenen selbst durchlaufen. Immer mit der Hoffnung und dem Antrieb, das alles irgendwann hinter mir zu lassen. Nicht oft, aber hin und wieder, holen auch mich Dinge davon wieder ein.

Nicht nur digitale Nomaden, auch andere Selbstständige und Unternehmer kennen diese Sorgen und Probleme. Es sind innerhalb dieser Gruppe recht typische Probleme. Die Ortsunabhängigkeit macht diese nicht besser. Manche Probleme verstärkt sie nur noch mehr.

Am Anfang hat man ständig Angst, dass nicht genug Geld reinkommt. Man buckelt sich den Rücken vor dem Laptop krumm. Arbeitet 12, 13 Stunden. Kann nicht schlafen.

Irgendwann läuft es dann etwas besser. Aber die anfänglichen Schwierigkeiten sitzen noch tief. Man arbeitet weiter hart, gönnt sich keine Pause. Plötzlich sagt der Körper dann: Stopp.

Man hört auf seinen Körper, aber fällt ins nächste Extrem. Arbeitet kaum noch. Schließlich findet man plötzlich Gefallen am vielen Reisen.

Das Ersparte ist nach einer Weile wieder geschrumpft. Man steht am Anfang, arbeitet diesmal noch härter, hat sich aber an das viele Reisen so sehr gewöhnt, dass man nun 14 Stunden arbeitet und alle 3 Wochen den Ort wechselt. Stresspegel 100 Prozent.

Irgendwann hat man finanziell den Bogen raus, es kommt ordentlich etwas herein. Man kann eine nette Summe zurücklegen. Alles scheint gut zu laufen. Wäre da nicht die Tatsache, dass man sich schon so sehr an diese Rastlosigkeit und den hohen Arbeitspegel gewöhnt hat. Man könnte nun auch mal einen Gang zurück schalten, aber tut es nicht. Schließlich stecken einem die schlechten Zeiten noch im Blut.

Abends ein Buch lesen, Laufen gehen oder mit Freunden auf dem Balkon sitzen und über Belanglosigkeiten klönen und lachen? Gar nicht so leicht, sich dazu durchzuringen. Der Laptop ist doch so nah und es gibt noch so viel zu tun.

Man realisiert, dass es Zeit ist, wieder mehr zu leben. Zur Ruhe zu kommen. Auf die Bremse zu treten. Aber wie schafft man das, ohne wieder ins andere Extrem zu verfallen?

Man erinnert sich an den Geruch des Meeres, Fahrradtouren und das Gefühl von Langeweile. So schlimm war Langeweile gar nicht. Und auch Sonntag Nachmittage eingemümmelt vor dem Fernseher zu verdödeln und Hollywood Schinken zu gucken – das hatte doch was.

Zwar hat es nicht den Intellekt erweitert oder das Business skaliert, aber es hat entspannt. Hat sich wohlig angefühlt.

Zeitoptimierung und Zeitmanagement. Effizienz. Pomodoro-Technik. Ein schlechtes Gewissen, Zeit zu vertrödeln. Nicht jeder digitale Nomade ist auf totale Effizienz getrimmt, aber dieser Trend ist in der Szene vorhanden und er ist mit Vorsicht zu genießen.

Die Mitte zwischen den Extremen zu finden ist gar nicht so leicht. Die Mitte. Was ist die Mitte? Wo ist mein gesunder Wohlfühlpunkt? Wo kann ich endlich ankommen? Runterkommen! Einen stabilen Rhythmus aufnehmen.

Zuhause, Heimat, Bindungen und Co

Als digitale Nomaden bewegen wir uns von Ort zu Ort und genießen die Freiheit, jederzeit wieder losziehen zu können, wenn uns das Fernweh packt. Für die Wenigsten ist dieses Konzept aber tatsächlich eine Dauerlösung.

Die wenigsten Nomaden peilen langfristig eine Karriere als Eremit an, sondern sind einfach nur abenteuerlustig.

Immer nur an einem Ort zu verharren erscheint irgendwann fast undenkbar. Trotzdem sehnt man sich irgendwann nach festen Bezugspunkten. Wer den digitalnomadischen Lebensstil, beispielsweise als Perpetual Traveller, dauerhaft auf die Spitze treibt und nicht irgendwann den Absprung schafft, wird jedoch unweigerlich in der zweiten Lebenshälfte zum Einsiedler, davon bin ich überzeugt.

Einsiedler sind Menschen, die mit ihrem Gedankengut oder ihrer Lebensweise sich (aus freien Stücken) einsam etablieren, egal ob geographisch, gesellschaftlich oder mental. Einsiedler zu werden kann eine bewusste Entscheidung sein und wer sie trifft, dem wünsche ich alles Glück der Erde. Aber man muss sich der Tragweite bewusst sein.

