Nicht jeder sollte ein digitaler Nomade werden. Man kann auch noch andere tolle Sachen mit seinem Leben anstellen, die einen mitunter sogar glücklicher machen.

Hin und wieder kontaktieren mich Menschen, die in Lebensumständen stecken, die sie zutiefst unglücklich machen und die sich von einem Leben als „digitaler Nomade“ eine Art Heilmittel für ihre chronische Unzufriedenheit versprechen.

Das ist brandgefährlich und es ist mir deswegen ein wichtiges Anliegen, dazu meine 2 Cent mit dir zu teilen. Wenn du fünf Minuten übrig hast, dann sind sie heute mit diesem Artikel gut investiert. Erst kürzlich bekam ich folgende Mail:

„Hallo Tim. Vor 2 Monaten habe ich meinen Job gekündigt, um auch ortsunabhängig arbeiten zu können und frei zu sein. Ich habe alles so gemacht, wie du es auf deinem Blog schreibst und ich es auch auf anderen Blogs gelesen habe. Nur leider finde ich jetzt nichts, womit ich Geld verdienen kann. Ich weiß nicht, was ich falsch mache, irgendwie klappt es nicht. Es wird alles nur schlimmer, und nicht besser.“

Diese Mail mag ein Extremfall sein, aber es zeigt, dass die Gefahr vorhanden ist, dass Menschen sich hier in etwas verrennen. Ich kenne allerdings auch keinen Blog, der nicht auch vor den negativen Seiten warnt. Alle zeigen auch die Downsides auf. Aber die kritischen Artikel werden offensichtlich hin und wieder überlesen.

Den Begriff „digitaler Nomade“ nicht überbewerten

Ein Leben als digitaler Nomade ist sicher eine tolle Sache für viele Menschen, die das klassische Arbeitsleben hinter sich lassen wollen. Kaufe bitte trotzdem nicht blind das Produkt „digitaler Nomade“ ohne vorher einmal die Verpackungsbeilage gelesen zu haben. Diese Packungsbeilage versuche ich dir trotzdem nun, mit diesem Artikel noch einmal in aller Klarheit zu liefern.

Eines vorweg: Ortsunabhängiges Arbeiten bedeutet (bis auf wenige Ausnahmen) vor allem erst einmal berufliche Selbstständigkeit. Danach kommt lange nichts. Berufliche Freiheit erreicht man in 99% aller Fälle nur als Selbstständiger.

Das kann Unternehmertum oder auch Freelancing sein. Hierfür muss man bereits der Typ sein, ein wenig Disziplin mitbringen und wissen, worauf man sich einlässt.

Daher: Lass den romantisch klingenden Begriff „digitaler Nomade“ einfach mal weg. Vergiss ihn für eine Weile, zumindest über die Länge dieses Blogartikels. Lass uns über Selbstständigkeit sprechen. Und über harte Arbeit. Über viel Arbeit und Eigenverantwortung. Und auch über das viele Reisen. Über die Einsamkeit unterwegs und die Disziplin, an einem neuen Ort jederzeit voll in deine Arbeit einsteigen zu können.

Die Hürden der Selbstständigkeit

Ein Kunde ist unzufrieden mit deiner Arbeit und bittet dich, bis morgen früh ein paar Änderungen einzuarbeiten? Du bist gerade in einer spannenden neuen Stadt und wolltest auf Entdeckungstour gehen oder dir die Nacht auf Parties um die Ohren schlagen? Stattdessen musst du nun die ganze Nacht mit deinem Laptop im Hotelzimmer abhängen und arbeiten. Alltag für mich.

Der vierteljährliche Vorsteuerbescheid ist abzugeben. Deine Rechnungen liegen alle in einer Schuhbox zu Hause und du weißt, dass du dir einen Tag blocken musst, um die Unterlagen für die Steuerberaterin vorzubereiten. Deine Steuerberaterin antwortet grundsätzlich nicht auf E-Mails, du musst also zum Hörer greifen und dich kümmern. Ein weiterer Punkt auf deiner endlos langen To-Do Liste. Als Angstellter hast du diese Sorge nicht.

