Kennst du das? Du arbeitest viele Stunden am Tag vor dich hin und bist die meiste Zeit auch konzentriert bei der Sache, aber hast aber am Ende trotzdem nicht das Gefühl, produktiv gewesen zu sein?

Ein besonders unter Selbstständigen weit verbreitetes Gefühl, dass dir vermutlich auch nicht ganz fremd ist. Mich begleitet es ständig und es ist ziemlich frustrierend. Es vermiest mir oft den Feierabend.

Oft sitze ich den ganzen Tag vor dem Rechner. Es können 10 oder 12 Stunden gewesen sein. Trotzdem beende ich die Arbeit mit einem unbefriedigenen Gefühl, nicht genug geschafft zu haben.

Dabei gibt es andere Tage, an denen ich deutlich weniger Zeit vor dem Rechner verbracht habe, aber am Ende trotzdem das Gefühl habe, produktiver gewesen zu sein. Bei mir sind die Tage mit der meisten Arbeitszeit selten die Tage, an denen ich den Laptop ohne schlechtes Gewissen zuklappe.

Aber woran liegt das? Mit der Länge der Arbeitszeit hat es ja ganz offensichtlich nichts zu tun. Wie kann ich es schaffen, möglichst immer nach Abschluss der Arbeit mit einem produktiven und zufriedenen Gefühl in den Feierabend zu gehen und den Rest des Tages zu genießen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben?

Meine 3 Tricks für ein besseres Gefühl nach Feierabend

Ich habe einiges ausprobiert, und teile mit dir heute die drei Dinge, die für mich am besten funktioniert haben. Es gelingt mir zwar nach wie vor nicht jeden Abend, mit einem guten Gefühl die Arbeit zu beenden. Dafür aber immer öfter.

realistischere Ziele für den Tag setzen

Oft geht es mir so, dass ich mir viel zu viele Dinge auf meine tägliche To-Do Liste knalle, ohne dabei zu bedenken, dass jeder Tag nur 24 Stunden hat, und ich mindestens 8 davon schlafen sollte. Es liegt wohl in der Natur des Menschen, dass wir immer möglichst viel möglichst schnell aus dem Kopf haben wollen.

Das ist aber Bullshit und gelingt uns eh nicht. Unsere Zeit pro Tag ist stark begrenzt. Zudem ist es völlig normal, dass die Produktivität über den Tag abnimmt. Wir sind eben keine Roboter. Ein gutes Gefühl am Ende des Arbeitstages kann sich zudem sehr auf die Produktivität am Folgetag auswirken.

Packe daher nicht zu viele Dinge auf deine Tagesliste. Setze dir realistische Ziele, so dass du (zumindest meistens) auch alle Punkte der To-Do Liste abhaken kannst. Wenn du am Ende des Tages nur 10 von 20 Dingen abarbeiten konntest, ist das schlichtweg unbefriedigend.

eine „Erledigt-Liste“ führen

Genau so wichtig wie eine To-Do Liste, kann auch eine „Erledigt-Liste“ sein. Ausführlicher hat Carina Hermann das Konzept hier schon einmal erläutert. Auf einer solchen Liste schreibst du all die Dinge auf, die du an einem Tag bereits erledigt hast und abhaken kannst.

Auf diese Weise stellst du dir am Tagesende niemals die Frage „Was habe ich heute eigentlich den ganzen Tag lang gemacht?“ sondern kannst genau nachschauen, was du bereits erledigt hast. Besonders bei vielen kleinen Tasks vergisst du nämlich schnell, dass da schon eine Menge zusammen gekommen ist und du eigentlich wesentlich produktiver warst, als du denkst.

Das funktioniert zudem übrigens auch in die umgekehrte Richtung. Wenn dein Tag unproduktiv war, siehst du das ebenfalls. Du tappst nicht so sehr im Dunklen. Schreibe dir daher unbedingt auf, was bereits erledigt wurde.