Anders verhält es sich noch mit 20 oder 30. Ein Leben als Dauerreisender heißt nicht, Abstriche bei den sozialen Kontakten zu machen. Aber wenn die Sturm und Drang-Zeit sich dem Ende nähert, dann sehnt man sich nach echten Verbindungen. Familie. Egal, in welcher Form. Egal, ob Bilderbuchfamilie, Regenbogenfamilie oder Nomadenfamilie.

Trotzdem heißt ein ortsunabhängiger Lebensstil nicht, dass man irgendwann zwangsläufig in seine 2-Zimmer Wohnung irgendwo in Deutschland zurückkehren, sich eine Küche kaufen und das vorherige Leben als „eine Phase“ abtun muss. Dieses Schwarz- und Weiß-Denken stößt mir häufig auf. Warum nicht auch hier die Mitte suchen? Wo auch immer die persönliche Mitte liegt.

Auch ich habe diese Mitte noch nicht gefunden, aber ich spüre, wie ich mich über die letzten Jahre dieser Mitte immer weiter annähere. Dieses Gefühl beruhigt mich.

Die Freiheit, selbst zu entscheiden, wann und wo man einen Anker wirft

Schließlich gilt gerade als Nomade: Einmal wirklich frei in der Wahl des Aufenthaltsortes kann man sich sein Zuhause frei wählen. Kann sogar mehrere davon haben. Kann sein Zuhause auch, statt sich geografisch festzulegen, vielmehr an Menschen festmachen.

Menschen sind Rudeltiere. Auch mit einem zuhause (oder mehreren) kann man noch Reisen. Ortsunabhängigkeit ist letztendlich reine Kopfsache und hat nichts damit zu tun, viele viele Kisten irgendwo in Kellern stehen, ob du einen Mietvertrag hast oder nicht, in Deutschland gemeldet bist oder eine Miles and More Karte hast.

Es geht hier nur um dich und die Dinge, die dir helfen, ein Leben nach deinen Wünschen zu gestalten. Höre in dich! Was willst du eigentlich?

Viele Freiheiten = Viel Dummheiten

Ein ortsunabhängiger Lebensstil bedeutet ein Maximum an Freiheit. Man kann sein Leben frei gestalten. Selbst entscheiden, wann, wo und wie man arbeitet, solange Geld hereinkommt.

Das bedeutet aber auch, dass man sein Leben kräftig vor die Wand fahren kann. Jeden Abend feiern gehen kann. Sich ständig einsam fühlen kann. Entwurzelt fühlen kann. Depressionen bekommen kann. Panik bekommen kann.

Ein Leben mit maximaler Freiheit erfordert eine maximales Maß an Eigenverantwortung. Ein entwurzeltes Leben erfordert Selbstvertrauen.

Wer auf wackligen Beinen steht, psychisch instabil ist, der sollte nicht die Rettung im Leben als digitaler Nomade suchen, sondern lieber einen großen Bogen um diesen Lebensstil machen und sich erst einmal um das eigene Innere kümmern, bevor man die Rettung in der weiten Welt sucht.

Da kann Julia Roberts in Eat Pray Love noch so viel auf Bali herumspazieren: Sich selbst zu finden erfordert kein ortsunabhängiges Leben, sondern vor allem eine Menge gesunder Selbstreflexion. Dazu braucht man nicht den indischen Ozean, das geht auch am Dortmunder Baggersee.

„Und nun? Genug abgekotzt, Tim?“

Ich will eigentlich gar nicht mit dem Zeigefinger herumwedeln. Ich will dir nur einen Einblick in die Realität geben. In meine letzten 4 Jahre. In das, was ich bei anderen Nomaden beobachten konnte. Ungeschminkt.

Es gibt hier keine Regenbögen und Einhörner.

Mehr Freiheit, ja, die gibt es. Aber sicher nicht weniger Probleme. Ortsunabhängigkeit ist nur eine größere Leinwand. Mehr Platz für deine Ideen und Träume. Aber das Bild, das musst du immer noch selbst malen. Und wenn du nicht malen kannst, dann wird das Bild durch eine größere Leinwand sicher nicht schöner.

Ich liebe den ortsunabhängigen Lebensstil und lebe ihn sicher weiterhin. Mal stärker, mal schwächer, so wie es in meine Lebenssituation passt. So, wie es meine Lebenssituation und ich gerade brauchen.

Vermutlich werde ich bald wieder sesshafter. Ich sehne mich ein wenig danach. Aber nicht so sesshaft, wie die meisten Menschen sesshaft verstehen. Trotzdem viel unterwegs. Multilokal. Dort, wo Menschen sind, die mich vom Flughafen abholen.