Deine E-Book Verkäufe brechen plötzlich ein. 1000 Euro im Monat die du eigentlich fest eingeplant hattest, fallen plötzlich weg. Aber ein Buch verkauft sich nicht auf immer und ewig von allein. Irgendwie musst du das schnellstmöglich wieder ausgleichen. Aber wie? Mehr Freelancing Jobs annehmen. Aber was ist mit den Reisen für nächsten Monat? Klappt es, das unter einen Hut zu bringen?

So, dies waren nur ein paar kleine Beispiele aus dem Leben eines Selbstständigen. Ich könnte diese Liste unendlich fortsetzen. Sicher sieht es ein wenig besser aus, wenn du dir ein sogenanntes „passives Einkommen“ aufbaust. Aber so passiv ist das am Ende auch gar nicht, glaub mir. Da steckt sauviel Arbeit drin, zumindest die ersten Jahre. Es gibt da nichts geschenkt. Davon können alle Nomaden, die ich kenne, ein Lied singen.

Die finanziellen Risiken

Du musst dafür sorgen, dass monatlich genug Geld hereinkommt, um deine Rechnungen zu begleichen. Klingt trivial, aber ist eine ganz schöne Belastung und kann bei vielen Menschen dazu führen, dass sie extrem angespannt sind und sich laufend Sorgen um ihre finanzielle Situation machen. Es muss ständig mehr rein kommen, als du ausgibst und du allein bist dafür verantwortlich. Kannst du diese Belastung stemmen?

Dann halten regelmäßig die Finanzbehörden die Hand auf. Du musst also von deinem Eingenommenen immer genug zurücklegen, damit du das Finanzamt auch nicht warten lassen muss. Die warten nämlich nicht gerne.

Als Selbstständiger muss man schon mindestens ein paar Tausender auf der hohen Kante haben, damit du jederzeit Zahlungsverpflichtungen nachkommen kannst. Besser sogar mehr als Zehntausend, wenn du wachsen willst. Nicht alles was rein kommt, ist „dein“ Geld. Ohne Puffer geht gar nix.

Immer und überall arbeiten?

Egal wo du bist, die Arbeit geht vor. Klingt so einfach, aber wenn du es selbst schon probiert hast, weißt du, dass es alles andere als einfach ist. Neue Orte wollen entdeckt werden. Vor allem musst du dir immer erst einmal eine gewisse Infrastruktur erarbeiten. Wo gibt es gescheites W-Lan? Wo ist der Supermarkt? Wo findet man auch mal sozialen Anschluss? Wie kommt man von A nach B? Wo wasche ich meine Socken und Unterhosen?

Zu einem ungeliebten Bekannten wird irgendwann der „WiFi fuck up“. Neulich erst hatten wir das beim Launch unseres neuen Blogs „Stilnomaden“. Mein Kollege Dennis und ich waren in Barcelona und wollten den neuen Blog launchen. Aber es dauerte mehrere Stunden, bis wir eine W-Lan Verbindung gefunden hatten, die stabil genug war und sich in einem Café befand, dass uns nicht um 21 Uhr vor die Tür setzen wollte.

Auch in Barcelona haben die Gäste zum Abendessen ungern Laptopnomaden am Nachbartisch. Coworking Spaces schließen irgendwann und das W-Lan im Hostel war der Horror. Alltagsprobleme eines digitalen Nomaden. Hast du da Bock drauf?

Deine privaten Probleme bleiben die Gleichen

Dieser Punkt ist eigentlich der allerwichtigste Punkt bisher. Irgendwie suchen viele Menschen in der Ortsunabhängigkeit ihr Seelenheil, als würden sich dadurch all ihre Alltagsprobleme in Luft auflösen. Das Gegenteil ist der Fall.

Die Probleme bleiben die gleichen oder werden nur noch schlimmer, denn wenn digitales Nomadentum eines nicht ist, dann dein Ticket in ein sorgenfreies Leben. Du musst vorher lernen, mit deinen Sorgen umzugehen. Oder auf dem Weg, das geht bei manchen auch. Aber glaube bloss nicht, dass Ortsunabhängigkeit dir deine Sorgen nimmt. Die solltest du vorher in den Griff bekommen.