Ziele für den Folgetag definieren

Die letzte Aufgabe des Tages (bevor du den Laptop zuklappst) sollte immer die Erstellung der To-Do Liste für den Folgetag (oder den nächsten Arbeitstag) sein. Auf diese Weise kannst du am Feierabend deinen Kopf besser abschalten und fängst nicht an, krampfhaft über Dinge nachzudenken, die morgen zu erledigen sind.

Das hat auch den Vorteil, dass du morgens frisch in den Tag starten kannst und dich direkt auf deine Aufgaben stürzt, anstatt zuvor noch die To-Do’s zusammen sammeln zu müssen. Du kannst die Energie des Morgens nutzen und direkt damit loslegen, Dinge umzusetzen

Die To-Do Liste am Vortag zu erstellen ist somit ein Produktivitätsbooster für den Folgetag, und macht zudem den Feierabend wesentlich angenehmer, weil du dir die Dinge „von der Seele schreibst“.

Happy Feierabend geht nicht immer

Die oben genannten Tricks haben mir sehr geholfen, Abends ein besseres Gefühl zu haben, wenn ich die Arbeit beende. Trotzdem gilt: Es gibt auch schlechte Tage. Egal wie viele Tricks du anwendest, hin und wieder wird es unbefriedigende Tage geben. Daher mein letzter Tipp: Akzeptiere auch einfach mal schlechte Tage. Am nächsten Morgen geht auch wieder die Sonne auf. Ziemlich sicher zumindest.

Lebe nach deinen eigenen Regeln!

Tim Chimoy
Über den Autor

Tim Chimoy

Tim lebt und arbeitet seit mehr als vier Jahren als ortsunabhängiger Unternehmer abwechselnd in Berlin, Saigon und Bangkok. Er betreibt einen Outsourcing-Service für Architekten und ist zudem Gründer des Citizen Circle. Zudem schreibt er als Autor über das ortsunabhängige Leben und Arbeiten.

4 Antworten zu “3 Tricks, um nach Feierabend kein schlechtes Gewissen zu haben”

  1. Hallo Danke für dein Beitrag,
    Habe gerade dein neues Buch gelesen. Großen Lob.

    Hier kann ich nur mitfühlen. Ich habe mir vor kurzen ebenfalls eine TodoListe gemacht.
    So kann man wirklich effektiv arbeiten.
    Ich benutze das Tool „Google Keep“ sehr genial.

    Gruß
    Sasho

  2. Hi Tim,

    das Gefühl kenne ich nur zu gut. Eine ToDo Liste führe ich schon lange, inzwischen schreibe ich diese auch immer am Abend vorher neu. Vor kurzem habe ich mir mal vernünftig Zeit genommen und meine Ziele und Maßnahmen für dieses Jahr aufgeschrieben. Diese Jahresziele habe ich dann in Quartalsziele heruntergebrochen, diese wiederum breche ich jetzt am Anfang des Monats immer in Monatsziele runter (nächstes Wochenende ist es wieder soweit).

    Die Monatsziele wiederum unterteile ich in viele kleine Teilaufgaben. Von diesen kleinen Aufgaben suche ich mir dann am Abend vorher immer einige aus, die es am nächsten Tag zu erledigen gilt.

    Hört sich nach viel Zusatzarbeit an, hält sich aber wirklich im Rahmen und hilft seine eigentlichen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Durch die vielen kleinen Miniaufgaben, die man abhaken kann, sieht man wenigstens was man alles bereits geschafft hat :)

    Die separate Erledigtliste ist ein Super Tipp, die setze ich demnächst noch um. Es kommen ja doch immer wieder unvorhersehbare Aufgaben dazu, die man sonst gar nicht notiert. Wird mit Sicherheit motivieren. Danke! :)

    Beste Grüße und einen schönen Restsonntag
    Tony

    PS: Wenn du Zeit hast, schau doch mal bei Facebook bitte in dein „Sonstiges“ Postfach. Hab dir einen Antrag für die Facebook Gruppe gestellt :)

    • Tim Chimoy

      Hi Tony,

      super Tipps. Danke Dir. Das „große Ziel“ nicht aus den Augen zu verlieren ist wirklich wichtig, da stimme ich dir zu. Wegen des Gruppenzugangs schaue ich nach!

      Liebe Grüße, Tim

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