Ich will dir mit diesem Artikel nicht den Weg zum digitalen Nomaden madig machen. Auch will ich niemandem seine Lebensentscheidungen kaputt reden. Ich will dir aber aufzeigen, dass es hier kein „ganz oder gar nicht“ gibt. Kopiere nicht blind das, was andere dir vorleben. Hinterfrage die Regenbogenkulisse. Höre auf dich selbst und auf deine Ängste. Stelle dich ihnen, aber übertreibe es damit auch nicht.

Und wenn du Metaphern genau so magst wie ich, dann nimm diese doch gleich auch noch mit: Ein Lebensstil als digitaler Nomade ist nicht dein Ticket ins Paradies. Es ist der Beginn einer Fahrt mit ungewissem Ziel. Wo du am Ende ankommst, liegt an dir.

Ich würde diese Fahrt jedenfalls jederzeit wieder aufnehmen!

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim lebt und arbeitet seit mehr als vier Jahren als ortsunabhängiger Unternehmer abwechselnd in Berlin, Saigon und Bangkok. Er betreibt einen Outsourcing-Service für Architekten und ist zudem Gründer des Citizen Circle. Zudem schreibt er als Autor über das ortsunabhängige Leben und Arbeiten.

35 Antworten zu “Digitale Nomaden: Die dunkle Seite der Freiheit”

  1. Danke für diesen tollen Beitrag!
    Ich denke, viele malen sich das Leben als digitaler Nomade in bunteren Farben aus, als es in der Realität ist. Und mit deinen Worten redest du meiner Ansicht nach niemandem seine Lebensentscheidung kaputt. Wer nur vor sich hinträumt oder mit der Freiheit der Selbständigkeit/Ortsunabhängigkeit nicht umgehen kann, wird vermutlich scheitern. So einfach ist das.
    Jeder Selbständige muss seinen Weg finden, seine Art, den Alltag zu strukturieren. Das braucht es, wie ich finde: Struktur und Stabilität. Aber ein anderer mag das vielleicht wiederum anders sehen…
    Liebe Grüße
    Kathi

  2. Hallo Tim,

    Deine Worte berühren. Sie beschreiben ganz genau wie es ist. Denn es ist ein ständiges Auf und Ab. Das komplette Leben wird auf den Kopf gestellt. So lange, alles neu und aufregend ist, ist es spannend und nährt das Gemüt positiv. Aber genauso oft steht man plötzlich vor dem Nichts – keine Freunde, die man mit jedem Problem um 12 Uhr nachts anrufen kann, Schwierigkeiten in der Verständigung, da man die Sprache nicht spricht (besonders spannend bei Behördengängen), Probleme notwendige Güter schnell zu erhalten, da man nicht weiß, wo die Shops sind…. Dazu kommen ständige Existenzängste, genau wie du es so schön deutlich machst. Ganz schlimm wird es, wenn man keine Partnerschaft hat und die ganze Zeit als Single unterwegs ist. Nicht, dass es schlecht ist, aber manchmal weckt das eine tiefe Sehnsucht nach viel tieferer Nähe. Die vielen wunderbaren Menschen, denen man auf seinem Weg begegnet sind manchmal einfach nicht genug.

    Ich will dieses Leben trotzdem mehr als jedes andere, da ich in einem anderen Leben einfach nur andere Probleme und Hürden zu überwinden hätte. Und diese hier sind mir lieber. Du bringst es auf den Punkt: mit ein wenig Routine lässt sich dieses Leben händeln.

    Danke dir für diese wertvollen Gedanken und schöne Grüße,

    Marta

  3. Toller Artikel Tim. Kann viele deiner Erkenntnise bestätigen. Auch ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass mir auf Dauer ein zu häufiger Ortswechsel zu stressig wird. Man braucht dann doch immer etwas Zeit bis man sich eingewöhnt hat.
    Das macht sich dann auch bei der Arbeit und im Privatleben bemerkbar.
    Multilokal, wie du es handhabst, ist wohl die effektivste Variante um das Bedürfnis nach Abwechslung, Freiheit aber auch guter Arbeit und Sozialleben zu vereinen.

    Beste Grüße Simon

  4. Irgendwie ist mein erster Kommentar verschwunden…
    Danke für diesen tollen Beitrag!
    Ich denke, viele haben tatsächlich ein verzerrtes Bild vom Leben als digitaler Nomade. Es ist nicht alles rosarot und keine ewige Party… Es kommt darauf an, seinem Alltag Struktur zu verleihen und eine gewisse Stabilität für sich selbst herzustellen.
    Liebe Grüße
    Kathi

  5. Hallo Tim,

    spannender Beitrag. Ich postuliere ja immer wie glücklich ich 9 to 5 bin und frage mich doch immer, wenn ich meina Nomaden-Freunede beäuge wie viel Nomade in mir steckt. Viele Dinge über die ich mir in dem Zusammenhang Gedanken mache, tauchen nun hier auch bei dir auf.