Reisen kann auch eine Flucht vor Problemen sein, glaub mir, ich weiß wovon ich spreche. Aber wenn du nach Hause kommst, dann hauen deine Sorgen mit doppelter Wucht zurück. Wegrennen hilft nicht. Du musst dich stellen.

Ich wills mal so sagen: Ein Leben voller Freiheiten, so wie es das ortsunabhängige Arbeiten ermöglicht, ist eher wie ein Verstärker. So ähnlich wie bei Drogen. Es kann deine Zufriedenheit ggf. verstärken. Es kann das Maggi in deiner Suppe sein. Aber wo keine grundsätzliche Zufriedenheit herrscht, solltest du erst einmal andere Wege suchen, dein Leben auf die richtige Bahn zu lenken.

Ortsunabhängigkeit ist ein Werkzeug, dass dir ermöglicht, dein Leben freier zu gestalten. Nothing more. Ein Werkzeug. Ob du mit diesem Werkzeug den Nagel in die Wand haust oder dir bloss den Finger blau und grün schlägst, das liegt an dir!

Kannst du allein sein?

Der Preis der Freiheit ist zudem oft Isolation. Nicht an jedem Ort findet man gleich Anschluss. Man muss mit sich allein sein können. Man muss auch mal arbeiten können, wenn andere ins Kino gehen.

Ich kann mittlerweile recht gut allein sein. Mal besser, mal weniger gut – es ist auch eine Gemütsfrage. Ich brauche es sogar manchmal, dass ich längere Zeit allein bin. Aber es überkommen mich auch häufig Momente, in denen ich mich ganz schrecklich einsam fühle. Das muss man dann durchstehen.

Echtes Glück erfährt man nur dann, wenn man es teilt. Daran glaube ich. Man kann sich einen tollen Sonnenuntergang auch allein ansehen, aber erst die Menschen, mit denen man den Moment teilt, machen es zu einem besonderen Moment.

Wenn du also einmal länger allein bist, dann sind die Momente, die du erlebst, weitaus weniger erfüllend. Punkt.

Deine Freiheit hat somit einen teuren Preis

Nicht zuletzt deshalb sehnen sich die meisten Menschen irgendwann wieder nach mehr Geborgenheit. Darum ist ein zuhause so wichtig. Auch ich möchte mindestens 7-8 Monate dort verbringen, wo ich mich so richtig zu Hause fühle. Freundschaften pflegen und Geborgenheit erfahren.

Es gibt Ausnahmen, keine Frage. Manch einer wird zum Dauerreisenden Nomaden und ist über Jahrzehnte glücklich damit. Aber dafür muss man vieles aufgeben und in Kauf nehmen, u.a. dass man oft sehr einsam sein wird. So eine Art Nomade war ich nie und werde ich nie. Welche Art von Nomade willst du werden?

Das Label

„Ortsunabhängiges Arbeiten“ oder „digitales Nomadentum“ sind nur Labels. Manch selbstständiger Unternehmer machen das schon lange so. Sie arbeiten wann und wo sie wollen. Sie haben das nur nicht mit gut klingenden Labels versehen, sondern machen es einfach.

Die meisten Digi-Nomaden, vor allem all jene, die über das Thema bloggen, finden den Begriff auch gar nicht mal so toll. Er wird einfach zu oft falsch aufgefasst und mit Dauerreisenden gleichgesetzt, die von ein paar kleinen Elance-Jobs (über)leben. Nichts dagegen. Aber es sind nicht alle so. Für mich steht das Business im Vordergrund. Das ist die erste Priorität.

Verstehe mich nicht falsch. Ich mag das Label grundsätzlich, auch wenn der Begriff etwas blöd ist. Ich bezeichne mich selbst als einen digitalen Nomaden. Der Begriff hat etwa romantisierendes, aber das ist ja okay.

Wir finden uns zusammen unter diesem Label. Das gibt auch ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und das hat was Schönes. Fast wie eine globale Familie, die sich unterstützt. Das ist toll. Zum Beispiel wenn wir alle auf Events, Meetups, der DNX oder auf dem Nomadic BBQ zusammenkommen. Es fühlt sich an wie ein Familientreffen.