    Begeistert hat mich kürzlich ein Seminar das ich besuchte. Thema eigentlich Zeitmanagement, aber die Basis mit der wir die erste Stunde verbrachten, war zu verstehen, dass unser Stuhl stehen muss. Unser Stuhl hat vier Säulen: Arbeit, Soziales, Gesundheit und Persönliches. Wenn wir uns für eine Säule zu wenig Zeit nehmen, wird das Stuhlbein kürzer und irgendwann fallen wir. Deshalb war der Ansatz, nicht nur über die Zeit auf der Arbeit, sondern in unserem Leben nachzudenken. Das fand ich sehr, sehr hilfreich und habe mich über diesen Gedankengang gefreut. Richtig stabil ist mein Stuhl nicht, aber seither bin ich auf einem besseren Weg dahin und lese endlich auch wieder einfach nur mal faul ein Buch – keines zur Selbstoptimierung, sondern zur Unterhaltung.

    Viele Grüße
    Tanja

  6. Hey Tim,

    danke dir, für diesen ehrlich geschriebenen Artikel. Schade nur, dass man nicht mehr zu lesen bekommt von der ungeschönten Wahrheit, die sich hinter Inselbildern und Laptop-Screens versteckt.

    Der Artikel hat mich auf jeden Fall ein bisschen aufgerüttelt, bzw. in mir ein Bewusstsein erweckt, das ich im Hinterkopf behalten werde, sollte ich mich an meine nächsten Reiseplanungen machen.

    Lieben Gruß,
    Kim

  7. Super Artikel Tim, ich denke bei all dem Glanz und der Euphorie ist auch eine andere Perspektive auf das Nomadentum wichtig.

    „Sich selbst zu finden erfordert kein ortsunabhängiges Leben, sondern vor allem eine Menge gesunder Selbstreflexion. Dazu braucht man nicht den indischen Ozean, das geht auch am Dortmunder Baggersee.“

    Gesunde Selbstreflexion und „ehrlich ein“ zu und mit sich selbst ist auch wichtig denk ich, wie du gesagt hast vor sich selbst flüchten geht nicht auf Dauer.

  8. Hi Tim,

    wieder einmal sehr wertvolle Arbeit, die du mit deinem Artikel leistest. Bin mir sicher, dass die Mehrheit der „Ich setze jetzt nen Blog auf und bin Digitaler Nomade“-Anhänger das nicht lesen will, sondern weiter vom Conni-Insel-Zen-Leben träumt.

    Deine Argumentation finde ich in fast alle Punkten sehr gut und schlüssig. Nur der Satz „Als Selbstständiger ist es unerlässlich, langfristig deutlich mehr zu verdienen, als man es im letzten Job getan hat“ stört mich. So oder ähnlich argumentierst du öfter (und kannst das aus deiner Lage heraus natürlich auch). Aber ich denke, dass es auch andere Wege gibt, um glücklich zu leben. Ich zum Beispiel habe entdeckt, dass ich deutlich weniger zum Leben brauche, als ich es früher als gut bezahlter Angestellter getan habe. Nur geht es mit jetzt deutlich besser als früher und ich muss trotzdem nicht an den Dingen sparen, die mir wichtig sind.

    „Zeit ist das Wichtigste im Leben“ sollte eben nicht nur auf den ganzen schönen Facebook-Sprüchen stehen, sondern im Idealfall leben wir auch danach. Und das kann durchaus bedeuten, dass ich mich bewusst gegen mehr Arbeit und dadurch für weniger Geld entscheide, ohne dass ich einen Millimeter meines Glücks und meiner Lebenszufriedenheit verliere. Bei diesem Punkt habe ich das Gefühl, dass ganz viele im „Online-Business“ auch keinen Schritt weiter sind als die normalen Arbeitssklaven, denen wir immer das Hamsterrad ausreden wollen.

    Liebe Grüße

    Mischa

    • Tim Chimoy

      Danke für deinen Kommentar Mischa. Du sagst: „Nur der Satz „Als Selbstständiger ist es unerlässlich, langfristig deutlich mehr zu verdienen, als man es im letzten Job getan hat“ stört mich. So oder ähnlich argumentierst du öfter (und kannst das aus deiner Lage heraus natürlich auch). Aber ich denke, dass es auch andere Wege gibt, um glücklich zu leben.“

      Ich stimme dir zu, es gibt auch andere Wege, glücklich zu leben. Das ist eine persönliche Entscheidung. Mein Artikel ist aus der Perspektive eines Vollblut-Entrepreneurs geschrieben, der Geld als Werkzeug sieht, spannende Ideen umzusetzen. Und davon habe ich einige. (Da sind die Architektur-Konzepte nicht einmal die Größten.) jemand, der bewusst downsized und mit weniger Ideenumsetzung glücklich ist (zumindest der „großen Ideen“), findet sich sicher in einigen Stellen meines Artikel nicht wieder. Ich kann ja nur aus meiner Perspektive authentisch schreiben :-)

      Von dem Punkt mal abgesehen sind wir uns ja einig. In dem einen, anderen Punkt sind wir einfach recht verschieden :)

      Aber vollkommen richtig: Man sollte das Glück nicht im Geld suchen.

    • Tim Chimoy

      Danke Johannes. Mir ist ein ausgewogenes Bild wichtig. Gerne zeige ich daher ab und zu die negativen Aspekte dieses von mir selbst gewählten Lebensstils. Aber noch lieber spreche ich natürlich von den Positiven, denn davon gibt es auch sehr viele :)

  9. Hi, tim.
    Ein exzellent geschriebener Artikel der so einige Nägel auf den Kopf trifft. Grade der Baggerseehinweis ist nicht schlecht.
    Ich denke, daß sehr viele Digitale Nomaden eigentlich eher auf der Flucht sind. Vor besagten Problemen und Unpässlichkeiten. Irgendwann auf der Reise werden sie an den Punkt kommen wo sie feststellen, daß das Handgepäck genügend Platz hatte für all die kleinen Päckchen an Sorgen und Marotten, die man ja eigentlich zuhause lassen wollte.
    Gruß, Max von fortgefahren.tv

    • Tim Chimoy

      Hi Max, danke für deinen Kommentar. Dieses „auf der Flucht sein“ ist immer so eine Sache. Was heißt das eigentlich genau? Meistens heißt es „auf der Flucht vor Problemen“. Aber da gibt es kein falsch oder richtig. Man kann Probleme weder zuhause durch Untätigkeit loswerden, noch von unterwegs. Man kann auch von zuhause „auf der Flucht“ vor Problemen sein. Da hilft es nur, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Ortswechsel können nee Denkimpulse geben, aber wer langfristig ortsunabhängig lebt, den treiben dann am Ende doch ganz andere Dinge um, als Problemflucht :)

  10. Hallo Tim – sehr schöner Artikel!
    Auf lange Sicht kommen einfach irgendwann die menschlichen Grundbedürfnisse zum Tragen – und dazu gehören neben Freiheit, Selbstverwirklichung und Erfolg eben auch Bindung, und Bedeutung bzw. Verantwortung übernehmen. Ich erlebe das übrigens auch immer wieder in meiner psychotherapeutischen Arbeit. Langfristige (freundschaftliche oder partnerschaftliche) Beziehungen sind nicht durch viele short-term-Beziehungen zu ersetzen – beides ist gut & wichtig. Das Konzept „Multilokal“ finde ich deshalb ziemlich klasse – das scheint mir ein guter Weg zu sein, Freiheit, Entwicklung, Bindung & Beziehung zu vereinbaren. Wenn dann noch eine Community dazukommt -in welcher Form auch immer – perfekt! Dann wird die Reise-Geschwindigkeit eben noch ein bisschen langsamer, der Fokus richtet sich auf andere Dinge – klingt nach Wachstum & Entwicklung, oder ?
    LG, Alexander

    • Tim Chimoy

      Danke Alexander. Ich bin froh, dass du den multilokalen Lebensstil auch als eine Lösung ansiehst, der all diese Aspekte unter einen Hut bringen kann. Mit gibt dieser Weg auch ein gutes Gefühl. Man kann viel engere Bindungen aufbauen. Im digitalen Subkosmus ja auch bei uns im Citizen Circle zu beobachten. Klasse statt Masse :-)

  11. Hallo Tim,

    Schöner Artikel. Vor allem, weil du nicht wie so viele einfach nur von Regenbögen und Einhörner erzählst. Ich finde, dass sich da die ganze Szene auch mal an die eigene Nase fassen muss und nicht jeder der immer Reisende Travel Junkie sein muss bzw. kann. Einfach zu Hause in Deutschland frei zu arbeiten kann auch ganz schön sein. Natürlich bin ich auch gerne unterwegs aber ich brauche immer einen Ausgleich dazu. Irgendwie muss ich zwischendurch wieder geerdet werden, damit ich den nächsten Trip auch wirklich genießen kann.