Trotzdem darf man nicht vergessen, was dahinter steckt. Selbstständigkeit. Harte Arbeit. Disziplin. Der DN-Begriff ist die Schokolade, die das Überraschungs-Ei umgibt. Drinnen steckt eine ganz andere Überraschung: Ein Business, das aufgebaut werden muss, das genug Einkommen erzeugen muss, um deine Brötchen zu finanzieren.

Mein heutiger Tag

Ein Tag wie jeder heute? Irgendwie ja, und irgendwie nein. Aufgewacht bin ich in einem kleinen, gemütlichen Apartment in Malmö, Schweden. Nach dem Duschen habe ich mir ein Lachsbrötchen gegessen, einige E-Mails abgearbeitet und mit meinem CAD-Team in Rumänien geskyped. Alles vom Küchentisch.

Wie immer überkam mich nach etwa 2 Stunden der Drang, mal aus dem Haus herauszukommen. Also habe ich mich auf mein Fahrrad geschwungen und bin in ein Café geradelt.

Nach 2 Stunden im Café habe ich mich wieder aufs Rad geschwungen, bin ein wenig am Öresund entlanggeradelt und habe hinüber nach Dänemark gewunken. Das Titelfoto ist dort übrigens entstanden.

Anschließend ging es in zurück ins Apartment, in welchem ich bis tief in die Nacht meine To-Do Liste abgearbeitet habe, um dann erschöpft ins Bett zu fallen. Ich arbeite gerne Abends. Ich bin dann oft produktiver.

Ein Tag wie jeder andere? Die Kulisse ist anders, der Ablauf oft gleich. Hätte ich das Ganze nicht auch so ähnlich in Berlin haben können? Sicherlich. Hab ich auch oft, in Berlin sind die Tage gar nicht so anders. Aber der Kulissenwechsel ist eben das, was es für mich ausmacht. Mein Arbeitsalltag wird dadurch aber nicht aufregender. Die Arbeit muss halt getan werden. Egal, wo ich bin.

In letzter Zeit überlege ich sogar, mir mit Freunden ein Büro in Berlin zuzulegen. Das heißt nicht, dass ich nicht weiterhin viel reisen und von unterwegs arbeiten werde. Aber nach 3 Jahren des Arbeitens in Co-Working Spaces und am Küchentisch zuhause, sehne ich mich nach einem Schrank für meine Steuerunterlagen, einer Topfpflanze auf meinem Schreibtisch und einem Ort, der einfach mir gehört.

Das schränkt mich in meiner Freiheit aber genau so wenig ein, wie eine eigene Wohnung zu besitzen.

Ortsunabhängigkeit ist für mich zunehmend etwas, dass im Kopf entsteht. Es ist egal, wie viele Dinge du besitzt, ob du Dauerreisender bist oder Sesshaft und glücklich verheiratet. Es ist eine Lebenseinstellung. Ein Werkzeug zu mehr Freiheit.

Ich fühle mich unglaublich frei. Aber meine Probleme, die sind die Alten. Ich Ich liebe es zwar, frei zu sein und will nicht mehr tauschen. Aber ich habe auch verdammt schlechte Tage, so wie jeder Festangestellte auch. Auch bei mir gehen Beziehungen zu Bruch, Menschen enttäuschen mich oder ich enttäusche sie. Ich wache auf mit guter Laune, oder mit schlechter Laune. Die Sorgen bleiben, aber ich kann sie heute besser relativieren.

Eines noch: Ich mag den Menschen, der ich heute bin. Natürlich gibt es Dinge, die ich nicht an mir mag. Aber über zwei Dinge bin ich unendlich dankbar: Meine große Offenheit gegenüber anderen Menschen und neuen Dingen und meine Fähigkeit zur Selbstreflektion. Diese kommen zu einem großen Teil durch meine Reisen und mein freies Leben, denke ich. Allein das ist die Sache wert.