  12. Hallo Tim,

    Guter Artikel erstmal,

    Was du da beschreibst, würde ich teilweise auch einfach als Teil des Lebens sehen, nicht umbedingt als Teil nur des Digitalen Nomaden. Das Leben ist nunmal ein Gebirge, mit Hohen sowie Tiefen. Aber ein Leben ohne Tiefen… Dann würde man die Höhen ja gar nicht mehr schätzen, also ist es doch gar nicht so verkehrt sich mal so zu fühlen?

    Das Leben prüft uns jeden Tag wieder aufs neue, und man kann sich auch unwohl fühl in einem „normalen“ Leben, mit Wohnung, Frau, Familie und Kinder. Ich mein jeden Tag auf die Arbeit zu fahren, 10-12 Stunden arbeiten, sein bestes tun und trotzdem mit der Angst zu leben, dass man nächsten Tag auf der Strasse sitzt, da Arbeitsplätze heutzutage unsicherer sind denn je. Hat man dazu noch ein schlechtes Umfeld von Mitarbeiter, automatisch wenig Zeit für Freunde und Familie, so kann man sich auch schnell einsam fühlen.

    Ich denke man muss, wie angesprochen die goldene Mitte finden, was nicht immer einfach ist. Sich täglich daran erinnern Dinge zu tun die in einem Freude hervorrufen, einem Spass machen.

    LG aus Wien

    Pit

  13. Richtig toller Artikel, Tim!

    Ich selbst zähle mich zwar nicht zu den “typischen“ digitalen Nomaden (weil ich tatsächlich eher ein Auswanderer bin), finde mich aber dennoch in vielen Aspekten wieder.

    Gerade in Bezug auf die Freiheit hatte ich erst vor ein paar Tagen ein gutes Gespräch mit einer Freundin, in welchem ich zu einem ganz ähnlichen Ergebnis gekommen bin: Mehr Freiheit, mehr Verantwortung.

    Wann, wie und vor allem wie viel gearbeitet wird, ist keine leichte Frage, wenn man sich selbstständig macht, das musste ich auch erkennen.

    Dennoch: Dieses Leben habe ich mir bewusst ausgesucht und ich liebe es jeden Tag – und wie es in der Liebe nun mal ist: Man kauft die Schattenseiten gleich mit. Aber ich wachse daran, schneller als je zuvor und das gefällt mir. Ich mag halt Herausforderungen.

    Da ich wohl in nächster Zeit sowohl in Hanoi als auch in Hamburg sein werde, würde “multilokal“ als Bezeichnung wohl passen.

    Danke dir für die schönen Minuten des Lesens 😉

    LG Etienne

  14. Hallo Tim,

    danke für diesen sehr gelungenen Artikel – humorvoll und doch sehr ehrlich. Vieles davon trifft perfekt auf eine Art „Nomad Blues“ zu, den ich in den letzten Tagen spüre. Der Wunsch Ortsunabhängigkeit war für mich der letzte Funken für den Start in die Selbständigkeit. Mittlerweile liebe ich die Selbständigkeit, zweifele aber an der Ortsunabhängigkeit.

    Ja, es ist toll, so frei zu sein, im November bei 25° am Strand zu sitzen und nächsten Monat schon wieder ganz woanders sein zu können. Aber trotz einiger Bekanntschaften unter Nomaden fehlt das feste soziale Umfeld. Dieses „mal eben auf einen Kaffee treffen“ gibt es einfach nicht.

    Dass Ortsunabhängigkeit nicht heißen muss, dass man rastlos jede Woche von einem Ort zum anderen zieht, wird ja oft unterschlagen. Vielen Dank also für die Erinnerung daran, dass jeder seinen eigenen Lebensstil finden muss und vor allem: darf.

    Schönen Gruß
    Michelle

  15. Vielen Dank für diese ehrlichen Worte.
    Ich würde mir wünschen, dass mehr Nomaden so intensiv reflektieren. Über Sich Selbst, das Reisen und auch die Orte. Denn manche Blogs lesen sich fast wie ein Reisekatalog. Mir fehlt oft die wirkliche Auseinandersetzung mit dem Leben und dem Reiseort.

  16. Huch wo ist mein Kommentar geblieben? Ich entschuldige mich schon mal, falls ich jetzt doppelt poste, kann meinen Kommentar jedoch nicht mehr sehen…

    Vielen Dank für diese ehrlichen Worte.
    Ich würde mir wünschen, dass mehr Nomaden so intensiv reflektieren. Über Sich Selbst, das Reisen und auch die Orte. Denn manche Blogs lesen sich fast wie ein Reisekatalog. Mir fehlt oft die wirkliche Auseinandersetzung mit dem Leben und dem Reiseort.

    Ich denke auch gerade diese Auseinandersetzung mit sich Selbst und der Welt ist als Nomade essentiell und bestimmt über Scheitern oder Erfolg. Ich komme aus dem sozialen Bereich und hier ist es oft so, dass gerade motivierte Leute schnell ausbrennen, weil sie nicht genug auf sich Selbst achten, oder auch Probleme aufsaugen wie ein Schwamm.
    Und so ist es ja sicher auch als Nomade, tausende Eindrücke und erschwert die Problematik, dass Abgrenzung schwerer wird, da man diese Eindrücke ja nicht einfach abschalten kann. Man steckt ja trotzdem noch im selben Szenario, auch wenn man gerade nicht arbeitet.

    Viele Grüße, Anja

  17. Lieber Tim,

    danke dir für den tollen Post! Da hast du dir ja wirklich einige Gedanken gemacht und ich finde, du hast mit allem Recht.

    Ich bin aus Überzeugung digitale Nomadin und werde es so lang wie möglich bleiben. Leider habe ich selbst nach einem Jahr immer noch viel Gegenwind aus meinem privaten und familiären Umfeld. Das liegt allerdings vor allem an der Sorge, dass ich mit diesem Leben nicht finanziell unabhängig werden kann. Meine Eltern und Co. kennen weder dich noch andere digitale Nomaden und denken, ich bin da in eine Sekte geraten und dass ich niemals genügend Geld verdienen werde. Dass das gar nicht möglich ist. Ich denke, das ist weiterhin mein größtes Problem. Diese Sorgen übertragen sich auf mich und anstatt konzentriert zu arbeiten, mache ich mir so viele Gedanken, dass ich nicht weiterkomme, obwohl ich ständig vor meinen Projekten sitze. Das bereitet mir Kopfschmerzen und Bauchschmerzen und sorgt für Streitsituation. Geht gar nicht!

    Wahrscheinlich bin ich noch weit entfernt von meiner persönlichen goldenen Mitte. Aber ich möchte sie auf jeden Fall finden! Aufgeben gibt’s nicht.

    Danke für die wahren Worte und die vielen, vielen Denkanstöße!

    Liebe Grüße aus Sizilien
    Barbara

  18. Lieber Tim,

    einen sehr lesenswerten Artikel hast du da zu diesem Thema geschrieben – einmal mehr.

    Die Rosarotebrille abgenommen bzw. nicht nur durch sie hindurch geschaut, wie es ja durchaus manche in der Szene machen.

    Ich stehe selbst gerade am Beginn meiner „Onlinebuisness Karriere“ und mich faszinieren die Möglichkeiten eines Digitalen Nomadentums weiterhin sehr (Freiheit, Ortsunabhängigkeit, passives Einkommen).

    Aber ich versuche definitv beide Seiten zu sehen. Insbesondere zwei deiner angesprochenen Punkte halte ich für extrem wichtig:

    1) Wir sind selbstständig. Selbst & ständig, sagt schon das Wort. Konnte es selbst in den letzten 6 Monaten bei mir beobachten, wieviel Stunden ich täglich am Laptop saß. Um einen einigermaßen passablen Blog auf die Beine zu stellen – noch nicht mal, um damit Geld zu verdienen (kommt noch). Es wird einem nichts geschenkt. Du hast zwar deine Gestaltungsfreiheit, bist nicht mehr an dem Bürostuhl gefesselt, aber dafür nimmt dir keiner was ab – es liegt alles an einem selbst, was Einsatz, Disziplin, Akquise und Einkommen angeht.

    2) Bindungen, Ängste, Fluchten
    Was du da über manche Nomaden geschrieben hast, beunruhigt mich an diesem Lebensstil mit am meisten. Auch wenn man es nie pauschal sagen kann, klar. Gleichzeitig wundert es mich nicht. Ich kenne es aus eigener Erfahrung, wie schnell und leicht man vor sich und seinen Problemen weglaufen kann und oftmals auch tut. Ein Lebensstil, mit vielen Reisen und persönlicher Freiheit, unterstützt diese Verhaltensweise enorm.

    Deshalb kann ich die erwähnten Worte Eigenverantwortung und Selbstreflexion nur dick unterstreichen. Egal ob am indischen Ozenian oder am Bodensee.

    Vor allem bei mir und genau daran setze ich seit einiger Zeit an. Und hoffe mich daran zurück zu erinnern, bevor ich das erste Mal als „Digitaler Nomade“ in ein Flugzeug steige.

    Jenseits der Extreme in die Mitte – wie bei so vielem anderen auch im Leben.

    Ich werde weiterhin meine Ziele im Onlinemarketing verfolgen, mich aber auch gleichzeitig an die „dunkle Seite der Macht “ erinnern :)

    Dein wertvoller Beitrag wird mir dabei helfen. Danke dafür!