Und, noch Lust auf eine ortsunabhängige Selbstständigkeit? 🙂

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Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim beschäftigt sich seit 2012 mit den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und digitales Unternehmertum. Er verdient sein Geld als Architekt, Buchautor und Berater für Neues Arbeiten und digitale Transformation. Zudem ist er Gründer des Citizen Circle. Auch wenn Tim viel und gern unterwegs ist: Sein Zuhause ist zur Zeit die Stadt Chiang Mai im Norden Thailands.

34 Antworten zu “Brauchst du überhaupt Ortsunabhängigkeit?”

  1. Fantastischer Artikel, Tim!
    Ich kann das alles aus eigener Erfahrung und eigenem Empfinden genau so unterschreiben.
    Es ist leicht von einem „besseren“ Leben zu träumen und sich dabei nur auf die romantische Seite zu konzentrieren und die harte Realität auszublenden. Dein Beitrag ist auf jeden Fall ein guter Reality Check für viele angehende DN und Selbstständige im Allgemeinen, oder auch Möchtegern-Auswanderer.

  2. Ich kann auch nur begrüßen, dass Du einen solchen ehrlichen Post bringst, der das Thema Ortsunabhängigkeit in aller Sachlichkeit und von allen Seiten betrachtet.

    Denn wie auch aus der Email Deines Lesers deutlich wird, sehen einige die Ortsunabhängigkeit anscheinend als ersten Schritt hin zu Freiheit und Erfolg im Business. Was für ein fataler Trugschluss, der jeglicher Logik entbehrt!

    Ortsunabhängigkeit ist eine Super-Sache, die auch für mich ein Leitbild ist. Nur muss klar sein, dass Ortsunabhängigkeit sozusagen der Lohn dafür ist, ein Business aufgebaut zu haben, das eben diese Unabhängigkeit erst erlaubt, und nicht umgekehrt.

    Und übrigens: Ortsunabhängig arbeiten muss auch nicht zwangsläufig heißen, ständig in der Welt herumzureisen. Ortsunabhängigkeit bedeutet für mich zunächst einmal den Luxus, dort zu arbeiten, wo man Bock hat. Ich selbst reise zwar schon gern, aber der Grund für mein Bestreben zur Ortsunabhängigkeit kommt eigentlich eher aus dem Wunsch, richtig raus auf´s Land zu ziehen, um dort genauso mein Business zu betreiben, wie ich es aktuell noch in der Großstadt mache.

    • „Nur muss klar sein, dass Ortsunabhängigkeit sozusagen der Lohn dafür ist, ein Business aufgebaut zu haben, das eben diese Unabhängigkeit erst erlaubt, und nicht umgekehrt.“

      Super Aussage Thorsten. Das unterschreibe ich absolut. Danke für den tollen Kommentar.

    • Hi Thorsten,
      super Kommentar.

      „Ortsunabhängigkeit bedeutet für mich zunächst einmal den Luxus, dort zu arbeiten, wo man Bock hat.“ – das ist ein wichtiger Satz… auf mehreren Levels. Ich denke viel darüber nach meinen Wohnort zu wechseln und habe dabei viel im Kopf: „Welche Stadt ist interessant?“, „Wo lerne ich die besten Leute kennen, um mein Geschäft weiter zu entwickeln?“

      Wobei ich mittlerweile zum Schluss gekommen bin, dass die zweite Frage sehr trügerisch ist. Selbst in einer kleinen Studentenstadt mit 250.000 Einwohnern kann man eigentlich sehr gute Leute kennenlernen, man muss nur eben aktiv Leute kennen lernen, und dieses Problem löst sich nicht von selber, indem man in eine Großstadt zieht.

      Allerdings dahin zu gehen, von wo man MEHR BOCK auf arbeiten hat, das sehe ich als sehr sinnvoll an. Ich hatte das, als ich Verwandte in Barcelona besucht habe. Gott, in der Woche hatte ich soviel Spaß und habe gleichzeitig soviel geschafft.

      Naja ich werde auf jeden Fall über deinen Satz da weiter nachdenken.

      Alles Gute!