    Viele Grüße
    Oliver

    P.S. Und an den Eat Pray Love Mythos auf Bali glaube ich sowieso nicht – obgleich ich das Buch sehr gut fand 😉

  19. Hallo Tim,

    erst mal Danke für den schönen Artikel. Die eigene Mitte finden ist ein wirklich zentrales Thema und es macht mir ehrlich gesagt auch den Anschein eher im Leben auf einer Waage zu stehen. Jedes mal wenn man zufrieden in der Mitte angekommen ist, kippt man wieder auf die eine oder andere Seite – mal mehr mal weniger! Aber mit viel Training kippt man mit der Zeit deutlich weniger oft und weit, was sehr gut ist :)
    Wir sind zwar keine digitalen Nomaden, sondern eher digitalen Hausmaden – wenn auch nicht sehr schmeichelhaft. Bei uns beschränkt sich das Reisen und fremde Länder kennenlernen auf die Schul-Ferien, dann aber ausgedehnt und wohin wir wollen – natürlich immer mit ein bisschen Arbeit dank Internet.
    Egal ob Reisen, Arbeit, Familie oder sonstiges, wirklich glücklich sind wir, wenn wir unsere eigene Ideen und Gedanken in die Tat umsetzen können.
    Liebe Grüße Sandra

  20. Hi Tim,

    dann ein zweiter Versuch, nach dem mein erster Kommentar untergegangen zu sein scheint 😉

    Danke für eine weitere kritische (oder sagen wir nicht naive) Auseinandersetzung mit dem Digitalen Nomadentum. Ich schätze deine Beiträge dazu sehr!

    Weil ich mich ja gerade selbst auf den Weg zum Digitalen Nomaden gemacht habe, was auch immer das genau bedeuten soll oder für mich wird.

    Du schreibst : „Sich selbst zu finden erfordert kein ortsunabhängiges Leben, sondern vor allem eine Menge gesunder Selbstreflexion. Dazu braucht man nicht den indischen Ozean, das geht auch am Dortmunder Baggersee.“

    Dies halte ich persönlich für die größte Fallgrube dieses Lifestyles – und auch bei mir selbst. Während meinen Radreisen konnte ich es erleben, wie schnell man vor sich und den eigentlichen Motiven und Bedürfnissen davonraddeln kann. Ich konnte es bei mir beobachten, aber auch bei so einigen „Gefährten des Weges“.

    Erst nach meiner Rückkehr kam die Katharsis und Erkenntnis darüber.

    Dennoch bleibe ich dran, was du ja auch keinem in Abrede stellen möchtest. Aber mit Bewusstsein und Augenmaß, mit dem Wissen, dass es Schweiß und Tränen (gerne wörtlich nehmend) kosten wird, dass es eine gehörige Portion Selbstdisziplin bedarf, und letztlich die Möglichkeit eines Scheiterns auch mit einbezogen werden sollte. Dann glaube ich kann es funktionieren, mit dem Paradies, der Freiheit und der Ortsunabhhängigkeit, nach einem langem, mitunter sehr steinigen Weg ins Paradies :)

    Schnelle Erfolge und Umsätze preißen nur die Leute an, die damit selbst schnelle Erfolge und Umsätze generieren wollen. Nach einem Jahr in der Szene, habe ich dies aber auch von keinem seriösen oder namenhaften DN in dieser Form gehört oder gelesen. Auch wenn dies von manchen schon oftmals behauptet und kollportiert wurde – manchmal lohnt es sich, genauer hinzuhören oder zu lesen, ohne eigene Vorurteile 😉

    Liebe Grüße
    Oliver

  21. Hallo Tim,
    Ich liebe deinen klaren und offenen Schreibstil sehr. Noch mehr gefällt mir deine ehrliche und wahrhaftige Sicht auf die Dinge. Du nennst alles beim Namen und gehst in die Tiefe. Ich finde das wirklich beeindruckend. Weiter so, bitte.
    Liebe Grüße Anja

  22. Hey Tim,

    schön, auch mal etwas anderes als „Sitze mit dem Laptop in der Sonne am Strand“-Fotos zum Thema Nomaden zu sehen. Für die Mehrheit ist die Vorstellung dann eine viel schönere, als die Realität. Das sehe ich selbst hier auf meiner ersten lange Reise, während ich mein Business betreibe.

    Best wishes,
    Chris von chrisgsellmann.at

  23. Hi Tim,

    ein toller Artikel, der mich zum Nachdenken gebracht hat. Auch wir arbeiten derzeit an unserem Traum vom „ortsunabhängigen Arbeiten“, doch es gibt eben nicht nur die Vorteile sondern auch einige Nachteile.

    Liebe Grüße,

    Jannik von Gemeinsam zum Erfolg

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