  3. Hut ab – das trifft es auf den Punkt!
    Nicht nur in Bezug auf das digitale Nomadenleben neigen Menschen dazu, mögliche Schwierigkeiten auszublenden und sich die Dinge schön zu reden. „Irgendwie geht das schon“ reicht aber meistens nicht aus…
    Deinen Artikel werde ich auf jeden Fall teilen – wirklich lesenswert!
    Danke dafür,
    Nima

  4. Toller Artikel, vielen Dank. Ich bewundere euch digitalen Nomaden immer sehr, aber weiss auch, dass ich gar kein Typ zur Selbständgkeit bin.. Wie du schon schreibst, jeder muss seine Nische finden und damit glücklich werden und sicherlich werden die Probleme nicht besser, wenn man einfach planlos seinen Job kündigt. Ich habe goßes Glück, in meinem Job jedes Jahre mehrere Monate frei zu kriegen.
    Lg und weiter so!

  5. Super Artikel ….endlich mal einer der das Dig. Nomaden Gespenst als „Label“ bezeichnet.
    Es ist nicht so einfach wie überall beschrieben.
    Wenn ich so manche bekannte Reisebloggs lese, kann ich nur lachen. Dort wird so getan als wenn es was ganz neues ist und nur von „denen“ ausgeübt wird…….
    Letztendlich ist es ein Online -Unternehmen. Freelancing gibt es schon lange. Ob ich jetzt SEO Optimierung,Passives Einkommen durch Nischenblogs,Webseiten erstelle oder eine Citrix Farm aus der Ferne warte und Administriere, ist alles das gleiche. Jeder ist selbstständig und verdient sein Geld und muss seine Steuern zahlen.
    Natürlich hat man mehr von seinem Geld wenn man Euros verdient und in Thailand ausgibt…..

    Aber bevor man kündigt, sollte man sich in klaren sein mit was man selbständig sein möchte.

  6. Ja, noch Lust :-)!
    Ich denke aus genau diesen Grünen, muss man das wie und vor allem wann genau planen. Irgendwann wirds bei mir so sein, aber nicht heute und auch noch nicht morgen.
    Super Artikel, danke!
    LG
    Meike

  7. Super Artikel Tim!!

    Sehe das ähnlich. Viele Leute sehen im Digitalen Nomadentum die Lösung aller Probleme.

    So einfach ist es einfach nicht und ob man’s glaubt oder nicht, zuviel Freiheit macht einem das Leben und vor allem die Entscheidungen auch nicht unbedingt einfacher.

    Man muss erstmal lernen damit umzugehen um das Ortsunabhängige Leben wirklich genießen zu können.

    • Hi Johannes, Danke Dir.

      Total! Hab auch die Erfahrung gemacht, dass Freiheit auch zu viele Entscheidungen bedeuten kann. Freiheit kann ganz schönes Chaos im Kopf erzeugen 😀

      bis bald, wir sehen uns! 🙂

  8. Superehrlicher Artikel, danke.
    Es ist halt nicht alles immer rosig, auch wenn es manchmal so den Eindruck hat. Aber Du kannst Dir nicht entkommen und jeder sollte ehrlich sein, wenn es darum geht, den eigenen Weg zu gehen.

    LG
    Ivana

  9. Super Artikel Tim 🙂

    Lesenswert und ehrlich!
    Nicht nur Leute die Selbstständig sein wollen, blenden oft solche Sachen aus – auch das Umfeld um einen herum. Denn die denken ja auch oft, dass man sonst was für Zeit hat, wenn man selbstständig ist.

  10. Hey Tim 🙂
    Ich mache im Moment ein Work and Travel in Neuseeland, und weiß noch genau nicht, was ich danach mit meinem Leben anfangen will. Dein Artikel hat mich nicht abgeschreckt, aber ich finde es gut, auch mal die weniger tollen Seiten zuhören, ich überlege auch in die Richtung Selbständigkeit zu gehen. Ich denke mit vielen Dingen, die du angesprochen hast hätte ich kein Problem. Ich bin es gewohnt oft umzuziehen, alleine zu wohnen und dadurch auch öfters alleine zu sein. Ich weiß nur noch nicht genau, wie ich das alles anstellen soll. Aber ich weiß, dass ich eine gewisse unabhängig im Leben haben will. Danke für den inspirierenden Artikel. Liebe Grüße aus Neuseeland

  11. „Ortsunabhängigkeit ist für mich zunehmend etwas, dass im Kopf entsteht. Es ist egal, wie viele Dinge du besitzt, ob du Dauerreisender bist oder Sesshaft und glücklich verheiratet. Es ist eine Lebenseinstellung. Ein Werkzeug zu mehr Freiheit.“ Wunderschön gesagt.

    Der ungeschönte Alltag eines Digitalen Nomaden – und in vielerlei Hinsicht eines jeden allein tätigen Selbständigen. Danke Tim für den erhellenden ehrlichen Beitrag.

    PS: Ich will trotzdem nicht mehr anders leben als so als #Freuberufler 🙂

  12. Genau so sehe ich das auch. Oder wie Robert Kiyosaki, Autor von „Cashflow Quadrant“ gesagt hätte, wäre die beste Voraussetzung für die Ortsunabhängigkeit den Übergang von „S“ (Self Employed“) zu „B“ (Business Owner) zu meistern.

  13. Es ist ein häufiger Denkfehler, zu glauben, dass man nur x oder y erreichen muss um Problem z zu lösen. Wie du geschrieben hast: Alltagsprobleme lösen sich nicht in Luft auf, nur weil man sich in einem anderen Land befindet, im besten Fall kann man sie kurzeitig verdrängen. Reisen ist für viele sicher auch eine Art Flucht aus dem Alltag, kurzfristig ist dagegen nichts einzuwenden, aber als Lifestyle macht das keinen Sinn.

    Ich liebe es, zu reisen, aber für mich ist es auch wichtig eine Art Hub oder Ruhepol zu haben, wo ich beheimatet bin.

    Mark Manson hat zum Thema letzte Woche einen sehr guten Artikel geschrieben: http://markmanson.net/5-life-lessons-5-years-traveling-world/

  14. Ein schöner Artikel.
    Ich bin gerade dabei, mir ein Online Business aufzubauen. Dabei gibt es eine ganze Menge zu beachten und zu bedenken. Gerade Disziplin ist, denke ich, enorm wichtig. Es ist schön, zeitlich und örtlich unabhängig zu sein aber arbeiten muss man teilweise mehr als ein Arbeitnehmer. Auf seinen Lorbeeren, falls man denn schon welche gesammelt hat, kann man sich auch nicht ausruhen, dazu ist die heutige Zeit viel zu schnelllebig. Und ich kann keinem etwas in die Schuhe schieben, wenn`s mal nicht funktioniert, ich trage ja die alleinige Verantwortung.
    Danke, dass du so ehrlich bist. Es ist immer gut zu wissen, dass auch die erfolgreichen Unternehmer schlechte Zeiten durchmachen. Das motiviert mich und ich weiß, ich bin nicht allein.
    Danke

  15. Dein Artikel kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Super ehrlich geschrieben und ach wie wahr. Ich finde es super, dass du auch die negativen Seiten des Digitalen Nomadentums ansprichst. Obwohl, für mich überwiegen die positiven Dinge total. Die Freiheit ortsunabhängig Arbeiten zu können, finde ich das Schönste was es gibt und wer dranbleibt, mit Passion schreibt, wird für den Aufwand belohnt, sei es mit Kommentaren auf dem Blog oder auf den Socialen Netzwerken.

    Für uns ist die grösste Hürde das mit der gut funktionierenden WiFi. Vor allem dann, wenn es wichtig ist eine stabile Verbindung zu haben, ist sie nicht da… Wir sind zurzeit in Australien unterwegs und haben uns schlussendlich ein eigenes WiFi-Device gekauft. Das war eine super Investition für entspanntes arbeiten.

  16. Toller Artikel, gefällt mir sehr gut und steckt viel Wahrheit drin! Besonders gefallen hat mir dieser Part:
    „Echtes Glück erfährt man nur dann, wenn man es teilt. Daran glaube ich. Man kann sich einen tollen Sonnenuntergang auch allein ansehen, aber erst die Menschen, mit denen man den Moment teilt, machen es zu einem besonderen Moment.“
    Sehr schön beschrieben. Erinnert mich an das bekannte Zitat „Happiness only real when shared“ und wird glaube ich von vielen am Anfang des Reisens unterschätzt.

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